Die Mutter von TV-Moderatorin Savannah Guthrie wird seit Tagen vermisst. (Archivfoto)
Die Mutter von TV-Moderatorin Savannah Guthrie wird seit Tagen vermisst. (Archivfoto) Bild: Evan Vucci/AP/dpa
Panorama
Der Vermisstenfall Guthrie: Was wir wissen - und was nicht

Seit mehr als einer Woche wird die Mutter von US-Moderatorin Savannah Guthrie vermisst. Der Fall sorgt in den USA für große Aufmerksamkeit. Was bisher bekannt ist.

Tucson.

Rund zehn Tage nach dem plötzlichen Verschwinden von Nancy Guthrie fehlt von der Mutter von US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie weiterhin jede Spur. Nun veröffentlichte die Bundespolizei FBI Fotos und Videomaterial zu einem maskierten Verdächtigen. Es gab eine Festnahme, wie US-Medien berichteten. Demnach wurde die Person nach einer Vernehmung wieder freigelassen. In den Vereinigten Staaten sorgt der Fall für zahlreiche Spekulationen - selbst der Präsident schaltete sich ein. Was bisher bekannt ist - und was nicht.

Was wir wissen

  • Opfer: Bei der mutmaßlich Entführten handelt es sich um die 84 Jahre alte Nancy Guthrie, Mutter der US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie. Die 54-Jährige ist vor allem als Moderatorin der Sendung "Today" im Frühstücksfernsehen bekannt. Laut FBI hat Nancy Guthrie Probleme beim Gehen, trägt einen Herzschrittmacher und benötigt täglich Medikamente gegen eine Herzerkrankung.
  • Festnahme: Am Dienstagabend (Ortszeit) berichten Medien, dass eine Person festgenommen worden sei und verhört werde. Laut dem CNN-Tochtersender KNXV, wurde die Person nun freigelassen. Weitere Details wurden dazu nicht genannt.
  • Letzter Kontakt: Familienangehörige hatten Nancy Guthrie den Ermittlern zufolge am Abend des 31. Januar in Tucson im Bundesstaat Arizona nach Hause gebracht. Am darauffolgenden Vormittag bemerkte die Familie, dass sie verschwunden war.
  • Rekonstruktion der Ereignisse: Nach Guthries Rückkehr in ihr Haus am Samstagabend trennte sich nach Erkenntnissen der Ermittler in der Nacht die Türklingel-Kamera vom Netz; wenig später registrierte eine Software eine Person auf dem Grundstück. Guthries Herzschrittmacher war mit ihrem Handy verbunden - Daten zeigten, dass die Verbindung zu ihrem Telefon kurze Zeit später unterbrochen wurde. Am Sonntagvormittag bemerkte die Familie das Verschwinden, kurz darauf wurde der Notruf abgesetzt.
  • Blut: Im Eingangsbereich des Hauses wurde eine Blutspur von ihr entdeckt.
  • Lösegeldforderung: Es hat mehrere Erpresserschreiben gegeben, mindestens eines stammte jedoch von einem Trittbrettfahrer, der bereits festgenommen wurde. Guthries drei Kinder hatten sich auf Instagram mit Videobotschaften an den oder die weiterhin unbekannten Entführer gewandt und um Lebenszeichen gebeten. Es wurde auch angedeutet, dass die Familie zu einer Lösegeldzahlung bereit sei. In einer kurzen Videobotschaft sagte Savannah Guthrie, dass ihre Mutter "sehr viel wert" sei und sie "zahlen werden". "Wir haben Ihre Nachricht erhalten, und wir haben verstanden."
    US-Medien berichten, dass die Schreiben eine Todesdrohung gegen Nancy Guthrie enthalten haben sollen, falls eine Frist bis diese Woche Montagabend (Ortszeit) nicht eingehalten werde. Medienberichten zufolge sollen der oder die Entführer sechs Millionen Dollar fordern und Details beschrieben haben, die nur jemand gewusst haben kann, der sich genau mit dem Haus Guthries auskannte.
  • Tatverdächtige: Eine konkrete Person oder Personengruppe haben die US-Bundespolizei FBI und das lokale Sheriff-Büro nach offiziellen Angaben bislang nicht identifiziert. Am Dienstag veröffentlichte das FBI jedoch erste Fotos und Videos eines Tatverdächtigen. Diese wurden aus Datenresten rekonstruiert, die in technischen Hintergrundsystemen gespeichert waren, nachdem Überwachungsgeräte vom Tatort entfernt worden waren. Darauf zu sehen ist eine bewaffnete Person mit einer Gesichtsmaske, die sich an einer Kamera an der Haustür von Guthries Wohnhaus zu schaffen macht. Stunden später kam es zur Festnahme.
  • Hilfe des US-Präsidenten: Donald Trump hat sich in den Fall eingeschaltet und erklärt, er habe mit Savannah Guthrie gesprochen und ihr jegliche Unterstützung der Behörden zugesichert.

Was wir nicht wissen

  • Motiv: Weiter ist offen, warum mögliche Täter die 84-Jährige entführt haben sollen. Ein politisches Motiv oder eine Verbindung zum Bekanntheitsgrad oder zum Beruf von Savannah Guthrie ist bislang nicht nachgewiesen worden.
  • Festnahme: Unklar ist, welche Rolle die laut Medienberichten festgenommene Person in dem Fall spielt. Auch der Verlauf des Verhörs und die Gründe für die Freilassung der Person sind weiterhin unklar.
  • Details des Erpresserschreibens: Auch nach den jüngsten Videobotschaften von Savannah Guthrie bleibt offen, was genau in angeblichen Nachrichten der mutmaßlichen Entführer steht und ob es einen Beweis gegeben hat, dass die Mutter noch am Leben ist.
  • Über den Zustand der 84-Jährigen ist rund zehn Tage nach ihrem Verschwinden nichts bekannt. Der zuständige Sheriff Chris Nanos hatte vor wenigen Tagen bei einer Pressekonferenz betont, dass weiter davon ausgegangen werde, dass Guthrie "noch da draußen" sei, auch Savannah Guthrie betonte mehrfach ihren Glauben daran.

(dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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