Hybriden der Liebe

Weltweit sind drei Ebras bekannt - Die haben einen Esel als Vater und eine Zebramutter

Ein Eselhengst in einem Tierpark in Hessen hat eine Zebrastute im Nachbargehege mehr als nur begehrt. Selbst ein Zaun konnte das Tier auf dem Weg zu seiner Angebeteten nicht aufhalten. Der Esel - er war eben gar nicht eselig. Zielsicher fand der Hengst seinen Weg.

Das Ergebnis der Romanze ist ein wundervolles Ebraweibchen: der Kopf ähnelt dem des Eselvaters, die Beine - gestreift wie bei der Zebramutter. 29 Jahre lebte dieses Ebra in einem Tierpark im Odenwald, dann starb es 2009 eines natürlichen Todes. Nun steht es als Präparat im Naturhistorischen Museum Mainz.

Nachkommen aus Paarungen zwischen einem Zebra und einer anderen Pferdeart werden Zebroide genannt. Im vorliegenden Fall spricht man vom Ebra, weil der Vater, den man zuerst nennt, ein Esel und die Mutter ein Zebra war. Wenn der Vater ein Zebra gewesen wäre, nennt man es Zesel oder Zebresel. Zesel sind häufiger als Ebras. Während in Südafrika Zesel bereits in freier Wildbahn gesichtet wurden, sind weltweit nur drei Ebras bekannt. Der Grund liegt im aggressiven Paarungsverhalten der Zebras. Zebrastuten sind temperamentvoll, eitel: Sie lassen nicht jeden Esel ran.

Dem nun präparierten Ebra war nur eines naturgemäß verwehrt: Nachkommen. Esel und Zebras haben unterschiedliches genetisches Material, haben nicht dieselbe Chromosomenzahl. Dahinter steht allbekannte Biologie: Hybriden bleiben zeugungsunfähig. Das ist der Preis des Wundervollen, Preis des Außergewöhnlichen. (mit dpa) Eva Prase

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