Küstenwache gibt Suche nach Daniel Kaiser-Küblböck auf

Von dem im Meer vor Kanada vermissten früheren DSDS-Star Daniel Küblböck fehlt jede Spur. Die Küstenwache stellt die Suche ein. Die von ihm besuchte Schauspielschule weist Mobbing-Vorwürfe zurück.

Die Familie hofft auf ein Wunder, dass Daniel Kaiser-Küblböck vielleicht doch noch lebend gefunden wird.
Das Kreuzfahrtschiff «Aidaluna» am Ostseekai in Kiel.
Daniel Küblböck und Profitänzerin Otlile Mabuse in der RTL-Tanzshow «Let's Dance».
An der Schulter seines Mentors Dieter Bohlen lacht Daniel Küblböck im Mai 2003 zu Beginn einer Pressekonferenz zu «Deutschland sucht den Superstar».

Gregor Tholl und Michael Donhauser, dpa

Halifax (dpa) - Die intensive Suche nach dem in den Atlantik gestürzten Popsänger Daniel Kaiser-Küblböck ist nach gut einem Tag eingestellt worden. Die Schiffe in dem Seegebiet vor Kanada würden aber informiert und hielten weiterhin Ausschau, hieß es in einer Mitteilung auf der Website des früheren Fernsehstars.

«Wir, die Familie, Angehörige und engen Freude, hoffen auf ein Wunder!» Man bitte darum, auf Spekulationen rund um das Verschwinden Küblböcks zu verzichten und die Familie in Ruhe zu lassen. Man habe «derzeit keine Kraft, die Vorfälle zu kommentieren».

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag in der Labrador See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John's/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur beträgt dort nur etwa 10,5 Grad. Ohne Hilfe liegt die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden.

Der Kreuzfahrt-Veranstalter äußerte schon am Sonntag die begründete Annahme, dass der privat an Bord befindliche Kaiser-Küblböck gesprungen sei. Am Montag teilte Aida mit: «In dieser schwierigen Zeit sind wir mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten. Das AIDA Care Team ist in engem Austausch mit den Angehörigen, um ihnen in allen Fragen zur Seite zu stehen.»

Als Daniel Küblböck war der damalige Teenager mit der ersten Staffel der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) vor bald 16 Jahren berühmt geworden.

Die kanadische Küstenwache hatte am Montag ihre Suche nach dem Vermissten auch mit Unterstützung aus der Luft zunächst fortgesetzt. Am Mittag (Ortszeit/in Deutschland Montagabend) wurde die Suche dann eingestellt. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, teilte der Sprecher der Küstenwache in Halifax, Mark Cough, der Deutschen Presse-Agentur mit. Man habe zusammengerechnet 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. «Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden», sagte Cough.

Am Sonntag waren noch zwei Schiffe sowie ein Aufklärungsflugzeug und ein Hubschrauber im Einsatz. Über Nacht suchte nur ein Schiff der Küstenwache weiter. Von Aida hieß es am Montag, nach Anbruch der Dunkelheit am Sonntagabend (Ortszeit) seien die Kreuzfahrtschiffe von der Küstenwache aus der Suchaktion entbunden worden. «AIDAluna befindet sich jetzt auf dem Weg nach Halifax.»

Die zuletzt von Kaiser-Küblböck besuchte Berliner Schauspielschule wies am Montag Mobbing-Vorwürfe zurück. «Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück», hieß es in einer Erklärung der ETI Schauspielschule Berlin des Vereins Europäisches Theaterinstitut. «Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck.» In Gedanken sei man bei der Familie, den Freunden und Fans. Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Netz-Eintrag, in dem von monatelangem Mobbing an der Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nichts dagegen getan zu haben.

Einige Kritik erntete am Montag ein Statement von Musikproduzent Dieter Bohlen, der sich in einem bei Instagram geposteten Video «total geschockt» zeigte. Der DSDS-Chefjuror trug darin einen Kapuzen-Pullover, der ausgerechnet die Aufschrift «Be one with the Ocean» (Sei eins mit dem Ozean) hat. Später entschuldigte sich Bohlen dafür: «Das ist völlig falsch rübergekommen.» Wenn es falsch verstanden worden sei, «dann tut's mir wirklich wirklich leid».

Über Kaiser-Küblböck sagte der 64-jährige Bohlen: «Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen, was man so im Fernsehen gesehen hat, aber wenn er bei mir zu Hause war, gab es eben auch das totale krasse Gegenteil: Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals gewundert, wie unheimlich schnell das so hin und herging bei ihm.»

Kaiser-Küblböck, geboren im niederbayerischen Hutthurm in der Nähe von Passau, wurde im März 2003 Dritter bei DSDS - hinter Alexander Klaws und Juliette Schoppmann. Nicht zuletzt wegen seiner aufgeweckten und aufgekratzten Art bekam er damals viel Medienaufmerksamkeit.

Anfang 2004 war er dann auch in der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamps «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» einer der Teilnehmer. Damals wurde er in fünf von zwölf Ekel-Prüfungen geschickt. Sieger wurde damals Costa Cordalis.

Vor vier Jahren bewarb sich Kaiser-Küblböck vergeblich mit dem Lied «Be A Man» um die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Vor drei Jahren nahm er als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show «Let’s Dance» teil. Zuletzt lebte der 33-Jährige in Berlin und Palma de Mallorca.

10Kommentare
👍2👎0 Nixnuzz 12.09.2018 3.Versuch: Ich kann nix dafür, das wir im Schnitt 11.000 Selbsttötungen im Jahr haben, wobei Mobbing einen erheblichen Anteil hat. Ich verstehe die fp-Redaktion nicht, entsprechende Hinweise ständig in den Papierkorb zu kippen. Gerade "industrielles Mobbing" liegt den Arbeitgebern im Finanzplan, denn frustrierte depressive Mitarbeiter kratzen an der Leistungsschraube der Firma. Auch am Image. Wie sich Schulmobbing auswirkt überlasse ich anderen Neugierigen. Auf jeden Fall ist jeder Selbstgetöte einer zuviel. Aber wir leben halt in einer modernen Gesellschaft , in jeder sich selbst der Nächste zusein scheint. Und Hilfe zu bekommen weil man sich anders fühlt, ist auch eine Frage der Möglichkeiten. Ich hatte sie...
👍3👎1 aussaugerges 12.09.2018 Sensible passen eben nicht die Raubtiergesellschaft.
👍2👎3 Zeitungss 11.09.2018 @Nixnuzz: Und was ist mit den NICHT öffentlichen Menschen ????? Mobbing spielt in solchen Fällen auch keine Rolle, oder habe ich wesentliches verpasst ????? Ich bin noch lernfähig.
👍6👎2 Nixnuzz 11.09.2018 Ja - auch diese Menschen gehören mit ihren Empfindungen zu Deutschland. Nein - ich war und bin kein Fan von Ihm aber er ein "öffentlicher Mensch", dessen Ableben wohl so nicht sein sollte. Welches Mobbying wirkte auf Ihn ein und wer hat ihm Hilfe verweigert? Wieviel Umsatz wurde mit Ihm gemacht??
👍4👎4 Hinterfragt 11.09.2018 Ja @Zeitungss; so ist das.
Und genau die, welche sich damals über ihn abfeierten, als er sich bei DSDS zum Affen machte, heucheln jetzt die große Bestürzung ...
👍3👎3 Zeitungss 11.09.2018 Heute sind Details abrufbar, hoffentlich reicht die Übertragungskapazität im Netz. Einige Zeitungen werden sich sicherlich auch zu einer Sonderausgabe entschließen, denn der Brennpunkt nach der Tagesschau steht auch noch aus. Wer keine anderen Sorgen hat, darf sich draufstürzen.
@Hinterfragt, Sie haben zwar recht, allerdings will und soll ihr Thema in Deutschland niemanden interessieren und die bisherigen Roten wollen oder können meinen bisherigen Beitrag natürlich auch nicht verstehen. Mit solchen Umständen muss man ganz einfach leben
👍3👎3 Hinterfragt 11.09.2018 Thema gestern Abend auf alle Fernsehkanälen.
Über die Leute die nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen und deshalb Suizid begehen oder die Obdachlosen, die täglich auf den Straßen einfach so verrecken. spricht oder berichtet keine Sau!
👍5👎7 Zeitungss 10.09.2018 @Distelblüte: Wenn sich der Herr XY an den nächsten Baum hängt, warum auch immer, interessiert das keine S.... . Warum hier dieser mediale Auflauf ???? Sie müssen es nicht erklären, weil es nicht erklärbar ist. Irgendwelche Tratschzeitungen werden es schon vermarkten, schon wegen der Auflage, auch wenn es eigentlich keiner wissen will. Unter etwas Gescheites fällt dieser Vorgang mit Sicherheit nicht.
👍12👎4 Distelblüte 10.09.2018 @Hinterfragt: Ihr Kommentar lässt Anstand vermissen. Wenn Sie nichts Gescheites zu sagen haben, einfach mal nicht kommentieren.
👍5👎12 Hinterfragt 10.09.2018 In China sind 3 Säcke Reis umgefallen. Das sollte man auch mal mitteilen ...
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