Frau in Düsseldorf erstochen: Verdächtiger festgenommen

Eine 36 Jahre alte Frau wird auf einer Straße in Düsseldorf erstochen. Nach dem mutmaßlichen Täter Ali S. sucht die Polizei mit großem Aufwand. Nun klickten die Handschellen - in Andalusien, weit weg vom Tatort.

Düsseldorf/Sevilla (dpa) - Eineinhalb Wochen nach einer tödlichen Attacke auf eine Frau auf einer Straße in Düsseldorf ist der mutmaßliche Täter Ali S. in Spanien festgenommen worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Düsseldorf mit. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

Der Verdächtige soll die 36 Jahre alte Frau am Montag vergangener Woche verfolgt, heimtückisch angegriffen und erstochen haben. Der 44-jährige Iraner und sein Opfer hatten sich den Ermittlern zufolge gekannt: Die Frau hatte in unmittelbarer Nachbarschaft des Kiosks gewohnt, in dem der Mann arbeitete.

Die Polizei habe sehr früh gewusst, dass der Mann im Ausland war, dieses Wissen aber aus Ermittlungsgründen nicht veröffentlicht. Die spanische Polizei habe dann den genauen Aufenthaltsort des Mannes im Land herausgefunden, berichteten die Fahnder in einer Mitteilung.

Am Mittwoch um 13.30 Uhr hätten spanische Zielfahnder den Mann schließlich in Andalusien festgenommen. Sie seien in dem Fall von deutschen Ermittlern, unter anderem Zielfahndern des Bundeskriminalamtes, unterstützt worden. Nähere Details wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgeben. Die Tatwaffe - ein Messer - war in Düsseldorf nicht wieder aufgetaucht.

Tatmotiv könnte den Ermittlungen zufolge verschmähte Liebe sein. In einem von den Ermittlern als echt eingestuften Brief hatte der Iraner der Frau seine Zuneigung offenbart und sie gebeten, die Blockade seiner Telefonnummer aufzuheben. Ali S. ist nicht vorbestraft. Er war 2001 nach Deutschland gekommen.

Nach dem Tatverdächtigen war mit großem Aufwand und internationalem Haftbefehl gefahndet worden. Unter anderem war der Fall auch Thema in der ZDF-Fernsehsendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst». Zuvor hatte die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlicht.

Ein Passant war nach Angaben der Ermittler Augenzeuge der Bluttat geworden. Er habe auf der Straße Schreie gehört und sich umgedreht, berichtete der Zeuge später. Dabei habe er gesehen, wie der Mann im hellblauen Trainingsanzug auf die Frau eingestochen habe.

Der Augenzeuge hatte gemeinsam mit einem Radfahrer den flüchtenden mutmaßlichen Messerstecher verfolgt und ihn in einem Gebüsch aufgespürt. Mit dem Messer drohend sei Ali S. dann auf die Männer zugegangen, die daraufhin die Verfolgung abbrachen. Speziell ausgebildete Spürhunde der Polizei verloren die Fährte des Mannes in der Innenstadt.

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5Kommentare
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  • 3
    2
    DTRFC2005
    19.10.2018

    @Blackadder: Dieses mit zweierlei Maß messen, ist auch mir unverständlich, aber so weiß ich mit wem ich diskutieren kann.

  • 4
    5
    Blackadder
    19.10.2018

    Mir geht es darum, dass die Taten von Einheimischen ignoriert werden, weil man diese nicht politisch ausschlachten kann - weil es eben bei solchen Kommentaren NICHT um die Opfer geht.

  • 4
    4
    Deluxe
    19.10.2018

    @Blackadder
    Es ist schon erstaunlich, wie Sie die Realität ausblenden.

    Ich frage mich wirklich, wie man derart wirklichkeitsfremd sein kann, daß man die immer häufiger vorkommenden Messertaten von Migranten ignoriert.

    Die Messertaten der Einheimischen genügen doch wohl vollauf, oder ist Ihnen das Beispiel Geringswalde zu wenig?

  • 4
    4
    Blackadder
    19.10.2018

    Zum Beispiel gerade erst in Geringswalde bei Rochlitz. Aber wenn der Täter Deutscher ist, ist es eben nur ein Beziehungsdrama.

  • 5
    3
    Lesemuffel
    19.10.2018

    Es gehört wohl inzwischen zur täglichen Nachricht, dass jemand irgendwo in Deutschland erstochen wird. Man gewöhnt sich dran, niemand empört sich, weil man Gefahr läuft, als Nazi verunglimpft zu werden.



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