Neue Dschungelcamp-Staffel ohne Lagerfeuer

Mit viel Gegenwind startet an diesem Freitag das «Dschungelcamp». Politiker und frühere Kandidaten hatten angesichts der verheerenden Buschbrände in Australien ein Aussetzen der Show gefordert. Doch RTL hält am bewährten Quotengaranten fest.

Köln (dpa) - Trotz verheerender Buschbrände in Australien startet RTL am Freitagabend (21.15 Uhr) erneut eine Staffel des Formats «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!». Die Ekelshow wird bereits zum 14. Mal aus dem australischen Dschungel übertragen und gehört trotz sinkender Zuschauerzahlen jedes Jahr zu den Quotengaranten des Kölner Privatsenders.

Vor Beginn der aktuellen Staffel hatten Politiker und Internetnutzer Kritik vorgebracht, dass es geschmacklos sei, die Unterhaltungsshow auszustrahlen. In Australien fürchten derzeit viele Einwohner um ihre Existenz, rund eine Milliarde Tiere sind laut Experten in den Feuern umgekommen. RTL will während der Staffel immer wieder auf die Thematik eingehen, das obligatorische Lagerfeuer wurde gestrichen.

Zu den zwölf Kandidaten, die im Camp Ekelprüfungen absolvieren müssen und sich vorwiegend von Reis und Bohnen ernähren, sind Schauspielerin Sonja Kirchberger («Die Venusfalle»), Ex-Boxer Sven Ottke und der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause. Die Buchmacher der Plattform «Wettbasis» prophezeien dem ehemaligen «Gute Zeiten, schlechte Zeiten»-Darsteller Raúl Richter die höchsten Chancen auf den Gewinn.

Richter hatte sich vor Beginn des Camps medienwirksam Gedanken darüber gemacht, ob es richtig ist, an der Unterhaltungsshow festzuhalten, wenn auf dem Kontinent die großen Feuer wüten. Er kündigte außerdem an, in der Show den Klimawandel thematisieren zu wollen.

Ein RTL-Sprecher betonte: «Wir nehmen die Situation in Australien sehr ernst. Wir haben uns auch mit teils direkt betroffenen australischen Crewmitgliedern ein persönliches Bild von der Situation gemacht. Die Buschbrände werden in der Sendung thematisiert.» In jedem Fall haben die Feuer Auswirkungen auf die Kandidaten, die nicht mehr am Lagerfeuer sitzen können, weil das aus Sicherheitsgründen durch einen Campingkocher ersetzt wird - zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Show.

Das Feuer spielte bislang eine wichtige Rolle in der von Daniel Hartwich und Sonja Zietlow moderierten Show. Es war viel mehr als nur die Kochstelle. Stets musste es nachts von mindestens zwei Campern bewacht werden, damit es nicht erlischt. So kam es dann oft zu den großen, tränenreichen Dschungel-Geständnissen oder fiesen Lästereien, die das Unterhaltungsformat ausmachen.

3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    Zeitungss
    11.01.2020

    Wie weit unten muss man angesiedelt sein, um auch nur eine Minute seiner Zeit einer solchen Sendung zu opfern ? Sollte ich mit meiner Meinung Außenseiter sein, lasst es mich wissen.

  • 5
    3
    Freigeist14
    10.01.2020

    Ich fürchte Urlaub@ ,das Gossen-TV kennt den Drang der treuen Zuschauer nach Nabelschau, Fremdschämen und Voyeurismus und wird trotzdem auf Sendung gehen . Aber natürlich mit schlechtem Gewissen und dem Dank an die Rettungskräfte ....

  • 7
    2
    Urlaub2020
    10.01.2020

    Der Sender zeigt uns das nur das Geld zählt und Die Menschen wer fragt nach Ihnen.was ist mit der Umwelt,was mit den Tieren..Einfach Ekelhaft !



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