Panorama
Zivilcourage rettet Leben – XY-Preis für Helfer verliehen

Drei Freunde stoppen eine Vergewaltigung, eine Pflegerin rettet eine durch 49 Messerstiche verletzte Frau. Immer wieder gibt es Gewalttaten, bei denen Helfer eingreifen.

Berlin.

Die Täter sind gewalttätige Männer, die Opfer Frauen, die von diesen Männern schwer verletzt wurden. Nur durch das mutige und schnelle Eingreifen von Zeugen und Helfern konnten in drei Fällen noch schlimmere Verletzungen oder der Tod verhindert werden. Diese Helfer wurden am Abend in Berlin mit dem "XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen" der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" ausgezeichnet. 

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) würdigte die Zivilcourage und die Tatkraft der Zeugen: "Der XY-Preis zeigt, dass jeder Einzelne mit seinem Handeln einen entscheidenden Beitrag leisten kann. Dieses Engagement ist das Fundament unseres Zusammenlebens und verdient höchsten Respekt und Anerkennung." Die Preisträger sind am 26. November ab 20.15 Uhr in der Livesendung zu Gast. 

Vergewaltigung knapp verhindert

Drei Freunde verhindern im ersten der ausgezeichneten Fälle eine Vergewaltigung. In Frankfurt/Main hören sie im Mai 2023 in den frühen Morgenstunden panische Hilferufe. Eine 27-jährige Frau ist überfallen worden, der Täter hat sie bereits zu Boden gestoßen und versucht, sie zu vergewaltigen. Das Opfer wehrt sich, doch der Mann ist stärker. 

Die drei Freunde - zwei junge Männer und eine junge Frau - sind in der Nähe des Tatortes und greifen ein. Als der Täter sie bemerkt, flüchtet er. Einer der jungen Männer verfolgt ihn, die junge Frau kümmert sich um das Opfer. Der zweite Mann eilt seinem Freund hinterher, sie rufen die Polizei an. Fast eine Viertelstunde lang sind sie dem Täter auf den Fersen, bis schließlich die Polizei eintrifft und den Mann festnimmt. Das Opfer hat schwere Kopfverletzungen erlitten. Der 35-jährige Täter, ein polizeibekannter Sexualstraftäter, wird verurteilt. 

49 Messerstiche gegen Ex-Freundin

Im zweiten Fall greift eine Pflegerin im Mai 2024 in Verden (Niedersachsen) mutig ein, als sie auf der Straße sieht, wie ein Mann auf eine Frau einsticht. Sie fährt mit ihrem Auto auf den Mann zu, doch der Täter lässt nicht ab. Sie wirft mit Gegenständen - ohne Erfolg. Dem blutenden Opfer gelingt es, näher zum Auto der Helferin zu gelangen und dem Mann das Messer zu entwinden. Die Pflegerin tritt nach dem Messer und bringt es außer Reichweite.

Als die Frau sich in das Auto der Helferin schleppt, attackiert der Angreifer sie durch das offene Fenster. Schließlich kann die Pflegerin mit dem schwerverletzten Opfer im Auto entkommen und in ein Krankenhaus fahren. Die 36-jährige Frau überlebt mit 49 Messerstichen. Der Täter ist ihr Ex-Partner und Vater ihrer beiden Kinder.

Blutende Frau fleht um Hilfe

In Schweinfurt (Bayern) ist ein Industrieelektriker im Juli 2024 morgens mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit, als er einen Mann sieht, der eine stark blutende Frau hinter sich herzieht. Er wendet und spricht die beiden an, die Frau fleht ihn um Hilfe an. Der Helfer will das Auto des Täters blockieren. Doch dieser sperrt die Frau in den Kofferraum und entkommt. 

Schnell alarmiert der Helfer die Polizei und folgt dem Wagen, der dann von einer Straßensperre gestoppt wird. Polizisten befreien die schwerverletzte Frau. Ihr Ex-Mann hatte mit einem Hammer auf sie eingeschlagen. Durch eine Notoperation überlebt sie. Der Täter wird zu zwölfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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