Stinknormal

Warum Heringe viel Luft ablassen

Bei diesem Thema hält sie sich wohl jeder vorsorglich gleich die Nase zu: Flatulenz, also Blähungen. Zum Pupsen an sich wäre viel zu sagen - ganz menschlich gesehen. Angeblich tut es jeder im Schnitt zehn Mal am Tag. Statistik ist unerbittlich. Zwei Forscher aber haben jetzt die Vielfalt der Flatulenzen bei Tieren entdeckt. Dabei denkt der Mensch an pupsende Kühe, die mitverantwortlich sind für den Klimawandel, oder an pflanzenfressende Dinosaurier, die durch ihre Mega-Blähungen die prähistorische Welt zerstörten. Klimakiller mit Luft im Bauch.

Auf die weniger negativen Aspekte weisen Nick Caruso vom Virginia Polytechnic Institute in Blacksburg (USA) und Dani Rabaiotti vom University College in London in ihrem Buch "(p)oops! - Erstaunliches zur tierischen Flatulenz" hin. Darin geht es um die unterschiedlichen Funktionen der tierischen Winde. Alles begann mit der Frage, ob "Schlangen pupsen können". Ja, können sie. Das große Interesse an dieser Frage bei Twitter war der Auslöser für das Buch. Vor allem Kinder haben an dem Thema ihren Spaß, bestätigten die beiden Forscher.

Heringe etwa pupsen, um sich zu verständigen: Einige Heringe schlucken Luft an der Wasseroberfläche, speichern sie in der Schwimmblase und geben Gas über den Analausgang wieder ab. So entstehen Pupse in einer sehr hohen Frequenz. Diese dienen der Kommunikation im Schwarm, und je größer der Schwarm ist, umso häufiger pupsen die Heringe. Der Sandhai schluckt Luft und speichert sie im Magen, um Auftrieb zu bekommen. Will er auf den Meeresboden sinken, lässt er die Gase durch den Hinterausgang ab. Ähnlich machen es die Seekühe. Vögel können es nicht, auch Frösche nicht. Sie quaken zwar, was das Zeug hält, aber pupsen? Nein, hintenrum fehlt es ihnen an Spannkraft.

Faultiere gehören zu den wenigen Säugern, die nicht pupsen. Sie verdauen sehr langsam, und das dabei entstehende Methan wandert von dem Darm ins Blutsystem und gelangt durch den Mund nach draußen. Igittigitt: Eine Option für die feine Gesellschaft ist das aber auch nicht. Wer will denn schon ein Faultier sein? Stephan Lorenz

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