Ausnahme im Corona-Schuljahr: Sitzenbleiben soll nicht zählen

Wer dieses Schuljahr wiederholen will oder muss, kann das wohl ohne weitere Folgen tun. Die genauen Regeln sind noch offen.

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99 Kommentare
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    bernd10
    11.01.2021

    Eine freiwillige Wiederholung - eigentlich eine gute Sache. Es wird sicher sein, dass nahezu alle Schüler Defizite im Lernstoff haben und das liegt nicht nur an fehlender Technik. Es gibt viele engagierte Eltern, die alles mögliche versuchen, ihren Kindern den Lehrstoff zu vermitteln. Wenn das allerdings so einfach wäre, brauchte ein Lehrer nicht zu studieren und sich methodisches Wissen aneignen. Dazu die eigenen Arbeit im Homeoffice und oft müssen mehrere Kinder gleichzeitig betreut werden. Logisch, dass da Lernstoff auf der Strecke bleibt. Wiederholung könnte eine Lösung sein, wahrscheinlich aber technisch und personell nicht möglich. Die Klassenzimmer sind jetzt schon begrenzt, die zur Verfügung stehenden Lehrer ebenfalls. In meiner Klasse lernen 26 Schüler, 10 mit Migrationshintergrund, 8 mit erheblichen Problemen bezüglich Lernen oder Sozialkompetenz. Dazu noch Wiederholer?? Macht ein differenziertes Lernen unmöglich. Hier sollte schnellstens ein gut durchdachtes Konzept her!

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    MuellerF
    11.01.2021

    @cn3boj00: Auch wenn Lernsax bzw. Fernunterricht technisch reibungslos funktionieren würde, gäbe es trotzdem noch Kinder, die zu Hause weder die Endgeräte noch (ausreichend schnelles) Internet haben.
    Wie wollen Sie die also "mitnehmen"?
    Eine freiwillige Wiederholung hilft Schülern, verpassten Stoff nachzuholen & bereits Gelerntes zu festigen- warum soll das hinsichtlich Prüfungen ein Nachteil sein?
    Zumal es Stoffkomplexe gibt, die über Schuljahre hinweg aufeinander aufbauen - nur mal als Beispiel: wer schon lineare Gleichungen nicht kapiert, kann später auch keine Integral- & Differentialrechnung.
    Und der Mathe-Unterricht (Pflicht-Prüfungsfach !) hat sicher auch unter Corona gelitten.

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    tbaukhage
    11.01.2021

    @Ha24Lu01: Hat Piwarz hat das letzte Mal als Schüler eine Schule von innen gesehen. Der Mann ist Jurist, es gibt also keine Grund, ein solches Wagnis nocheinmal einzugehen.

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    cn3boj00
    11.01.2021

    Freiwillige Wiederholungen als Lösung? Wieder einmal trägt man die Probleme auf dem Rücken der Kinder aus, die in diesem Staat keine Lobby haben. Die Unfähigkeit der Politik, für vernünftigen Fernunterricht zu sorgen, wird sich vermutlich in den Zeugnissen widerspiegeln. Vielen, die jetzt eine Prüfung ablegen müssen, und die gehofft haben, mit guten Noten für ihre Zukunft vorzusorgen und vielleicht einen gefragten Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen könnte die Zukunft verbauen. In den Schulen sind die Möglichkeiten, freiwillige Wiederholer aufzunehmen, durch die Bürokratie begrenzt, und viele werden das auch nicht wollen. Aber damit rechnet man wohl, zu Lasten der Jugend.

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    harzruessler1911
    11.01.2021

    Erst mal zur Klassenstärke.
    Ich persönlich kenne es aus meiner Schulzeit, da waren wir 31 Kinder zeitweise 32, wenn z.B die Zirkuskids bei uns waren.

    Aber nicht desto trotz muss es geplant werden. Aus meiner Sicht, nicht nur mit den "Förderkindern" rechnen. Mir schwant auch fast schon böses ( hoffe mich zu irren) ,dass diese Möglichkeit, zur "Entlastung" viel früher angewendet als so schon.
    Auf jeden Fall müssen Lehrer , dazu sollte man aus meiner Sicht Lehrerstudenten, viel früher event. auch häufiger für ihre Praxiszeiten holen. Pensionierte interessierte Lehrer ansprechen, ob wird sich in "Brennpunktgebieten" schwieriger gestalten.
    Das Einschulalter zumindest für 2 bis 3 Jahre anheben.
    Da es mit Sicherheit hohe Arbeitslosenquote gibt, schauen wer sich als Quereinsteiger eignet, aber dann bitte nicht so behandeln wie Herrn Fandler aus Callenberg ( FP Ber. Feb. 20).

    Wenn Platzmangel ist wäre es auch zu überlegen, zumindest die geplanten Schulschließungrn zu verschieben.

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    wschmidt
    11.01.2021

    ... wenn es nicht so ernst wäre, würde ich das Prinzip ja fast lustig finden ... 'Schatz', ich bin schwanger, aber wir zählen das nicht .. heute Nacht ist leider der Hamster gestorben, aber das zählen wir nicht ... beliebig fortsetzbar ... diese "Lösung" kann doch nicht gemeint sein ...

  • 21
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    Ha24Lu01
    11.01.2021

    Hat schon mal Herr Piwarz eine Klasse 1 mit 26 Schülern unterrichtet und auch ordentlich differenziert und nach Förderplan gearbeitet? Ich wohl und weiß wie herausfordernd und anstrengend das ist. Und dann vielleicht diese Klasse noch aufstocken durch freiwilligen Wiederholung, einfach nur weltfremd.

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    harzruessler1911
    11.01.2021

    Richtig, dass man über Möglichkeiten nach denkt.Ich hoffe nur, dass dieses Mal etwas heraus kommt, was Hand und Fuß hat.
    Ich kann mich erinnern, dass es in meiner Jugend ( waren nat. Einzelfälle) , z.B. wenn ein Kind unverschuldet , längere Zeit ausfiel) zurück gestellt werden konnte. Dies lief dann nicht nicht " unter dem Begriff "Sitzen bleiben", welcher negativ in den Köpfen der Menschen behaftet ist.
    Ich fände es auch fair, dass Kinder, welche zwar noch nicht " Sitzen bleiben" würden, aber doch einen merklichen Leistungseinbruch haben oder ganz einfach, weil die Menge des fehlenden Stoffes gravierend ist, diese Möglichkeit erhalten.
    Ich könnte mir vorstellen, dass dies besonders wichtig wird, wenn ein Schulformwechsel bevorsteht.

  • 16
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    vomdorf
    11.01.2021

    Haben die sich im Kultus auch überlegt, dass die wenigsten Schulen Platz haben? Dass es dann zu Klassenteilungen kommen könnte, aber keine Lehrer da sind?

    Beispiel einer Grundschule: 28 Kinder, davon müssten drei in eine Förderschule. Die Eltern wollen das aber nicht, also werden diese Kinder im normalen Klassenverband nach Förderschullehrplan unterrichtet.

    Eigentlich dürften in dieser Klasse ja nur 26 sein, interessiert aber nicht.

    Und in die Klasse kommen nun noch 3 Kinder, deren Eltern für eine Wiederholung sind. Also wären es 31 Kinder....für die müssten nun noch Bänke reingequetscht werden ( Ist Corona ab September eigentlich vorbei?)

    Therotetisch und nach Gesetz müsste die Klasse geteilt werden. Geht aber nicht, weil kein weiteres Zimmer zur Verfügung steht und es keinen weiteren Lehrer gibt.

    Es gibt sogar ein Dorf im Ergebirgskreis, da sollen Schulanfänger in den Nachbarort gehen, weil nicht 3 Klassen gebildet werden dürfen und können.