Tschiiiesss! Wie einem das perfekte Lächeln gelingt

Immer nur lächeln, immer vergnügt - das geht nicht. Weil wir in keinem Operettenland leben, in der Regel keine Clowns zum Frühstück essen und beim Abendbrot manchmal richtig froh sind, nicht länger lächeln zu müssen. Berufsbedingt, als Verkäufer zum Beispiel, sind wir oft dazu gezwungen. Lächeln strengt an, macht Mühe. Doch meist lohnt es sich, das mimische Muskelspiel rund um Mundwinkel und Augen.

Cheese! Sprich: Tschiiiesss - ist englisch und heißt: Käse. Damit kriegen wir das perfekte Fotolächeln hin. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten sehen wir einen Mund, der sich künstlich breit macht. Lippen, die sich bis zum Anschlag spannen. Eine Zahnreihe, die uns zum Pferd werden lässt. Ein Lächeln, das ehrlich wirkt, sympathisch, selbst wildfremde Menschen miteinander verbindet - das geht anders. Aber wie?

Die Ausrichtung der Mundwinkel, die Ausdehnung der Lippen - und vor allem: die Zähne. Das sind die Kriterien, die über ein perfektes Lächeln entscheiden. Das haben Psychologen der Universität von Minnesota in den USA festgestellt. Sie zeigten 800 Menschen am Computer eine Reihe lächelnder Gesichter. Und baten um ein Urteil: Gefällt mir - oder gefällt mir eher nicht. Daraus folgt: Am besten wenig oder gar keine Zähne zeigen. Wirkt aggressiv, angriffslustig, bissig. Die Mundwinkel nicht zu weit nach oben ziehen. Signalisiert: Ich bin hier der Boss!

Dominanzlächeln - so nennen das die Forscher. Abschätzig, gönnerhaft kommen auch jene rüber, die ihr Lippenspiel einseitig spielen. Also immer schön symmetrisch! Und - ganz entspannt - Zurückhaltung üben, weniger ist mehr. Dann kriegt man es hin, das perfekte Lächeln, das unser Gegenüber entwaffnet und uns zur Mona Lisa macht.

Uff! Also wir üben das nochmal. Mundwinkel einen Millimeter weiter nach unten, aber beide gleichzeitig. Lippen lockern. Zähne nicht aufeinanderpressen. Wahre Perfektionisten weiten noch ihre Augen - für einen offenen Blick. Ob man all das wirklich lernen kann? Nein. Lächeln wurde dem Menschen nicht beigebracht, es ist ihm angeboren. Entweder man meint es ehrlich oder nicht. Alles andere ist Käse. Also Tschiiiesss!

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