A72 wächst doch noch bis kurz vor Leipzig

Die Nordverlängerung zwischen Borna und der A38 soll 2012 in Angriff genommen werden

Chemnitz. Noch im ersten Halbjahr dürfte für den Bau der Leipzig-Autobahn 72 eine weitere Hürde genommen sein. "Für den 10,5 Kilometer langen Abschnitt Borna-Rötha soll bis Sommer Baurecht bestehen", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) der "Freien Presse". Das Teilstück ist der vorletzte noch zu bauende Abschnitt. Morlok sicherte zu, dass nach erteiltem Baurecht noch 2012 mit den Arbeiten begonnen werden soll, "vorausgesetzt, es gibt keine Klagen". Sachsen beteiligt sich am Bau der 550 Millionen Euro teuren A72 mit einem Anteil von 51,1 Millionen. Bisher sind davon erst sechs Millionen verbaut worden - auf dem Abschnitt Niederfrohna-Rathendorf. 45 Millionen Euro stehen also noch zur Verfügung. Sie sollen nun nördlich von Borna eingesetzt werden.

Im Investitionsplan des Bundes bis 2015 läuft der Abschnitt unter "prioritäre Vorhaben", finanziell untersetzt war er aber bislang nicht. Morlok versicherte, dass der Autobahnbau nicht auf vorhandener Strecke erfolgt. Vielmehr werde es eine Umfahrung von Espenhain und damit eine Entlastung der Bürger von Lärm und Emissionen geben. Realistisch seien zweieinhalb bis drei Jahre Bauzeit.

Für das letzte Stück von Rötha bis zur A38 (acht Kilometer) läuft das Planfeststellungsverfahren in der Landesdirektion Leipzig seit Ende 2010. Die öffentliche Auslegung der Pläne samt Anhörung hat im Juni 2011 stattgefunden. Wann Baurecht erteilt wird, sei unklar, sagte ein Behördensprecher. Das Teilstück sei aber von "eher untergeordneter Bedeutung", so Morlok. In diesem Bereich verläuft die vierspurige B 95 schon heute kreuzungsfrei. Die beiden bereits im Bau befindlichen Abschnitte bis Frohburg und weiter bis südlich von Borna sollen Ende dieses Jahres in Betrieb gehen können.

Ansonsten wird es nach Angaben des Ministeriums in den nächsten Jahren keinen Neu- oder sechsstreifigen Ausbau von Autobahnen in Sachsen geben - weder auf der A14 zwischen Dreieck Parthenaue und Nossen, noch auf der A72 zwischen Chemnitz und Zwickau. Der Schwerpunkt liege jetzt auf Sanierung und Erhaltung, so der Minister.

Von einer zusätzlichen Finanzspritze in Höhe von 30 Millionen Euro, die der Bund gestern für den Ausbau von Verkehrswegen für Sachsen in Aussicht stellte, sollen zwei Autobahnen profitieren: die A13 zwischen Radeburg und Dresden sowie die A4 zwischen Nossen und Berbersdorf.

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