Passant in Augsburg auf offener Straße getötet

Auf dem Heimweg von einem Weihnachtsmarkt wird ein Mann vor den Augen seiner Frau von jungen Männern tätlich angegriffen und stirbt. Zuvor soll es Streit gegeben haben. Das Opfer war ein Feuerwehrmann.

Augsburg (dpa) - Der Mann war auf dem Heimweg vom Weihnachtsmarkt, als er vor den Augen seiner Ehefrau getötet wurde. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Passanten in Augsburg hat die Polizei sechs junge Männer festgenommen.

Haupttäter soll ein 17-Jähriger sein. Unter anderem haben Videoaufnahmen zu den Verdächtigen geführt. Nach dem Verbrechen am Freitagabend in der Innenstadt sollen insgesamt sieben junge Männer vom Tatort geflohen sein. Der Getötete war Feuerwehrmann. Er war mit seiner Frau und einem anderen Paar auf dem Heimweg vom Weihnachtsmarkt gewesen. Vor dem Angriff soll es einen Streit gegeben haben. Der Auslöser war jedoch zunächst unklar.

Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte: «Was mich wirklich aufgewühlt hat, ist, dass in Augsburg ein friedfertiger Bürger totgeschlagen wurde, schlichtweg totgeschlagen wurde. So etwas wühlt mich auf.» Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach den Angehörigen des Feuerwehrmanns sein Mitgefühl aus.

Keine 48 Stunden nach der Tat nahm Ermittler am Sonntagnachmittag zunächst den mutmaßlichen Haupttäter und einen weiteren Verdächtigen fest, wie die Polizei und das bayerische Innenministerium mitteilten. Vier weitere Festnahmen gab die Polizei am Abend bekannt. Es handele sich ebenfalls um junge Männer. Details dazu wurden nicht genannt.

Die Festgenommenen stehen in dringendem Verdacht, an der tödlichen Attacke auf den 49-Jährigen beteiligt gewesen zu sein. Beim mutmaßlichen Haupttäter handelt es sich nach Angaben der Behörden um einen in Augsburg geborenen 17-Jährigen mit deutscher und weiteren Staatsangehörigkeiten. Der zweite Festgenommene ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat eine südeuropäische Staatsbürgerschaft. Beide gelten als polizeibekannt, am Montag sollen sie beim Amtsgericht dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte die Augsburger Beamten: «Der schreckliche Angriff hat viele Menschen in Augsburg und weit darüber hinaus erschüttert. Umso wichtiger war der schnelle Fahndungserfolg der Augsburger Kriminalpolizei.»

Die 20-köpfige Ermittlungsgruppe der Kripo hatte mit Hochdruck die Videos von Überwachungskameras am Tatort ausgewertet. Am Montag wollen die Ermittler weitere Details bekanntgeben. Unter anderem war beispielsweise offen, weshalb es zum Streit und dann zur Tat kam.

Bei dem Toten, einem 49-Jahre alten Berufsfeuerwehrmann aus Augsburg, handelt es sich nach Angaben der Polizei wohl um ein Zufallsopfer. Zum Tathergang ist bisher nur bekannt, dass einer der jungen Männer aus der Gruppe dem Mann vor den Augen seiner Frau gegen den Kopf schlug. Der 49-Jährige stürzte und blieb am Boden liegen. Auch der 50-jährige Begleiter wurde geschlagen und im Gesicht verletzt, die Frauen wurden dagegen nicht angegangen. Notärzte versuchten noch, den 49-Jährigen wiederzubeleben - jedoch ohne Erfolg: Der Mann starb noch im Rettungswagen.

Nach der tödlichen Attacke herrschte in der Stadt am Wochenende Trauer und Entsetzen. Etwa 100 bis 150 Feuerwehrleute gedachten am Sonntag ihres getöteten Kollegen. Die Mitglieder der Berufsfeuerwehr fanden sich am Tatort, dem zentralen Königsplatz, zu einem stillen Gedenken ein. Kerzen wurden entzündet und Blumen niedergelegt. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) zeigte sich bestürzt über die Tat. Die Stadt sei Schauplatz einer folgenschweren Gewalttat geworden, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

9Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    5
    peggi
    10.12.2019

    DTR....: wenn die Herkunft egal ist kann man sie ja auch schreiben oder will man nur nicht das man was merkt?

  • 10
    5
    Matthias64
    10.12.2019

    DTRFC... Was für ein Schwachsinn. Als würden aus Akademikerfamilien in D keine Straftäter kommen. Im Übrigen kam der Terrorist Bin Laden aus einer "angesehenen" Bauunternehmerfamilie. Auch die Terrorflieger des 11.September waren größtenteils Studenten.

  • 6
    10
    DTRFC2005
    10.12.2019

    @mops0106 und @Einspruch: Die Nationalität ist EGAL. Allein die soziale Herkunft ist maßgebend. Und da können Sie von mir aus jedes Land auf der Erde hernehmen. Wenn das soziale Umfeld stimmt, wird man kaum Gewalttäter heran ziehen. Wenn es natürlich schon durch Gewalt, Respektlosigkeit usw. geprägt ist, kann dies für die weitere Entwicklung entscheidend sein. Wenn man auf die Nationalität abstellt, müsste man ja annehmen, das alle, außer Deutsche gewalttätig wären. Warum ich sage, außer Deutsche ? Ganz einfach, wer sagt, allein die Nationalität ist ausschlaggebend, erhebt sich über den Rest der Welt. Anders kann ich es mir sonst nicht erklären, warum viele nur dann etwas äußern, wenn die Täter auch nur im Ansatz ausländische Wurzeln haben.

  • 13
    5
    mops0106
    09.12.2019

    hier der Rest meines Kommentars:
    Ich behaupte auch nicht, dass alle deutschen Einwohner Unschuldsengel sind und Verbrechen nur von Menschen mit Migrationshintergrund verübt werden, aber die Scheuklappen müssen schon sehr groß sein, wenn man negiert, was besonders in den letzten Jahren schief läuft in Deutschland.

  • 13
    6
    mops0106
    09.12.2019

    @DTRFC2005:
    Die Herkunft ist wichtig. Die Jugendkriminalität und die Kriminalität sind in den letzten Jahren zurückgegangen. Überproportional gestiegen ist allerdings der Anteil von Tätern mit Migrationshintergrund. Veröffentlicht wurden diese Zahlen in den Statistiken des BKA. Diese Männer kommen oft aus Ländern, in denen Konflikte mit dem Messer geklärt werden bzw. das Recht des Stärkeren durch die Gruppe mit Gewalt durchgesetzt wird. Die Sozialisierung ist ca. mit den Pubertätsjahren abgeschlossen. Das die Integration von Menschen, deren Eltern/Großeltern z.T. vor Jahrzehnten in die BRD gekommen sind, zu einem nicht geringen Teil nicht gelungen ist, sieht man z.B. an der Clankriminalität, Ehrenmorden, Kinderehen...
    Die Attacke der Jugendlichen auf das elfjährige irakische Mädchen verurteile ich. Auch hier ist bei der Sozialisierung und der Erziehung und dem Vermitteln von Werten etwas schief gegangen. Gewalt jeglicher Art, falls sie nicht der Abwehr/Notwehr dient, ist zu verurteilen.
    Ich behaupte auch nicht, dass alle deutschen Bewohner dieses Landes

  • 12
    7
    Einspruch
    09.12.2019

    Die Nationalität ist eben nicht egal beim auffälligen Verhältnis zwischen Anteil an Bevölkerung und Straftaten. Sie ist auch nicht egal bei der Häufigkeit brutaler Gewalt und dem Hinwegsetzen über rechtsstaatliche Normen.

  • 7
    15
    DTRFC2005
    09.12.2019

    @mops0106: Sie machen mich auch gerade wütend. Es ist doch bitte schön völlig gegenstandslos welche Nationalität die Täter haben. Was sagen Sie zum Beispiel zu der Gruppe Jugendlicher, die ein Mädchen auf Grund Ihrer Herkunft attackiert haben. Immer wieder der selbe Tenor, immer wieder die selben Kommentatoren, die einfach nicht begreifen wollen, das jede Tat eine Zuviel ist, sich aber stets nur dann echovieren, wenn die Täter auch nur einen Hauch ausländischer Wurzeln besitzen.

  • 16
    7
    mops0106
    09.12.2019

    Mein Mitgefühl gilt der Frau und den anderen Familienangehörigen des Getöteten.
    Es macht mich unfassbar wütend, was seit ein paar Jahren in unserem Land abgeht.
    In den Nachrichtensendungen des ÖRR wurde über diesen Totschlag zwar diesmal berichtet, aber die Tendenz der Berichterstattung zeigt sich im Weglassen. Es wurde dort von einer Gruppe junger Männer gesprochen. Nationalitäten wurden nicht genannt, obwohl diese da schon bekannt waren. Wenn es keine Videoaufnahmen geben würde und die Feuerwehrmänner nicht öffentlich getrauert hätten, hätte es dieses neuerliche Verbrechen wahrscheinlich nicht in die bundesweiten Meldungen "geschafft". Ich hoffe, dass die Täter der Gesetzeslage entsprechend die höchstmögliche Strafe erhalten und nicht wieder gesagt wird, dass es sich um psychisch kranke Menschen handelt, die nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Nach Verbüßung ihrer Strafen müssen diese Personen des Landes verwiesen werden. Der eine Mann hat ja außer der deutschen weitere Staatsangehörigkeiten, so dass er ja "die freie Auswahl" hat.

  • 16
    8
    Pelz
    09.12.2019

    Die Täter? Die üblichen "jungen Männer"...



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