Wirtschaftsfaktor Wurst

Warum die Thüringer an einem stürmischen Tag im März die Grillsaison eröffnen

Bratwurst - da denken wohl die meisten entweder an Weihnachtsmärkte oder ans Grillen in einer lauen Sommernacht. Die Thüringer sehen das offensichtlich anders. Sie haben bei Regen und Temperaturen um die sieben Grad am Samstag mit dem Bratwurstspektakel "Rostkultur" in Erfurt die Grillsaison offiziell eröffnet.

Dass das mitten im März zelebriert wird - und das schon zum 14.Mal¨ -, hat weniger masochistische, sondern vielmehr wirtschaftliche Gründe. Denn die Bratwurst ist nicht nur Nationalspeise der Thüringer, sie ist auch ein Wirtschaftsfaktor, seit die EU sie 2003 als regionale Spezialität anerkannt hat. Seitdem kann sie nur so genannt werden, wenn sie in Thüringen unter Einhaltung bestimmter Vorgaben produziert wurde. Und damit hat sich die Jahresproduktion der Würste von ursprünglich etwa 20.000 Tonnen pro Jahr auf rund 42.000 verdoppelt. "Plagiate wurden mehr und mehr durch das Original abgelöst", verkündete denn auch der Geschäftsführer des Herkunftsverbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch, Uwe Keith. Es müssten kaum noch Abmahnungen verschickt werden. 2018 habe es gerade mal zwei Fälle in Norwegen gegeben, die aber eher auf Informationsdefizite und nicht auf bewusste Fälschungen zurückzuführen seien.

Für Fake hält ein älterer Herr dagegen das Bratwurstspektakel in Erfurt. Er diktiert Journalisten in den Block: "Die ganze Veranstaltung stimmt hinten und vorne nicht. Angrillen? Gibt's hier nicht. Ein echter Thüringer grillt immer". (mit dpa)

 

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    1
    Zeitungss
    18.03.2019

    Keine Angst, kommt noch.

  • 5
    1
    Hinterfragt
    18.03.2019

    Mich wundert es, dass bisher noch niemand auf den Trichter gekommen ist den Deutschen das Grillen, aus "Umweltschutzgründen" (CO2, Feinstaub, Stickoxide) zu verbieten...
    Und die fallen an, egal ob Kohle, Gas oder Elektrisch.



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