Eine Spur Brasilien

Beim mittelsächsischen Pokalfinale eifert ein Schiedsrichter seinen WM-Kollegen mit Rasierschaum nach

Was in Deutschland nicht erlaubt ist, ist offenbar verboten: Ein Fußball-Schiedsrichter aus Mittelsachsen hat ganz nach dem Vorbild seiner Kollegen bei der Weltmeisterschaft die Neuerung angewendet und den Abstand der Freistoßmauer zum Ball mit weißen Linien markiert. Dafür kriegt er nun Ärger vom Verband. Auch, weil er statt Kreidespray Rasierschaum verwendet hat.

Aber der Reihe nach: Fußballfans haben sich an diesen Anblick gewöhnt: Gibt es bei der WM in Brasilien einen Freistoß in Tornähe, markieren die Schiedsrichter die Position des Balles und die der Mauer in 9,15 Metern Abstand zum Spielgerät mit einem weißen Kreidestrich. Den zaubern sie aus einer kleinen Sprühdose, nach einer Minute löst sich die Markierung von selbst im Rasen auf.

Uwe Hofmann findet diese Idee klasse. Beim mittelsächsischen Pokalfinale zwischen Freiberg und Mulda hat der langjährige Schiedsrichter des SV Oberschöna deshalb zur Spraydose gegriffen und den Spielern mit weißen Strichen zu verstehen gegeben, wie weit sie gehen dürfen. Die Trainer beider Teams lachten über das außergewöhnliche Material, Hofmann hatte Rasierschaum versprüht. Die verdutzten Spieler hielten sich brav an die Linien. Volker Meinel, Chef des Sportgerichtes, konnte nicht lachen. "Diese Show kann er bei einem Freundschaftsspiel abziehen, aber nicht bei einem Finale", sagte er und kündigte Ärger an. "Das hat ein Nachspiel. Denn das Markierungsspray ist selbst in der Bundesliga noch nicht eingeführt!"

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