Die Plagegeister sind da

Wie man das Gehirn nach einem juckenden Mückenstich austricksen kann

Nicht wenige Menschen werden es schon gespürt haben - in diesem Sommer wird Deutschland von mehr Mücken heimgesucht als in den vergangenen Jahren. Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg bei Berlin bestätigt das. Nach zwei trockenen Sommern in Folge mit deutlich weniger Mücken sei der Wechsel von Feuchte und Wärme in diesem Jahr sehr mückenfreundlich, sagte die Biologin. "Die Belästigung ist regional aber sehr unterschiedlich."

Sie wollen nur ein bisschen Blut, die weiblichen Mücken. Um neue Eier bilden zu können. Allerdings juckt der Stich meist ziemlich nervig. Das liegt Experten zufolge daran, dass Mücken beim Stechen etwas Speichel abgeben, dessen Proteine in unserem Körper bestimmte Abwehrzellen aktivieren. Diese Mastzellen setzen unter anderem den Botenstoff Histamin frei. Der wiederum dockt an Stellen im umliegenden Gewebe an - und reizt zudem die in der Haut liegenden Enden von Nervenfasern. Die spontane Reaktion auf das Gejucke: kratzen.

Ein Team der Universität Lübeck hat schon vor einigen Jahren untersucht, ob man das Gehirn austricksen kann. Die Forscher ließen Menschen statt einer juckenden Stelle auf dem einen Arm die entsprechende Stelle auf dem anderen Arm kratzen - vor einem Spiegel. Das funktionierte. Denn wenn man vor dem Spiegel steht, hat das Gehirn einen Konflikt in der Wahrnehmung, den es auflösen muss. Deshalb projiziere es das Gefühl des Kratzens auf die juckende Stelle, die nicht gekratzt wurde, hieß es 2013 im Fachblatt "PLOS One". Probieren geht über studieren! (mit dpa)

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