Obacht Emma, Frieda kommt!

Beliebteste Vornamen: Es bleibt weiter fast alles beim Alten

Sachsen nennen ihre Babys gerne Emma oder Ben. Das ist keine Überraschung, denn sie tun das seit längerem. In Ahrensburg bei Hamburg zählt der Namensforscher Knud Bielefeld alle Jahre durch. Gerade kam seine Statistik für 2018 heraus. Auf der Hitliste stehen auch Hanna(h) und Paul, Mia und Emil, Lina und Finn. Alles im Trend, bundesweit ist es ähnlich. Etwas häufiger als anderswo kommen hierzulande Carls und Oskars, Claras und Friedas, Mathildas und Annis vor.

Der Name Ben kam in Deutschland seit den 1980er-Jahren auf, wahrscheinlich, weil er so kurz und knackig ist. Hingegen sieht Emmas Beliebtheitskurve auf Bielefelds Internetseite wie ein Waschtrog aus: Um 1890 stand Emma in Deutschland schon mal oben, auf dem ersten Platz der beliebtesten Frauennamen, fiel dann ziemlich steil ab und verschwand für Jahrzehnte in der Versenkung. Emma hießen damals nur die Dampflok von Jim Knopf und das Frauenmagazin von Alice Schwarzer, die dafür in den 1970ern extra zu dem eher unmodischen Namen griff, der obendrein sehr nach "Emanzipation" klang. Erst nach der Wiedervereinigung kehrten Omas Namen zurück, Emma voran. Gerade arbeitet sich auch Frieda vor.

Wie, Sie kennen zwar eine kleine Emma, aber keinen Ben? Nicht ungewöhnlich, sagt Knud Bielefeld, der Namensforscher. Die Zahl der inzwischen gebräuchlichen Vornamen ist groß, und schon zwei Prozent reichen, um die Spitze der Hitliste zu erobern. Früher, als es noch Thomasse und Sabines gab, kriegten sehr viel mehr Babys diesen Namen als heute Emma oder Ben. Beliebtheit ist eben auch nicht mehr, was sie mal war.

Übrigens, Mohammed liegt gerade auf Rang 67, zwischen Daniel und Theodor. Und wie sieht es mit Siri und Alexa aus? Wichtige Frage, denn wenn plötzlich viele Mütter oder Väter "Siri" und "Alexa" rufen, droht ein häusliches Chaos in der Sprachsteuerung des Internets. Aber keine Sorge, Entwarnung: Kaum eine Siri, wir sind ja nicht in Schweden, und Alexa liegt auf Rang 415. Nur 2002, lange vor Amazon Echo, hatte es Alexa in die Top-100 der Namen geschafft.

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