Angeklagte schweigen im Prozess um Neonazi-Überfall

Leipzig (dpa/sn) - Im Prozess um die schweren Ausschreitungen von Hooligans und Neonazis in Leipzig vor zweieinhalb Jahren haben zwei Angeklagte Aussagen zum Tatvorwurf verweigert. Die 26-Jährigen müssen sich seit Donnerstag wegen besonders schweren Landfriedensbruchs vor dem Amtsgericht Leipzig verantworten. Laut Anklage sollen die Männer Teil einer etwa 250 Personen starken Gruppe gewesen sein, die am 11. Januar 2016 in einer Straße im Stadtteil Connewitz, einer Hochburg Linker und Autonomer, gewütet hatte.

Der überwiegend vermummte Mob war bewaffnet mit Äxten, Eisenstangen und Holzlatten. Die Wolfgang-Heinze-Straße glich einem Trümmerfeld: Kaum ein Schaufenster blieb auf mehreren hundert Metern ganz, Geschäftseingänge wurde beschädigt, Autoscheiben eingeschlagen und Seitenspiegel abgetreten. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf 113 000 Euro. An dem Randale-Tag hatte in Leipzigs Innenstadt das fremdenfeindliche Bündnis Legida seinen Jahrestag zelebriert. Zugleich gab es eine große Gegenveranstaltung.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen mehr als 200 mutmaßlich Beteiligte ermittelt. Der jetzige Prozess ist lediglich der Auftakt einer ganzen Reihe von Verfahren. Insgesamt sind mehr als 80 Prozesse mit jeweils zwei Beschuldigten geplant.

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