Das Dino-Desaster

Weshalb ein Hotel in Japan seine Roboter feuert und wieder Menschen einstellt

Uralt ist ein Dino. Normalerweise. Nur nicht in Japan: Da ist das Vieh aus der Vorzeit ultramodern. Die Dinosaurier in den Häusern, die zur Hotelkette Henn-na gehören, empfangen Gäste. Schleppen Koffer. Begleiteten die Anreisenden zu ihrer Unterkunft. Scannen Köpfe, sodass Frau Sato und Herr Takahashi an der Zimmertür keinen Schlüssel mehr brauchen - sondern nur noch ihr Gesicht in eine Kamera halten.

Mit aufgerissenem Maul und erhobenen Pranken stehen die Dinos an der Rezeption. Aber keine Angst: Die Ungeheuer sind aus Plaste und stecken voller Elektronik. Das ist der Gag. Hinter ihnen verbergen sich keine verkleideten Menschen, sie sind Roboter. Diese sollen nicht nur das Gepäck tragen, sondern auch nach dem Busfahrplan gefragt werden können. Oder ein Taxi rufen.

Ist die Zimmertür ins Schloss gefallen, dann ist Churi für die Gäste der Dino-Hotels da. Churi, ein Kugelkopf mit Puppengesicht, beantwortet Fragen nach Sehenswürdigkeiten in der Nähe, nimmt Bestellungen für Snacks und Tee an oder reagiert auf den Befehl: Licht aus! Dann wird es dunkel im Zimmer.

Schnarchen - das allerdings hat man Churi nicht beigebracht, was dies zu bedeuten hat. Der Computer fühlt sich davon angesprochen. Und reagiert mit einer Entschuldigung: Ich habe Sie nicht verstanden ... Das entspricht im Prinzip zwar japanischer Höflichkeit - aber nicht, wenn durch pausenloses Geplapper die schnarchenden Gäste, wie diese verärgert berichten, immer wieder aus dem Schlaf gerissen werden. Auch die Dinos draußen vor Tür stören, wie das "Wall Street Journal" berichtet, nicht nur die Nachruhe.

Sie seien "langsam und laut", weil die Roboter nur gerade Strecken ohne Probleme zurücklegen. Ansonsten bleiben sie stecken, verhaken sich oft ineinander - und kommen bei gleichzeitigen Fragen vollends durcheinander: Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung ...

Mit dem "ersten roboterbetriebenen Hotel der Welt" schaffte es Henna-na 2015 ins Guinnessbuch der Rekorde. Sieben Menschen kamen auf 140 Maschinen. Diese Pannomaten werden jetzt gefeuert. Kann sein, dass man nun einem Hotel-Dino in die Wange kneift - und er laut Aua! schreit.

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