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Die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ermordete ab dem Jahr 2000 zehn Menschen in ganz Deutschland. (Archivbild)
Die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ermordete ab dem Jahr 2000 zehn Menschen in ganz Deutschland. (Archivbild) Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Sachsen
Anwältin vor Zschäpe-Aussage: Opferfamilien wollen Antworten

Mehr als 300 unbeantwortete Fragen – jetzt hoffen Opferfamilien, dass Beate Zschäpe endlich Licht ins Dunkel der NSU-Morde bringt. Die Terroristin soll in Dresden als Zeugin befragt werden.

Dresden/Dortmund/München.

Vor der Zeugenaussage der NSU-Terroristin Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Dresden fordert die Anwältin einer Opferfamilie Antworten auf noch offene Fragen zu der Terror-Serie. "Die Nebenklage hatte Zschäpe im NSU-Verfahren über 300 Fragen gestellt, die sie alle nicht beantwortet hat", sagte Antonia von der Behrens, Anwältin der Familie des NSU-Mordopfers Mehmet Kubasik, der "taz". "Jetzt wäre die Gelegenheit, ihr diese wieder zu stellen." Der 39 Jahre alte Kiosk-Betreiber Mehmet Kubasik war 2006 in Dortmund erschossen worden.

NSU verübte Morde in ganz Deutschland

Zschäpe ist beim Prozess gegen ihre mutmaßliche Vertraute Susann E. am Mittwoch und Donnerstag als Zeugin geladen. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt Susann E., dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geholfen zu haben - etwa indem sie Zschäpe ihre Krankenkassenkarte und ihre Personalien zur Verfügung gestellt habe. Zudem war sie laut Anklage an der Abholung eines Wohnmobils, das der NSU am 4. November 2011 beim letzten Raubüberfall in Eisenach verwendete, beteiligt.

Die Neonazi-Terrorzelle NSU bestand aus Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Ab dem Jahr 2000 verübten sie jahrelang unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland. Ihre Opfer: neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. 

Mundlos und Böhnhardt verletzten zudem Dutzende Menschen bei zwei Bombenanschlägen in Köln. Die beiden töteten sich 2011 in Eisenach, um ihrer Festnahme zu entgehen. Erst dann flog der NSU auf. Zschäpe wurde am OLG München 2018 nach gut fünf Jahren Prozessdauer zu lebenslanger Haft verurteilt.

Angehörige von NSU-Opfern bei Prozess in Dresden

Zum Verhandlungstermin am Mittwoch in Dresden wollen laut von der Behrens Angehörige der Mordopfer anreisen. "Sie sind zwar skeptisch, was zu erwarten ist, weil Zschäpe über all die Jahre offenkundig nicht bereit war, ihr Wissen offenzulegen. Aber sie hegen doch die Hoffnung, vielleicht etwas Relevantes zu erfahren", sagte die Anwältin. 

Gamze und Elif Kubasik, Tochter und Witwe von Mehmet Kubasik, hofften sehr, dass die Vorsitzende Richterin die entscheidenden Fragen stellen und nicht locker lassen werde. Die Familie würden immer noch die gleichen Fragen umtreiben: "Welche Netzwerke hatte der NSU? Wer waren die Mitwisser und Helfer an den Tatorten, insbesondere in Dortmund? Hätten die Taten mit dem Wissen der V-Männer und des Verfassungsschutzes verhindert werden können?" (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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