Knigge am Rasenrand

Wie der Deutsche Fußballbund rabiaten Bambini-Eltern künftig Benehmen beibringen will

Die grüne Karte mit Benimmregeln für Eltern, die für ihre Kinder am Ball nur das Beste wollen.

Für Sie berichtet: Stephan Lorenz

Manche Eltern können in ihrer Vollzeit-Fürsorge anstrengend sein. Erzieherinnen, Lehrer oder Jugendtrainer können ein Lied davon singen. Das Beste, Schönste, Größte, drunter geht es nicht für die Sprösslinge. Helikopter-Eltern werden sie auch genannt, weil sie mit großem Getöse um ihre Lieblinge schwirren.

Mitunter können sie auch beim Fußball nerven - bei den Spielen der Bambinis. Soll schließlich jeder ein neuer Ronaldo oder Messi werden. Wenn es nicht klappt - am Talent des eigenen Nachwuchses liegt es sicher nicht. Weil Eltern am Spielfeldrand schon mal die gute Kinderstube vergessen, hat der Deutsche Fußball Bund (DFB) schon längst ein paar Regeln aufgestellt, um das Zicken, Schreien und Pöbeln in Grenzen zu halten. Ohne Schiedsrichter, mit einer gemeinsamen Coachingzone für beide Trainer und einer größeren Pufferzone zu den Zuschauern geht nichts mehr. Die Kinder sollen schließlich Freude am Kicken haben.

Das klappt aber nur bedingt, denn selbst 15 Meter Abstand zum Spielgeschehen hält einige Eltern nicht davon ab, ihre Kinder mit guten Tipps oder bösen Rufen zu beeinflussen. Pure Eitelkeiten und ehrgeizige Träume lassen jeden Fehlpass zum Anstoß von Raserei werden. Das Problem hat der DFB erkannt. Für den Spaß am Kinderfußball hat er 250.000 Fair-Play-Karten gedruckt und an die Vereine verteilt. Auf der Rückseite der grünen Karte sind fünf Verhaltenstipps für die Eltern formuliert. Zum Beispiel: "Vergnügen statt rügen", "Danken statt zanken", "Loben statt toben". Die Kleinen sollen diese Karte vor dem Anpfiff in den Ligen bis zu den E-Junioren an Papa und Mama verteilen. So auch am kommenden Wochenende.

Ob Reime tatsächlich beruhigend auf die Eltern einwirken? Bei Kindern wirkt es: Der einfache Paarreim bringt ja auch fröhliche Stimmung und Spaß in jedes Kindergedicht. Aber Fußball ist schließlich eine ernste Angelegenheit. Zumindest für manche Eltern.

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