Bischofswahl der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Die EKM ist eine von wenigen Landeskirchen mit einer Landesbischöfin an der Spitze. Nun scheidet Ilse Junkermann aus dem Amt. Am Freitag wird über ihre Nachfolge entschieden.

Ilsenburg (dpa) - Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wählt eine neue Landesbischöfin oder einen neuen Landesbischof. An diesem Freitag bestimmt das Synode genannte Kirchenparlament im Kloster Drübeck im Harz über die Nachfolge von Landesbischöfin Ilse Junkermann. Die 61 Jahre alte Theologin aus Baden-Württemberg führt die Landeskirche seit zehn Jahren. Ihre Amtszeit wurde nicht über den 31. August 2019 hinaus verlängert, obwohl sie sich das gewünscht hatte.

In den zurückliegenden Monaten hatte ein Gremium nach Kandidaten gesucht und drei vorgeschlagen: eine Frau und zwei Männer, alle aus Ostdeutschland. Zur Wahl stellen sich nun Friedrich Kramer aus Lutherstadt Wittenberg, Karsten Müller aus Halle und Ulrike Weyer aus Plauen.

Friedrich Kramer war viele Jahre Pfarrer für Studentenseelsorge in Halle und ist seit 2009 Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. Karsten Müller war als Pfarrer in Jerichow im Landkreis Stendal tätig und später Leiter des Gemeindedienstes der EKM. Er arbeitet als Pfarrer in Halle. Ulrike Weyer hat nach einer Ausbildung zur Wirtschaftskauffrau Theologie studiert und war Pfarrerin im Kirchspiel Sornzig im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz. Seit 2015 ist sie Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen.

Die Landessynode, die die Entscheidung über den neuen Landesbischof oder die neue Landesbischöfin trifft, besteht aus 80 Mitgliedern. Sie verkörpert laut der EKM die Einheit und Vielfalt der Gemeinden, Kirchenkreise, Dienste und Einrichtungen der Landeskirche. Insgesamt gibt es 87 Wahlberechtigte, weil auch Dezernenten und Regionalbischöfe mitwählen dürfen. Zum Bischof oder zur Bischöfin gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen auf sich vereint.

Landesbischöfin Junkermann wird am 6. Juli in einem Gottesdienst im Magdeburger Dom verabschiedet. Sie war die erste Landesbischöfin der EKM. Während die Theologin gern noch länger im Amt geblieben wäre, versagte ihr das 2017 der Landeskirchenrat. Zur Begründung hatte es geheißen, dass andere und neue Impulse der Konsolidierung und des Aufbruchs in die Gesellschaft für die EKM wichtig seien. Junkermann war enttäuscht. Sie wird künftig an der Universität Leipzig eine neue Forschungsstelle zur Kirche in der DDR-Zeit leiten.

Der Einführungsgottesdienst für die neue Landesbischöfin oder den neuen Landesbischof ist für den 7. September geplant. Die EKM, die aus einer Fusion der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche entstanden war, hat nach eigenen Angaben rund 712 000 Mitglieder. Ihr Gebiet umfasst im Wesentlichen die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, es gehören aber auch Teile Brandenburgs und Sachsens dazu.

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