Blaue Partei von Frauke Petry erhält landesweit nur 7786 Stimmen

Dresden/Kamenz.

Die frühere AfD-Chefin Frauke Petry verliert ihr Landtagsmandat. Bei der Sachsen-Wahl am Sonntag erhielten die "Blauen #Team Petry" landesweit lediglich 7786 Zweitstimmen, wie aus dem vorläufigen Ergebnis der Landeswahlleiterin hervorgeht. Dies entsprach einem Stimmenanteil von 0,4 Prozent. Damit schnitten die Blauen zwar geringfügig besser ab als die Piraten (0,3 Prozent/6649 Stimmen), jedoch schlechter als beispielsweise die Partei für Gesundheitsforschung (0,5 Prozent/11.628 Stimmen). Die Satirepartei "Die Partei" und die Tierschutzpartei erhielten mit jeweils über 33.000 Stimmen sogar mehr als dreimal so viele wie Petrys Partei.

Die 44-Jährige hatte zur Bundestagswahl vor zwei Jahren noch für die AfD das Direktmandat in ihrem Bundestagswahlkreis in der Sächsischen Schweiz geholt. Damals kam sie auf 57.554 Stimmen (37,4 Prozent). In ihrem - allerdings deutlich kleineren - Landtagswahlkreis (WK 50, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 3) übertraf Petry am Sonntag zwar erneut das Zweitstimmenergebnis ihrer Partei, allerdings nur auf bescheidenem Niveau: Die Blauen bekamen 1,0 Prozent (384 Stimmen) der Stimmen, Direktkandidatin Frauke Petry erhielt 2,0 Prozent (805 Stimmen). Den Sieg trug AfD-Generalsekretär Jan-Oliver Zwerg mit 35,0 Prozent (13.901 Stimmen) davon, der sich deutlich gegen den bisherigen CDU-Abgeordneten Oliver Wehner (27,7 Prozent/11.024 Zweitstimmen) durchsetzte.

Am Tag danach erklärte sich Petry die "bittere Niederlage" damit, dass die Blauen mit ihrem "klar anti-sozialistischen und bürgerlichen Politik-Angebot bei den Wählern nicht durchgedrungen" seien. Petry, der nach dem Verlust des Landtagsmandats noch der Sitz als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag bleibt, befürchtet eine "weitere Polarisierung im Freistaat". Die AfD werde davon so lange weiter profitieren, "wie sie sich selbst als Daueropfer in Szene setzen kann". Zu dem von einem Teil ihrer Wähler erhofften Politikwechsel sei die AfD "weder inhaltlich noch personell in der Lage".

Neben Petry verabschieden sich auch vier weitere fraktionslose Abgeordnete aus dem Landtag, die nach der Bundestagswahl 2017 mit ihr die AfD verlassen hatten: Uwe Wurlitzer, Andrea Kersten, Kirsten Muster und Gunter Wild. Unter Petrys Führung war die AfD 2014 erstmals überhaupt in einen Landtag eingezogen. Damals bekam sie 9,7 Prozent der Stimmen, dieses Mal waren es 27,5 Prozent. Im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren gewann die AfD knapp 436.000 Zweitstimmen hinzu.

Zur Wahlpräsentation: Alle Daten aus den Gemeinden und Wahlkreisen

Bildstrecke: Das sind die Mitglieder des neuen Landtags

 

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