Ein Pieks für die Liebe

Wie Schweizer Forscher Katzen und Katzenallergiker einander wieder näherbringen

Alles ist perfekt geplant: Der Kratzbaum steht und das Katzenklo, Schlafplätze sind hergerichtet und Leckerli gekauft. Dann ist sie endlich da, die ersehnte Familienkatze. Alle sind sofort verliebt in das kleine weiche Fellknäuel mit den schönen Augen. Bis ... hatschi! ... , bis das Töchterchen anfängt zu niesen, sich die Augen reibt und hustet. Beim Arzt bestätigt sich: Das Mädchen hat eine Katzenallergie. O je. Was nun?

Man kann Tabletten schlucken: Medikamente, die das Überschäumen des Immunsystems ausbremsen. Oder man macht eine sogenannte Hyposensibilisierung, die den Organismus über einen langen Zeitraum in stetig wachsenden Dosen ganz langsam an den Allergieauslöser gewöhnt.

Aber wenn gar nichts hilft oder die Allergie so schlimm ist, dass der Mensch Asthma bekommt? Dann muss die Mieze ausziehen. Ein Drama - für die Familie und für das Tier. Doch auch für die schweren Fälle gibt es nun Hoffnung: 2022 soll eine Impfung auf den Markt kommen, eine Impfung gegen Katzenallergie. Wer hat's erfunden? Die Schweizer.

Forscher des Universitätsspitals Zürich haben 2013 die neue Therapie entwickelt, sie seither perfektioniert und erprobt. In einem medizinischen Fachjournal schreiben sie nun: Die Impfung funktioniert, ist sicher und sehr gut verträglich. Das Besondere: Geimpft wird nicht der Mensch, sondern die Katze.

Auslöser der Allergie ist ein Protein, das der Katzenkörper produziert: "Fel d 1" kommt etwa im Speichel vor. Wenn sich Katzen putzen - was sie täglich mehrere Stunden mit Hingabe tun -, gelangt es in ihr Fell. Und der Allergiker reagiert allergisch. Bei "Fel d 1" setzt die Impfung an: Sie macht dem Immunsystem der Katze weis, dass es sich bei dem Protein um einen Krankheitserreger handelt. Die Katze bildet Antikörper, die den Stoff im Körper binden und weitgehend verhindern, dass er im Fell landet. Katze und Katzenallergiker können also zusammenbleiben. Und das tut beiden gut. Ja, der kleine Pieks wird ordentlich Geld kosten. Aber was tut man nicht alles für die (Katzen-)Liebe?!

 

 

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