Poggenburgs neue rechte Partei will der AfD Konkurrenz machen

Der ehemalige AfD-Politiker strebt den Einzug in drei Landtage an. Im "Aufbruch deutscher Patrioten" sammeln sich Personen, die durch ihre Radikalität aufgefallen sind.

Dresden/Riesa. Der ehemalige sachsen-anhaltische AfD-Parteichef André Poggenburg will mit einer neuen Partei bei der Landtagswahl in Sachsen antreten. Unter dem Namen "Aufbruch deutscher Patrioten" (AdP) soll sie der AfD Konkurrenz am rechten Rand machen. Details will er in den kommenden Tagen veröffentlichen. Um an der Landtagswahl am 1. September teilnehmen zu können, muss die AdP Unterschriften von 1000 Unterstützern beim Landeswahlleiter vorlegen. Am Donnerstag hatte Poggenburg seinen Austritt aus der AfD erklärt.

Erwartet wird, dass sich Poggenburgs neue Partei deutlich radikaler als die AfD präsentiert. So hatte der 43-Jährige zuletzt die Bundespartei für ihre politische Ausrichtung und für ihre Angst vor einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz kritisiert. Die AfD sei nicht mehr dieselbe, in die er einst eingetreten sei. Sie schiele schon auf eine Koalition mit der CDU.

Auch Poggenburgs Mitstreiter stehen für eine radikalere Ausrichtung. Benjamin Przybylla, der bisher im AfD-Kreisverband Zwickau aktiv war, firmiert nun als Vorstandsmitglied der AdP. Er hatte sich für eine Einbindung von Pegida ausgesprochen. Auch weil er die Nähe zu "Pro Chemnitz" suchte, hatte ihn der sächsische Landesvorstand aus dem Gremium ausgeschlossen.

Für den Erfolg der AdP dürfte entscheidend sein, ob sich Poggenburg und seine Mitstreiter die Unterstützung der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung sichern können. Bisher haben sich die Pegida-Gründer Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz nicht zur AdP positioniert. Bei einer Veranstaltung Ende November hatten sie aber die Nähe von Poggenburg, Przybylla und Egbert Ermer gesucht. Ermer ist ehemaliger Kreisvorstand der AfD im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Auch er ist nun bei der AdP als Vorstandsmitglied dabei.

Die AfD reagiert bisher gelassen auf die Ankündigung Poggenburgs. "Es ist gut, dass er weg ist", sagte Bundesvorsitzender Alexander Gauland am Rande des Europaparteitags in Riesa. Auch Gaulands Co-Vorsitzender Jörg Meuthen zeigte sich entspannt. "Ich halte das für das folgerichtige Ende einer Entwicklung, die sich über einen längeren Zeitraum abgezeichnet hat. Herr Poggenburg hat sich immer weiter von der Programmatik der AfD entfernt und ist dabei auch über Grenzen hinaus gegangen."

Aus dem sächsischen Landesverband gab es allerdings auch besorgte Stimmen. Werde die AdP bei der Landtagswahl antreten, "wird das die AfD schwächen und kann uns den Wahlsieg kosten", sagte der Bundestagsabgeordnete Jens Maier aus Dresden - ein Vertreter des rechten Parteiflügels. Der sächsische AfD-Parteichef, Jörg Urban, räumte der AdP "keinerlei Chancen" ein.

Poggenburg selbst hält einen Einzug seiner Partei in die ostdeutschen Länderparlamente dagegen für realistisch. "Dass wir die Fünf-Prozent-Hürde im Osten schaffen, davon gehen wir aus." Dieses Jahr werden in Brandenburg, Thüringen und Sachsen neue Landtage gewählt. (mit dpa)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...