Sachsen
Bekanntes Einkaufszentrum in Sachsen an Investor aus Tschechien verkauft

Das Leipziger Einkaufszentrum „Höfe am Brühl“ wechselt den Besitzer. Der tschechische Immobilienfonds Investika erwirbt 89,9 Prozent des größten Shoppingtempels in der City.

Leipzig.

Die „Höfe am Brühl“ liegen mitten in der Leipziger Innenstadt. Das 300 Meter lange Einkaufszentrum verfügt über ein Parkhaus – und 31 Wohnungen auf dem Dach. Am 25. September 2012 war es eröffnet worden. Damals gab der Investor die Kosten für den Neubau mit 240 Millionen Euro an. Heute gibt es in dem Zentrum mehr als 130 Shops auf einer Gesamtmietfläche von 50.500 Quadratmetern. Zu den Ankermietern zählen unter anderem H & M, Adidas, Hugo, New Yorker, Bershka und Pull & Bear sowie DM, Müller, Action und Media-Markt.

In den „Höfen am Brühl“ gibt es mehr als 130 Läden, darunter auch als Ankermieter Media Markt.
In den „Höfen am Brühl“ gibt es mehr als 130 Läden, darunter auch als Ankermieter Media Markt. Bild: imago/Manfred Segerer

89,9 Prozent an der Immobilie erworben

Nun hat die deutsche Tochter des französischen Center-Giganten Unibail-Rodamco-Westfield (URW) dieses Einkaufszentrum verkauft. Neuer Mehrheitseigentümer ist der tschechische Immobilienfonds Investika Real Estate Fund, der 89,9 Prozent an der Immobilie erworben hat. Das teilten beiden Unternehmen mit. Demnach wird URW weiterhin einen Anteil von 10,1 Prozent an dem Center halten und während der Übergangsphase das Center auch weiterhin managen. Zu Umbauplänen oder Mieterwechseln im Zuge der Veräußerung ist derzeit nichts bekannt.

Die Fassade an der Westseite der „Höfe am Brühl“ erinnert an eine Blechbüchse. Das war auch die volkstümliche Bezeichnung für das ehemalige Konsument-Warenhaus, das zu DDR-Zeiten dort stand. Nach dessen Abriss wurde ein ähnliches Gebäude errichtet, das wieder mit der alten typischen Aluminiumfassade verkleidet wurde.
Die Fassade an der Westseite der „Höfe am Brühl“ erinnert an eine Blechbüchse. Das war auch die volkstümliche Bezeichnung für das ehemalige Konsument-Warenhaus, das zu DDR-Zeiten dort stand. Nach dessen Abriss wurde ein ähnliches Gebäude errichtet, das wieder mit der alten typischen Aluminiumfassade verkleidet wurde. Bild: IMAGO/Schöning

URW will Schulden abbauen

„Wir freuen uns auf diese Partnerschaft und die vielversprechende Zukunft des Centers“, sagt Jakub Skwarlo, Chief Operating Officer Central Europe bei URW. „Dieser Schritt steht in engem Einklang mit dem zuvor kommunizierten strategischen Fokus auf unsere zentralen Objekte in Deutschland.“ Hintergrund für den Verkauf dürfte sein, dass die Kosten für ein anderes Objekt aus dem Ruder gelaufen sind. So kostete URW das Hamburger Westfield-Shopping- und Freizeitcenter „Überseequartier“ am Ende rund 2,26 Milliarden Euro. Ursprünglich war beim Spatenstich 2017 mit etwa einer Milliarde Euro kalkuliert worden.

Keine Angaben zum Verkaufspreis der „Höfe am Brühl“

Mit dem Verkauf der Leipziger „Höfe am Brühl“ treibt URW seinen Entschuldungskurs voran. Zuvor hatte der Immobilienriese bereits unter anderem einen 25-Prozent-Anteil am Einkaufszentrum Černý Most in Prag und einen 15-Prozent-Anteil am Forum des Halles in Paris für Hunderte Millionen Euro veräußert. Zum Kaufpreis des Mehrheitsanteils an den „Höfen am Brühl“ in Leipzig werden keine Angaben gemacht. Der Eigentümerwechsel unterliegt laut Pressemitteilung üblichen aufschiebenden Bedingungen und wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.

URW verfügt auch nach den Verkäufen noch immer über mehr als 60 Shopping-Center in Europa und den USA. Zum Immobilienbesitz im Wert von 50 Milliarden Euro gehören auch Messe- und Kongresshallen. Um Schulden abzubauen, hatte URW angekündigt, bis 2026 Immobilien im Wert von 2,2 Milliarden Euro veräußern zu wollen. 1,6 Milliarden Euro davon seien bereits realisiert, teilte URW kürzlich mit. „Die verbleibenden 600 Millionen Euro sollen im ersten Halbjahr 2026 realisiert werden.“

Investika strebt vier bis sechs Prozent Rendite an

Investika baut mit dem Erwerb der „Höfe am Brühl“ nach eigenen Angaben hingegen sein Portfolio an hochwertigen Einzelhandelsimmobilien aus. „Es handelt sich um ein starkes und etabliertes Objekt in einem der am schnellsten wachsenden regionalen Märkte Deutschlands“, sagt Investika-Manager Jaroslav Kysela, Diese große grenzüberschreitende Transaktionen festige Investikas Position als einer der aktivsten und regional am stärksten diversifizierten Immobilienfonds in Mitteleuropa.

Mehr als 100.000 Privatanleger haben sich inzwischen an Fonds der Investika beteiligt. Diese Fonds verfügten schon über 65 Immobilien in Tschechien, Kroatien, Polen, Österreich und Spanien – zum Beispiel Bürohäuser, Ferienanlagen, auch das Einkaufszentrum Galerie Butovice in Prag. Nach eigenen Angaben wird eine jährliche Rendite von vier bis sechs Prozent angestrebt. (juerg)

Erschienen am: 19.02.2026 | 07:15 Uhr
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