Wolfgang Lippert: Leistungen der Ostdeutschen mehr würdigen

Berlin (dpa) - TV-Moderator Wolfgang Lippert hat drei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung um mehr Verständnis für die Leistung der Menschen im Osten geworben. «Als Alt-Bundesländler sollte man sich mal vorstellen, wie schwer es für ganz viele Menschen war, diese Einheit vor 30 Jahren zu vollziehen; auf den beruflichen und persönlichen Lebenswegen. Mit Berufsgruppen, die komplett weggefallen sind und Firmen, die es einfach nicht mehr gab», sagte der 68-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. «Der Bürger Ost musste da ganz schön elastisch sein bei diesen Dingen.»

Lippert, einer der bekanntesten TV-Entertainer in der DDR und nach dem Mauerfall unter anderem Moderator der Sendungen «Der Große Preis» und «Wetten, dass..?», sagte mit Blick auf die Wiedervereinigung: «Wenn man bei dem Wortstamm bleibt, dass sich da welche vereinigen im besten Sinne des Wortes, dann ist es ja bei Liebenden so: Es ist schön, wenn sie vorher schmusen. Und wir haben an einigen Stellen vergessen, miteinander zu schmusen, weil es alles viel zu schnell ging.»

Und: «Wir waren als Ossis immer wahnsinnig neugierig auf den Westen, haben ihn immer bewundert. Wir haben es wahrscheinlich den Westbürgern damit leichter gemacht, dass die sich ganz prima fanden. Jetzt müssen die erst mal gucken, dass alle prima sind.»

77 Kommentare
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    Nixnuzz
    14.09.2020

    @Freigeist14: Bei den vielen Berichten zu unterschiedlichen Demonstrations-Punkten blieb eine Squenz bei mir hängen, in der lautstark nach Putin gerufen wurde. Ich meine es war in Berlin. Viele waren es nicht. Irgendwo waren allerdings die Trump'schen Freunde auch unterwegs. Ob Trump noch genügend deutsch versteht weiß ich nicht..im Gegensatz zu Putin...

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    Freigeist14
    14.09.2020

    Nixnuzz@ mit Ihrem Putin - Bonmot haben Sie sich selber in die Vorurteils-Schablone zurück gebeamt , die Sie so vehement beklagen : Was die Benennung der Verwerfungen des "Aufbau Ost" mit Pegida-Leuten und deren "Putin hilf !"-Schildern zu tun hat , können Sie gern näher erläutern . Aber sonst dürfte bekannt sein , daß die neuesten Boykott-Aufrufe gegen Russland vor allem die ostdeutsche Wirtschaft treffen könnten .

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    klapa
    14.09.2020

    Nehme den Inhalt Ihres letzten Beitrages zur Kenntnis und bejahe ihn prinzipiell.

    Gehöre weder zu denen, die immer wieder Andere für das eigene Versagen verantwortlich machen bzw., wie Sie berechtigt monieren, ein Mosaiksteinchen als Gesamtbild verkaufen wollen.

    Wir sind bei allen Entscheidungen, die wir in unserem Leben getroffen haben, dabei gewesen. Manches waren auch erzwungene Züge, würde man im Schach sagen, sowohl in persönlichen Krisen- als auch in gesellschaftlichen Umbruchsituationen.

    Bestimmte Erfahrungen prägen bestimmte Denkweisen. Man sollte verallgemeinern, wo es erforderlich bzw., notwendig scheint. Man sollte es unterlassen, wenn es zu falschen Schlussfolgerungen führt.

    Und wenn wir wissen, wo wir herkommen, sollten wir auch wissen, wo wir hinwollen.

    Dabei kann auch das Schwimmen gegen den Strom helfen, das bis zur Quelle (der Erkenntnis) führen kann.

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    Nixnuzz
    14.09.2020

    @klapa: "Und die waren im Osten insgesamt für die Menschen unbefriedigend!!" Sehe ich und nötigt mir gehörigen Respekt ab. Nur sollte die Leben in den alten Nicht-Mitteldeutschländern nicht ständig disqualifiziert werden. Rosinen an Missständen herauspicken und dies als Gesamtaussage hinstellen, empfinde ich nicht mehr zeitgemäß. Wird aber gerne weiter gepflegt. Ist das nötig oder dient welchem Ziel? Soll Putin als Erlöser gerufen werden?

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    klapa
    13.09.2020

    Nixx, der Grüne ist von mir.

    Ich rede hier ausschliesslich von dem, was ich erlebt habe. Ob ich daneben greife, kann eine andere Person nicht beurteilen, weil sie mein Leben nicht kennt.

    Mir ist bekannt und ich erkenne an, dass in beiden Teilen DE's sehr intensiv und mit großem Fleiß bei sehr unterschiedlichen materiellen Voraussetzungen gearbeitet wurde, um die Folgen des Krieges zu überwinden.

    Bei unterschiedlichen Bedingungen muss man auch ein unterschiedliches Ergebnis erwarten. Das sind einfach Tatsachen.

    Und die waren im Osten insgesamt für die Menschen unbefriedigend!!

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    Nixnuzz
    13.09.2020

    Uuupps..Fehlgriff. Die BRD war ja nicht nur ein "Alt-Nazi-geführter" Rechtsstaat sondern ganz simpel auch ein Bauern- und Arbeiterstaat. Es gab Kohle über und unter Tage, Holz, teilweise Erze, Korn am Stiel oder in Flaschen, versch. Ureinwohner und eloquente Ostflüchtlinge. Männer mit Schraubstöcken als Hände, passende Frauen am Herd und in Haus und Garten. Bonn mit Rosengarten für das Land war weit, weit, weg. Mit Erinnerungen und Erkenntnissen zum 1. Weltkrieg plus altem Material aus der Zeit aber ohne Geld war ein Leben möglich. Wir hatten eine funktionierende Dampfeisenbahn. Mindestens 3 Besatzungsmächte mit zeitweisem Einfluß in die regionale Ortspolitik. Also ab welchem Stichdatum hätten sie gerne den Bremspunkt? Und glauben Sie, das Ihre Frage öffentlich dann publiziert worden wäre oder der Selbstdisziplin zum Opfer gefallen wäre?? Vielleicht würde das "Zwischen-den-Zeilen-lesen" zu erneuter Blüte kommen?

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    klapa
    13.09.2020

    'Der Bürger Ost musste da ganz schön elastisch sein bei diesen Dingen.'

    Die Frage, ob man diese Elastizität dem Westbürger hätte zumuten dürfen, ist natürlich rein rhetorischer Natur.

    Aber stellen darf man sie trotzdem.

    Zumal man sich im Westen auch kaum einen Kopf darüber gemacht hat, was mit diesem Begriff an 'Elastizität' für den Ostdeutschen alles verbunden war.