Die Geld-Quelle

Warum die Münzen in Roms berühmtestem Brunnen jetzt zur Chefsache werden

Ein bisschen Glück ist in Rom leicht zu haben. Münze in die rechte Hand (Wert egal), dem Trevi-Brunnen den Rücken zuwenden - und über die Schulter das Geld ins Gewässer befördern. Wer eine Münze wirft, kehrt außerdem sicher nach Rom zurück. Weil diese Übung jeder Tourist beherrscht, spült das Ritual nach Schätzungen jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro in die Kasse der Caritas. Denn das Geld bekommt die katholische Wohltätigkeitsorganisation, die es dann an Bedürftige weitergibt.

Aber sind wir nicht alle irgendwie bedürftig? Das hat sich womöglich die Stadtverwaltung Roms gefragt, die das Verfahren neu regeln will. Jetzt bangt die Caritas um den Münzschatz. Schon lange gibt es Spekulationen, dass die Kommune das Kleingeld in die Renovierung ihrer zahlreichen Denkmäler oder die Erneuerung von Straßen stecken will. Doch auf dem Grund des Brunnens blitzt noch ein Hoffnungsschimmer: Bürgermeisterin Virginia Raggi will sich nach Protesten persönlich um das sensible Thema kümmern. Gerüchte, dass Raggi die Sache mit einem Münzwurf (Kopf oder Zahl) entscheiden will, haben sich bisher nicht bestätigt.

Früher gab es übrigens den Brauch, aus dem Brunnen zu trinken, um in die Ewige Stadt zurückzukehren. Heute ist vom Kontakt mit dem Wasser dringend abzuraten. Nicht aus Hygiene- sondern aus Kostengründen. Wer im Sommer auch nur die Füße reinhängt, muss ordentlich Strafe zahlen. Der Trevi-Brunnen - eine der schönsten Geld-Quellen der Welt.

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