Bauern: Schließung der Wochenmärkte nicht nachvollziehbar

Dresden (dpa/sn) - Der sächsische Landesbauernverband hat die Schließung der Wochenmärkte im Freistaat scharf kritisiert. «Die Maßnahme ist eine Katastrophe und es ist nicht nachvollziehbar, warum Sachsen als einziges Bundesland eine solche Anordnung erlässt», sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann am Donnerstag der dpa. Zum einen käme die frische Ware direkt aus der Region. Zum anderen sei die Ansteckungsgefahr im Freien nicht größer als in Supermärkten. Auch auf Wochenmärkten könnten die Desinfektionsregeln eingehalten und Abstandsvorgaben zwischen den Kunden so gar noch günstiger gestaltet werden.

Außerdem stellten Wochenmärkte gerade im ländlichen Raum für viele Menschen ein unverzichtbares Angebot zur Versorgung mit Lebensmitteln dar, so Uhlemann. Sein Verband und der Landesfischereiverband haben sich mit einem Brief an Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) gewandt und gebeten, die Regelung noch einmal zu überprüfen und zurückzunehmen, sagte der Hauptgeschäftsführer.

Bereits am Vortag hatte es Kritik zu der Verfügung des Freistaates von Mitte der Woche gegeben, so vom Handwerk.


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1Kommentare
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  • 3
    2
    cn3boj00
    26.03.2020

    Man kann verstehen, wenn manche genau die Maßnahme, von der man am meisten betroffen ist, für nicht sinnvoll hält. Deshalb aber Maßnahmen "scharf zu kritisieren" ist unangemessen und zeugt von wenig Situationsbewusstsein. Gerade Wochenmärkte waren bis zuletzt Orte, wo sich die Menschen eher undiszipliniert verhalten haben. Und wenn jeder, der gerade "seine" Maßnahme ungerecht findet, auf Ausnahmen setzt, sind am Ende alle Maßnahmen in Frage gestellt.
    Manche haben offenbar immer noch nicht begriffen, dass derzeit die Verbreitung nach dem Schneeballprinzip immer noch anhält, ausgelöst vor den - teilweise viel zu spät ergriffenen - Maßnahmen.
    Und was die frische Ware aus der Region angeht: wenn an zwei von drei Buden von freundlichen Vietnamesen das übliche Obst und Gemüse aus dem Großhandel angeboten wird, hat das nichts mit regionaler Versorgung zu tun, oder wo wachsen hier gerade die Orangen? Wird derzeit überhaupt etwas von heimischen Äckern angeboten?