Umweltminister fordern Klarheit zum Umgang mit Wölfen

Der Wolf breitet sich in Deutschland aus - das führt zu Problemen mit Schafhaltern und macht vielen Menschen Angst. Wenn die Umweltminister der Länder diese Woche in Hamburg zusammenkommen, steht der Wolf auf der Tagesordnung. Was macht die Bundesregierung?

Berlin/Hamburg (dpa) - Vor einem Treffen der Länder-Umweltminister fordern Schleswig-Holstein und Niedersachsen vom Kanzleramt eine eindeutige Linie zum Umgang mit Wölfen.

«Es müssen endlich klare Rahmenbedingungen für den Artenschutz des Wolfs einerseits und den Schutz von Nutztieren vor seinen Übergriffen andererseits geschaffen werden», sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Sein niedersächsischer Ressortkollege Olaf Lies (SPD) sagte: «Es ist in Berlin lange genug darüber gestritten worden, wie mit dem Wolf umzugehen ist. Wir brauchen in den Ländern jetzt klare Antworten.»

Der Bund müsse sagen, ab welcher Anzahl Wölfe nicht mehr im Bestand gefährdet seien, sagte Lies. Auf diese Frage sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Mittwoch im Bundestag, einen genauen Zahlenwert dafür könne man «jetzt noch nicht» angeben. Von einem guten Erhaltungszustand sei man aber noch «weit entfernt», das werde EU-weit nach festen Regeln festgestellt.

Am Donnerstag und Freitag treffen sich die Umweltminister der Bundesländer in Hamburg. Bauernverbände und Schäfer wollen dann vor dem Tagungsort demonstrieren und auf Probleme mit dem Wolf aufmerksam machen. Schulze und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) können sich seit Monaten nicht auf Regeln einigen, wann genau Wölfe abgeschossen werden dürfen. Das Kanzleramt soll vermitteln. Das Thema sei «Chefinnen-Sache», sagte Schulze und zeigte sich zuversichtlich, dass gemeinsam mit der Kanzlerin eine Lösung gefunden werde.

Der Wolf ist in der EU geschützt und darf nicht gejagt werden. Nur Wölfe, die mehrfach Zäune überwinden und großen Schaden anrichten, indem sie zum Beispiel Schafe töten, dürfen schon jetzt abgeschossen werden. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist derzeit laut «Osnabrücker Zeitung» je ein Wolf zum Abschuss freigegeben. Umstritten ist unter anderem, inwiefern die Tiere auch vorbeugend getötet werden dürfen.

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) forderte, die Minister müssten auf der Konferenz ein konsequentes Wolfsmanagement auf den Weg bringen. Zu dem Bündnis gehören nach eigenen Angaben unter anderem der Deutsche Jagdverband und der Deutsche Bauernverband. «Die bisherige Wolfspolitik bestand im Wesentlichen darin, Probleme mit dem Wolf zu verharmlosen, die Bestände des Wolfes kleinzureden und die Weidetierhalter mit vermeintlich sicheren Herdenschutz-Maßnahmen und Ausgleichszahlungen hinzuhalten», sagte der AFN-Vorsitzende Max Freiherr von Elverfeldt. «Diese Politik ist gescheitert und von der Realität überholt.» Das AFN fordert wolfsfreie Zonen in Deutschland. Demnach sollen in sogenannten Ausschlussarealen territoriale Wolfsrudel nicht geduldet werden.

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2Kommentare

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    Tauchsieder
    09.05.2019

    Das Kanzleramt und die Wölfe: - Rechts Schnee, links Schnee, in der Mitte Alexej und die Wölfe (gejaul).
    Für Alexej müsste Merkel eingesetzt werden, dass würde aber diese Reim "versauen", wie so vieles.
    Die Schäfer haben Probleme mit den Wölfen, komischerweise gab es von der Gegenseite bis heute keine Beschwerden. Außerdem, warum sollte das Kanzleramt darüber befinden, hier wäre der UN-Sicherheitsrat gefragt.
    Einfach nur lächerlich !

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    2
    cn3boj00
    08.05.2019

    Wenn die Umweltminister doch endlich mal Klarheit zum Umgang mit unserer Landschaft fordern würden! Das Artensterben schreitet gravierend voran, und hier wird über eine einzig Tierart jahrelang disputiert.



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