Panorama
"Freude-Maschine": So war die letzte Colbert-Show

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In den USA ist er eine Instanz - seine TV-Show wurde jetzt trotzdem abgesetzt. Stephen Colbert pur ein letztes Mal. Und der oft in der Show kritisierte US-Präsident Trump äußert sich auch.

New York.

Rund 1.800 Sendungen, elf Jahre Late-Night-TV: Stephen Colbert ist einer der bekanntesten Comedians in den Vereinigten Staaten von Amerika. Er prägte das Format der Nacht-Show, das auch das deutsche Fernsehen beeinflusste. Unfreiwillig moderierte er jetzt seine letzte Sendung "Late Show" im Sender CBS.

Die Late Show wurde in New York City produziert.
Die Late Show wurde in New York City produziert. Bild: Eric Acquaye/ZUMA Press Wire/dpa

Zu Beginn der gut einstündigen Live-Sendung aus dem Ed Sullivan-Theater am weltberühmten Broadway in New York platzierte Colbert (62) weder eine politische Spitze noch eine gegen den eigenen Sender, sondern - bedankte sich. Es habe ihm Freude bereitet, die Show präsentiert zu haben, sagte er in die Kameras. "Tatsächlich nennen wir diese Show die Freude-Maschine", sagte der 62-Jährige in Anzug mit Krawatte. Die Sendung verlief im Groben so, wie sie immer war: Der Comedian spießte an seinem Schreibtisch mit Kaffeetasse aktuelle Nachrichten auf, während seine Musik-Band die Show begleitete.

Statt Papst als letzter Talk-Gast: Beatles-Legende McCartney 

Mit dabei in dieser Abschiedsrunde waren Stars, Comedians und Promis. Im Publikum saß zum Beispiel Paul Rudd ("Ant-Man"), der Colbert Bananen anbot. Dieser hatte zu seinem Abschied eher auf eine goldene Uhr gehofft. Die Frage, was er nach der Show tun werde, kommentierte Colbert mit einem Wort: "Drogen". Die Showcrew tat zunächst so, als ob der Papst sein letzter Gast für ein Interview sein würde. Der sei aber unzufrieden mit der Auswahl der Hotdogs bei der Gästebetreuung gewesen, witzelte das Team. Dann kam tatsächlich: Beatles-Legende Paul McCartney. 

Die Beatles-Legende kam in die Show. (Archivbild)
Die Beatles-Legende kam in die Show. (Archivbild) Bild: Joel C Ryan/Invision via AP/dpa

Der Musikstar (83) plauderte mit Colbert über frühere Auftritte - und dann wurde es ein Stück weit politisch. McCartney sagte auf Colberts Frage, wie der Brite Amerika vor Jahrzehnten bei Auftritten wahrgenommen habe: "Als das Land der Freiheit, die größte Demokratie." Er schob nach: "Hoffentlich ist es das immer noch."

Spezialeffekt: Show wird am Ende zur Schneekugel

Das Ende der Show war Science-Fiction-inspiriert: Colbert wurde zunächst von einer Art grünem All-Loch aufgesogen. Ganz zum Schluss sang er wieder auf der Studiobühne mit McCartney den legendären Beatles-Song "Hello, Goodbye" aus den 1960ern. Dann kam wieder das grüne All-Loch - von Colberts Show blieb am Ende nur noch eine kleine Schneekugel übrig.

Colbert hatte die "Late Show" 2015 von David Letterman übernommen, der sie 1993 gestartet hatte. Im vergangenen Sommer hatte der TV-Sender CBS überraschend angekündigt, die Show abzusetzen, offiziell aus "rein finanziellen Gründen". Branchenkenner vermuten, dass der Sender aus Rücksicht auf US-Präsident Donald Trump gehandelt habe, der in der Sendung immer wieder scharf kritisiert wurde. 

Trump: Gott sei Dank ist er endlich weg!

Trump selbst ließ sich einen letzten giftigen Kommentar nicht nehmen: "Colbert ist endlich bei CBS weg. Unglaublich, dass er es so lange ausgehalten hat! Kein Talent, keine Einschaltquoten, kein Leben", wetterte der US-Präsident in einem Post auf seiner Plattform Truth Social. Und schrieb weiter: "Er war wie ein Toter. Man könnte irgendeinen Passanten von der Straße holen, und der wäre besser als dieser totale Idiot. Gott sei Dank ist er endlich weg!". (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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