Deutschland blickte am Wochenende nach Leipzig, wo sich Antifa und Migrantifa gegenüberstanden. Auch ein rechter YouTuber war vor Ort. Nach den Linken-Demos gab es für ihn eine böse Überraschung.
Am vergangenen Samstag war die Polizei in Leipzig gefordert: Verfeindete linke Gruppen demonstrierten in der Stadt, Krawalle wurden befürchtet. Am Rande des Geschehens wurde das Auto eines rechten YouTubers demoliert – zum Wohlwollen einer bekannten Linken-Politikerin?
Doch der Reihe nach: Der Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 war mit über 1100 Todesopfern der größte Massenmord an Juden seit dem Holocaust.
Weltweit sorgte der Angriff für Entsetzen. Der anschließende israelische Militäreinsatz im Gazastreifen entfachte Proteste auch auf Deutschlands Straßen – und spaltete die linke Szene hierzulande: in ein pro-israelisches sowie ein pro-palästinensisches Lager.
Wie die „Freie Presse“ bereits berichtete, demonstrierten beide Gruppen am Samstag in Leipzig. Nach Polizeiangaben waren über 1400 Beamte im Einsatz. Die sächsischen Einsatzkräfte wurden durch Kollegen etwa aus Bayern, Hessen und Baden-Württemberg unterstützt.
Scheiben eingeschlagen, Reifen platt
Für Filmaufnahmen war auch der AfD-Politiker Sebastian Weber vor Ort. Auf seinem Kanal „Weichreite TV“ folgen dem rechten YouTuber 236.000 Menschen. Als er von seinen Dreharbeiten rund ums Demogeschehen zurückkam, stellte er fest: Unbekannte hatten in der Zwischenzeit seinen geparkten Kombi übel zugerichtet: Autoscheiben waren eingeschlagen, alle Reifen platt.
Zunächst teilte ein User auf X (ehemals Twitter) Fotos des dunklen, beschädigten Kombis, notierte dazu: „Das Kfz von Weichreite in Connewitz wurde offenbar beschädigt.“ Den Post teilte der YouTuber und Streamer und bestätigte: „Ist leider wirklich mein Auto.“ Später meldete er sich noch in einem kurzen Clip auf X zu Wort.
„Was passiert, wenn Euch die Polizei einen sicheren Stellplatz zuweist, zu dem Ihr nach der Demo zurückkehrt?“, fragt Weber an die Zuschauer gerichtet. Danach schwenkt er die Kamera auf seinen demolierten Wagen. Er habe eine Zeugin, die bestätigen könne, dass die Polizei ihn zu dem Parkplatz in Connewitz gelotst habe „mit der Begründung, es wäre hier sicher“.
Haben Beamte dem AfD-Mann den Parkplatz zugeordnet, wie dieser behauptet? Nachfrage bei der zuständigen Leipziger Polizeidirektion. „Wir können diese Aussage nicht verifizieren“, teilt eine Sprecherin unserer Redaktion mit. Und: „Seitens der für den Einsatz verantwortlichen Polizeidirektion gab es keine Platzzuweisung für Fahrzeuge im Sachkontext.“
Freute sich Juliane Nagel? Das sagt die Politikerin
Den Sachschaden am Wagen schätzt die Polizei auf rund 5000 Euro, ein Schadensgutachten stehe aber noch aus. Ermittlungen wegen Sachbeschädigung laufen.
Die Attacke auf Webers Wagen blieb auch der bekannten Leipziger Linken-Politikerin Juliane Nagel nicht verborgen. Sie teilte den Post mit Fotos des Fahrzeugs und kommentierte: „Die einzigen Antifaschist*innen, die heute den Fokus behalten haben.“ Dazu das Emoji einer geballten Faust.
Feierte hier eine Volksvertreterin Sachbeschädigung als Mittel der Auseinandersetzung im politischen Diskurs? Das mutmaßten User immer wieder. Schnell baute Nagels Tweet Reichweite auf. Doch nach hunderten Kommentaren, zig Shares und zehntausenden erreichten Accounts war Schluss: Die Politikerin löschte den Post, der allerdings – das Internet vergisst nichts – als Screenshot weiterverbreitet wurde.
Die „Freie Presse“ wollte von der prominenten Linken wissen: Warum löschte sie ihren Beitrag? Hatten die Nutzer gar Recht, die ihr Wohlwollen gegenüber der Sachbeschädigung unterstellten?
„Der Tweet konnte den falschen Eindruck erwecken, dass ich solche Aktionen für politisch hilfreich halten würde“, teilt Nagel unserer Redaktion schriftlich mit. „Das stimmt aber nicht.“ Und weiter: „Mir war klargeworden, dass ich meine Wortmeldung missverständlich formuliert hatte. Zu diesem Fehler stehe ich. Es war konsequent, den Tweet zu löschen.“
Übrigens: Auch wenn es im Laufe des Samstagnachmittags unter anderem zu einem Angriff auf ein Kamerateam des MDR kam, so blieben die im Vorfeld befürchteten Krawalle aus. Am Abend sprach die Polizei von einem „weitgehend störungsfreien“ Versammlungsgeschehen. (phy)






