Der Weihnachtsmann ertrinkt

Warum Enkel zu Klimaaktivisten werden

Mittagessen. Das Radio läuft im Hintergrund, die Nachrichten. Berichtet wird vom Klimawandel und einem entsprechenden Gipfel, von der UN-Vollversammlung und den Klimademonstrationen weltweit. Große Worte, die dieser Tage inflationär benutzt werden. Worte aber auch, die kleine Kinder überhaupt nicht verstehen. Auch Anton Tilo weiß noch nicht, worum es geht. Fridays for future ist ihm noch ein unaussprechlicher Zungenbrecher. Anton Tilo ist gerade sechseinhalb Jahre.

Doch die Nachrichten, vor allem die vom Sterben, machen ihn neugierig. Darum fragt er nach. "Was ist Artensterben? Die Dinosaurier sind schon tot. Wer stirbt da jetzt?" Und: "Oma, erkläre mir mal den Klimawandel!" Auch das Wort "Meeresspiegelanstieg" ist ihm in seiner Bedeutung unvorstellbar. Wo steigt ein Spiegel aus dem Meer?

Alles in allem denkt mein Enkel intensiv mit. Er überlegt. Grübelt. Und ja, er fürchtet nicht so sehr um Eisbären, Wale und Walrosse. Sondern er sagt schließlich: "Wir müssen die Umwelt schützen, sonst stirbt der Weihnachtsmann."

Der Weihnachtsmann lebt nämlich, so die Überlieferung in unserer Familie, am Nordpol. Der Sechsjährige zieht seine Schlussfolgerung und fürchtet: "Wenn die Polkappen schmelzen, ertrinkt der Weihnachtsmann." Und nicht nur das. Viel schlimmer noch: "Das Lager mit den Geschenken geht unter."

Dagegen, das ist klar, wird mein Enkel demonstrieren.

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