Voll bekoffert: Weshalb ein Trolley mehr als nur ein Trolley ist

Ein Koffer ist ein Koffer ist ein Koffer. Das war einmal. Vor etwa 30 Jahren hat Robert Plath, ein US-Pilot, der sein Gepäck nicht mehr herumschleppen wollte, an einen Koffer zwei kleine Räder montiert. So fiel es ihm leichter, sich mit dem schweren Teil zu vertrollen. Der Trolley war erfunden. Wenig später arbeitete Plath nicht mehr als Pilot, sondern war ein Koffermultimillionär.

Ein Trolley ist ein Trolley ist ein Trolley. Und noch viel mehr - für die hochmobile Gesellschaft: Nun haben den Rollkoffer 10.000 Menschen, die ein Online-Reiseportal befragte, zur wichtigsten Innovation der letzten beiden Jahrzehnte gekürt. Nahezu die Hälfte der Befragten möchte im Urlaub auf den Trolley nicht verzichten. Platz eins also für die Pilotenidee - noch vor Google Maps, dem Internet-Landkartendienst, und der Digitalkamera.

Ein Koffer ist ein Koffer ist ein Koffer. Denkste. Auch wenn das, was für den Lateiner der "cophius" war, ein Weidenkorb, die Erfindungen des digitalen Zeitalters überflügelt hat - mit realen Rädern, einem praktischen Teleskopgriff sowie zwei Hartschalen -, so rollt und rollt und rollt er doch immer weiter in die Zukunft. Und die ist smart.

Ein Trolley von heute darf alles, nur eines nicht: stehen bleiben, sich nicht weiterentwickeln. So hat das "smarte Reisegepäck für moderne Nomaden" (Zitat aus dem Werbe- poesiekoffer eines Kofferverkäufers) natürlich einen USB-Anschluss mit integrierter Power-Bank (übersetzt: eingebauter Akku samt Ministeckdose), damit das Smartphone oder Tablet allzeit und überall wieder Saft tanken kann - und die Furcht des Reisenden sich mindert, in der Pampa plötzlich offline zu sein.

Ein kompetenter Koffer wiegt sich mit ausgeklügelter Sensortechnik nicht nur selbst - und meldet Übergewicht. Er weiß zudem, wo er steht. Und wohin die Reise geht. Dank GPS-Tracking. Heißt: Hat man noch einen Koffer in Berlin, den man vergaß oder der abhanden kam, funkt das smarte Innenleben den aktuellen Standort ans Smartphone des Besitzers. Sollte dessen Handy allerdings im Koffer sein, wäre das eine Systemimplosion. Also blöd. So blöd, dass man's wohl keinem erzählen kann, ohne übelst bekoffert zu werden.

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