Champions-League-Sieger-Besieger-Besieger

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Für wen das Pokal-Aus von Bayern München jetzt zur ganz großen Chance wird

Irgendjemand hier, der "Klein gegen Groß" nicht kennt - diese ARD-Samstagabendshow mit Moderator Kai Pflaume und jugendschutzgefährdender Überlänge? Die begeistert den Nachwuchs ja nicht nur wegen des aus Elternsicht völlig unverschämten Sendeplatzes, sondern vor allem deshalb, weil die Kinderhelden in den Duellen meist die Erwachsenen schlagen. Dass dies in Disziplinen geschieht, die im Leben der Großen vor und nach Aufzeichnung der Sendung keine Rolle spielen, ist nebensächlich - der Triumph des Underdogs macht Kinder glücklich. Wer will es ihnen verdenken.

Kommen wir nun zu einem ganz ähnlichen Ereignis, das am späten Mittwochabend ein paar ältere Menschen glücklich machte. Zweitligist Holstein Kiel besiegte in der zweiten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs den haushohen Favoriten Bayern München - und das, nachdem die Bayern nicht nur mit einem Abseitstor in Führung gegangen waren. Im Kieler Schneetreiben lagen sie auch noch nach 94 Minuten mit 2:1 vorn - bis Kapitän Hauke Wahl mit einem eigentlich verunglückten Kopfball den 2:2-Ausgleich erzielte. Weil die Kieler die Verlängerung überstanden und sich im anschließenden Elfmeterschießen im Unterschied zum aktuellen Champions-League-Sieger keinen Fehlschuss leisteten, zogen sie anstelle des Bundesliga-Spitzenreiters in die nächste Pokalrunde ein.

Kiel ist übrigens gerade auf Platz 3 in der 2. Bundesliga, auch Hauke Wahl mit 1,89 Meter alles andere als klein. Dass der 26-Jährige einen der sechs Kieler Elfmeter versenkte, sei hier genauso erwähnt wie der Umstand, dass er bis Ende 2011 für anderthalb Jahre bei Dynamo Dresden spielte. Warum das jetzt wichtig ist? Weil wir dem derzeit in die Dritte Liga verbannten Teil der sächsischen Fußballfans ein bisschen schmeicheln müssen, bevor ihm der folgende Terminhinweis schlechte Laune bereitet: Beim Punktspiel am letzten Februarsamstag kann nämlich Erzgebirge Aue in Kiel Geschichte schreiben. Die Veilchen müssen dann nur ein Tor mehr schießen als Gastgeber Holstein - und schon sind sie Champions-League-Sieger-Besieger-Besieger. Und das wäre ja alles andere als nichts.

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