1. Mai in Leipzig: Abgesehen von Baustellenbränden ruhig

Kundgebungen zum 1. Mai sind in Leipzig-Connewitz laut Polizei friedlich verlaufen. In den Nächten brannten vereinzelt Baustellen.

Leipzig (dpa/sn) - In mehreren Nächten in Folge haben rund um den 1. Mai im Leipziger Stadtteil Connewitz Baustellen und ein Auto gebrannt. Die Nacht zu Sonntag verlief nach Polizeiangaben ruhig. In der Nacht davor brannten in dem alternativ geprägten Stadtteil nach Polizeiangaben Baustellenzäune und Baumaterialien. Auch eine Haltestelle sei beschädigt worden.

Laut Polizeisprecher nahmen die Einsatzkräfte die Personalien von drei Männern und einer Frau auf. Nach seinen Angaben hatten sie kurz zuvor einen Müllcontainer angezündet. Gegen die vier werde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Verletzt worden sei niemand, zu gewaltsamen Auseinandersetzungen sei es ebenfalls nicht gekommen, hieß es. In Connewitz kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Brandstiftungen auf Baustellen. In der vergangenen Woche hatte ein Auto gebrannt. In der Silvesternacht war es zu Ausschreitungen in dem linksalternativen Stadtteil gekommen. Polizisten wurden angegriffen, ein Beamter wurde schwer am Ohr verletzt.

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai gab es in Leipzig mehrere Kundgebungen, sie verliefen laut Polizei friedlich. Mehrere Hundert Menschen liefen nach Angaben von Beobachtern vom Südplatz zum Connewitzer Kreuz. Das Ordnungsamt hatte dem Aufzug spontan zugestimmt, so eine Polizeisprecherin. Ursprünglich waren nur stationäre Kundgebungen mit höchstens 25 Teilnehmern zugelassen worden. Laut Polizei waren «deutlich mehr Menschen» dem Aufruf gefolgt.

In anderen Leipziger Stadtteilen fanden weitere Versammlungen statt. Nach Angaben der Veranstalter einer Kundgebung unter dem Titel «#dankeheisst: mehr Lohn, mehr Schutz, mehr Mitbestimmung» waren mehrere hundert Menschen auf dem Augustusplatz zusammengekommen. Am Nachmittag wurden am Rande eines Spontanaufzuges die Personalien von 23 Menschen aufgenommen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Nach ihren Angaben hatten sie die Abstandsregeln nicht eingehalten.

Weil die Zahl der Demonstranten deutlich höher war als zugelassen, kündigte die Stadt Leipzig an, die Situation rechtlich zu bewerten. Gegebenenfalls sollten «entsprechende juristische Konsequenzen» gezogen werden, erklärte ein Stadtsprecher. Insgesamt seien die Auflagen der Versammlungsbehörde im Süden Leipzigs aber «weitestgehend eingehalten» worden.

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