Am Montag auch Sparkassenbeschäftigte im Warnstreik

Beschäftigte der Sparkassen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind dazu aufgerufen, an einer Kundgebung vor der Erzgebirgsparkasse in Annaberg-Buchholz teilzunehmen.

Erfurt/Dresden/Magdeburg.

Im Zuge der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Sparkassen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Offizieller Streikbeginn werde um 04.00 Uhr in der Früh sein, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Die Sparkassen-Beschäftigten aller drei Länder wurden dazu aufgefordert, zu einer gemeinsamen Kundgebung ins sächsische Annaberg-Buchholz zu kommen. Diese soll von 11.00 Uhr an vor der Erzgebirgssparkasse angehalten werden.

Annaberg-Buchholz sei bewusst als Austragungsort gewählt worden, hieß es. Mit dem Vorstandsvorsitzenden der Erzgebirgssparkasse, Roland Manz, sitze ein prominenter Vertreter der Sparkassenvorstände am «gesonderten Verhandlungstisch für die Sparkassen», der bereits am 8. Oktober zur nächsten Verhandlung zusammenkommen werde. Für die Sparkassen-Mitarbeiterinnen gehe es speziell um die beabsichtigte Streichung der Sparkassensonderzahlung.

Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst bei den Kommunen und im Bund erhöhen. Die Gewerkschaft und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten ein Plus von 4,8 Prozent für ein Jahr. Löhne und Gehälter sollen dabei mindestens um 150 Euro pro Monat steigen, Azubis sollen 100 Euro mehr bekommen. Zwei Gesprächsrunden brachten kein Ergebnis. Am 22. und 23. Oktober soll weiter verhandelt werden. (dpa)

88 Kommentare
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    1
    Zeitungss
    03.10.2020

    @Freigeist: Bestimmt nicht. Sie sollten meine Meinung zu solch leidigen Themen inzwischen mitbekommen haben.

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    Freigeist14
    03.10.2020

    Sprechen die Kommentatoren gerade den Beschäftigten der Sparkassen das Recht auf Streik für mehr Lohn ab ? Haben die Leute nicht um Erlaubnis gefragt ? Arbeiten Sie sich an Scheuer / Gabriel und den Sparkassen-Vorständen ab !!!!!!!!!!

  • 3
    3
    Zeitungss
    03.10.2020

    @Bu......: Nicht schlecht mit 4,2% Rentenerhöhung. So mancher Rentner erkennt den Betrag selbst mit Vergrößerungsglas nicht, was bei 4,2% rüberkommt. Nicht wenige dürfen diese "Erhöhung" beim Finanzamt wieder abliefern, hätte der Vollständigkeit dazugehört. Versorgungsansprüche aus Ostzeiten fallen gleich einmal ganz unter den Tisch, was die Betroffenen inzwischen als gegeben hinnehmen.

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    2
    BuboBubo
    03.10.2020

    "Wer hat denn sein Konto noch bei der Sparkasse?"

    Es gibt viele alte (im wahrsten Sinne des Wortes) Sparkassenkundinnen und -kunden, die schon immer bei der Sparkasse waren, vielleicht sogar noch ein Sparbuch führen und schlicht nicht in der Lage sind, auf den Service dort zu verzichten. Filialschließungen helfen ihnen nicht, sondern schränken ihr Leben nur noch weiter ein.
    Die Sparkassen gehören ebenso wie die Ver- oder Entsorger (Wasser, Strom, Müll) zur Infrastruktur der Daseinsfürsorge und genießen als Anstalten des öffentlichen Rechtes daher auch einen Sonderstatus. Umso schwerer wiegt natürlich der Verdacht, dass sie ihre Kunden betrogen haben sollen.
    Allerdings werden Lohn- und damit Kostensteigerungen perspektivisch zu weiteren Filialschließungen und Entlassungen führen. Das auszuhandeln, liegt aber in der Kompetenz der Tarifparteien.
    Abgesehen davon, dass es sich im Tarifstreit nicht ausschließlich um Sparkassen, sondern um den Öffentlichen Dienst insgesamt dreht: Zwischen einer Tarifforderung der Gewerkschaft und der letztendlichen Einigung auf einen Vertrag lagen schon immer Welten.

    Nebenbei: Hat eigentlich hier schon mal jemand die Rentenerhöhung 2020 (+4,2%) als unverhältnismäßig hoch beklagt?

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    2
    bicicleta
    02.10.2020

    Wer hat denn sein Konto noch bei der Sparkasse? Da fallen mir doch sofort die Klagen der Prämiensparer ein.

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    Lesemuffel
    02.10.2020

    Gegen diese Streiks zur Unzeit helfen nur weitere Filialschließungen und Home-Banking.

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    4
    defr0ke
    02.10.2020

    Realitätsverlust der Verdi... Scheinbar wollen die jetzt alle Branchen, die von Verdi vertreten werden, streiken lassen... Das ist respektlos gegenüber allen Kurzarbeiter aus der privaten Wirtschaft, die aufgrund der Krise zu Hause sitzen müssen und zwangsläufig weniger Gehalt bekommen.

    Hab ich absolut kein Verständnis dafür, zumal die Sparkassenangestellten genug Gehalt bekommen. Die Untergrenze liegt bei 3.500 monatlich...

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    Kreisimaus
    01.10.2020

    Wo gibt's den in einem Jahr knapp 5% Plus beim Gehalt in Zeiten von Corona wo die meisten Filialen geschlossen waren. Absoluter Realitätsverlust. Einzelhandel oder Krankenpflege gern. Die haben wirklich was geleistet.