Bei Löhnen und Gehältern bleibt das Erzgebirge Schlusslicht

In Sachsen wird in den Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz am meisten verdient. Doch einige ländliche Regionen holen langsam auf.

Kamenz. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verdienst von Arbeitnehmern betrug in Sachsen im Jahr 2014 brutto 25.833 Euro. Der Abstand zum durchschnittlichen Pro-Kopf-Wert bei den Verdiensten in Deutschland von 31.615 Euro lag damit bei reichlich 18 Prozent. Das teilte gestern das Statistische Landesamt in Kamenz auf der Grundlage der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für Sachsen mit.

Über dem sächsischen Pro-Kopf-Wert lagen die Verdienste der Arbeitnehmer in den drei kreisfreien Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie im Landkreis Zwickau. Dort profitieren die Arbeitnehmer von einer höheren Tarifbindung durch das Volkswagenwerk und die entsprechenden Automobilzulieferer. Am niedrigsten waren die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer 2014 im Erzgebirgskreis, im Landkreis Görlitz sowie im Vogtlandkreis. Im Erzgebirge erreichte der durchschnittliche Pro-Kopf-Wert lediglich 22.713 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Pro-Kopf-Verdienste in allen sächsischen Kreisen zulegen. Dabei zeigt sich, dass der ländliche Raum zum Teil kräftig aufholt. So verbuchten die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter beispielsweise in Nordsachsen das größte Plus mit einem Zuwachs von 3,9 Prozent. In ganz Sachsen stiegen die Verdienste je Arbeitnehmer dagegen nur um durchschnittlich 2,6 Prozent. Auch im Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge lag der Anstieg mit 3,4 Prozent noch überproportional hoch. Die durchschnittlichen Verdienste im Erzgebirgskreis konnten da nicht ganz mithalten. Sie stiegen gegenüber 2013 um 2,8 Prozent, was immerhin auch noch über dem durchschnittlichen Anstieg im gesamten Freistaat lag und auch besser war als in der Landeshauptstadt Dresden mit einem Plus von 2,5 Prozent. Deutlich höher war der Anstieg der durchschnittlichen Verdienste je Arbeitnehmer mit einem Plus von 3,2 Prozent in der Stadt Chemnitz.

Nach Angaben der Statistiker stiegen die Verdienste in Sachsen im langfristigen Vergleich seit dem Jahr 2000 um fast 30 Prozent. Regional lagen die Pro-Kopf-Zuwächse dabei zwischen 6967 Euro im Landkreis Zwickau und 4782 Euro im Vogtlandkreis. Insgesamt wurden 2014 im Freistaat Bruttolöhne und -gehälter in Höhe von gut 46 Milliarden Euro an Arbeitnehmer mit Arbeitsort in Sachsen gezahlt.

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1Kommentare
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    aussaugerges
    08.10.2016

    Bei den Renten werden im Westen nur die geringeren gesetzlichen Renten als ???Gegenüberstellung??? f ür den Osten genommen.
    Die Pansionen Wenksrenten und Deputatsrenten werden gar nicht berücksichtigt.

    Genauso ist es hier oder sind die Staatsdiener gar nicht berücksichtigt?



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