Spuren-Auswertung im Fall Rebecca dauert

Eine Hundertschaft Polizisten und Leichenspürhunde haben vergangene Woche nach der Leiche von Rebecca gesucht - ohne Erfolg. Seit Dienstag hat die Polizei eine neue Stelle im Blick. Experten des THW sollen helfen.

Berlin (dpa/bb) - Bei der Suche nach der verschwundenen Berliner Schülerin Rebecca hat die Polizei am Mittwoch ihren Einsatz in einem Brandenburger Waldstück fortgesetzt.

Mitglieder der Mordkommission, Kriminaltechniker sowie 14 Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) waren bei dem Ort Rieplos 50 Kilometer südöstlich von Berlin im Einsatz, wie ein Polizeisprecher sagte. Diesmal wurde der Einsatz noch vor Einbruch der Dunkelheit am späten Nachmittag eingestellt. Wie es weitergehe, sei noch nicht entschieden, hieß es.

Zu Ergebnissen der Aktion hielt sich die Polizei bedeckt. «Am Dienstag wurden am Ort Spuren gesichert. Die Auswertung dauert an», sagte eine Sprecherin. Kriminaltechniker hatten den Boden am Waldrand untersucht. Einsatzkräfte hielten auch eine Abbildung, vermutlich von Reifenspuren, zum Vergleich in der Hand.

Die Anwältin des tatverdächtigen Schwagers legte laut einem Medienbericht Haftbeschwerde ein. Die «Bild»-Zeitung beruft sich auf Kreise in der Staatsanwaltschaft. Der Sprecher der Anklagebehörde, Martin Steltner, sagte am Mittwochabend, er äußere sich dazu nicht. Bei einer Haftbeschwerde prüft das nächsthöhere Gericht, ob die Voraussetzungen für einen Haftbefehl vorliegen und ob die Entscheidung des Ermittlungsrichters richtig war. Die Anwältin des in Untersuchungshaft sitzenden Schwagers wollte sich ebenfalls nicht dazu äußern.

Am Mittwoch setzten THW-Kräfte beim Einsatz im Waldgebiet ein Bodenradargerät ein, wie ein Fotograf berichtete. Damit kann man Auffälligkeiten im Erdreich erkunden. Kräfte vom THW Steglitz-Zehlendorf, deren Einsatzwagen am Dienstag vor Ort standen, waren nach Angaben auf der eigenen Internetseite kürzlich auch in Niedersachsen bei der Suche nach der Leiche einer vermissten Frau in einem Wald beteiligt. Die sogenannte Messtechnische Ortungsgruppe suche mit technisch-elektronischen Geräten nach verschütteten Menschen und vermissten Personen.

Unterdessen hat Rebeccas Mutter von einer Internetbekanntschaft ihrer Tochter gesprochen. «Es gab da wohl tatsächlich jemanden. Einen Max oder Maxi», sagte die Frau nach einem Bericht der Zeitschrift «Bunte» (Online-Ausgabe) vom Mittwoch auf die Frage, ob die Jugendliche vielleicht einen Mann im Internet kennengelernt habe und dies für sich behalten wollte.

Ob die Mutter auch der Polizei von ihrem Verdacht berichtete, ist unklar. Man werde Einzelheiten, die die Angehörigen in Medien äußern, nicht kommentieren, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Spekulationen, dass Rebecca möglicherweise jemanden treffen wollte, hatte es auch seitens ihrer Familie schon früher gegeben.

Die Polizei verdächtigt Rebeccas Schwager eines Tötungsdelikts, er sitzt in Untersuchungshaft. Die Angehörigen der Vermissten hatten indes mehrfach in Interviews bekräftigt, sie hielten den 27-jährigen Deutschen für unschuldig.

Die Mordkommission wertet derzeit weiter die insgesamt 1300 Hinweise aus, die in den rund drei Wochen seit Rebeccas Verschwinden eingingen.

Etwa zwei Kilometer nördlich des derzeitigen Suchorts Rieplos verläuft die Autobahn von Berlin nach Frankfurt (Oder). Dort war das Auto des verdächtigen Schwagers am Tag des Verschwindens und am nächsten Tag erfasst worden.

Bereits von Donnerstag bis Samstag hatten eine Hundertschaft Polizisten sowie Experten mit Leichensuchhunden großflächig einen Wald bei dem Ort Kummersdorf durchkämmt. Gefunden wurde nichts. Im Vergleich dazu wirkte die aktuelle Suche gezielter.

Rebecca war am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers. Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ, sondern getötet wurde. Öffentlich begründeten Ermittler dies etwa mit einer Analyse der Router-Daten und Rebeccas Telefonverhalten. 

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