Muuuh!

Warum so mancher beim "Weltknuddeltag" auch mal neue Wege beschreiten sollte

Der Januar ist lang und trist - Weihnachten, das Fest der Liebe, vorbei und der Frühling noch weit. Na ja, zumindest laut Kalender. Um dem bleiernen Jahresanfangsblues ein helles Licht entgegenzusetzen, erfand ein US-Pfarrer vor Jahren den "National Hug Day" - in Deutschland besser bekannt als "Weltknuddeltag". Der wird stets am 21. Januar gefeiert, da dieser Tag in der Mitte zwischen den Liebesfesten Weihnachten und Valentinstag liegt.

Diese Aufforderung zum herzlichen Kuscheln an grauen Tagen könnte in Zeiten der #MeToo-Debatte aber für so manche Komplikationen sorgen. Fremd- oder Spontanknuddeln ist damit in der Regel nicht gemeint. Auch gibt es viele einsame Menschen, die niemanden so einfach in den Arm nehmen können. Dabei braucht jeder Mensch Berührungen. Körperkontakt ist fast so wichtig wie die Luft zum Atmen.

Nun aber gibt es einen Trend, der eine Lösung bieten könnte: das Kuhkuscheln. Der neue Wellness-Hammer kommt aus den Niederlanden ("Koe-Knuffelen"). Viele Bauernhöfe dort lassen Touristen für ein paar Stunden mit ihren Tieren schmusen. Auch in der Eifel, im Sauerland und im Allgäu - überall da, wo es Kühe und einsame Landstriche gibt. Kühe mögen das angeblich, wenn sie von Menschen gestreichelt werden. Sie mögen die gewisse Frische, weil sie ein bis zwei Grad wärmer als Menschen sind. Geht übrigens auch mit Ochsen.

Kuhkuscheln ist mehr als eine nette Freizeitaktivität, so sieht es Therapeutin Angela Zimmermann. Die Begegnung mit Kühen hilft tatsächlich gegen Stress, weil das Wohlfühlhormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Tiergestützte Therapie ist sich da sicher. Das ständige Wiederkäuen der Kühe habe zudem etwas Meditatives. Na bitte. Aber jetzt nicht die nächste Kuh von der Weide schnappen. Manche Tiere mögen das Fremd-Gekuschel nämlich gar nicht - und werden richtig sauer.

Und an alle zweibeinigen Knuddel-Muffel: Heute ist auch "Weltjogginghosentag". Da wird's dann richtig gemütlich auf dem Sofa - auch ohne Kuscheln. Stephan Lorenz

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