Blutspenden in Sachsen dringend erforderlich - Lage prekär

Unfallopfer oder Menschen im Operationssaal sind häufig darauf angewiesen, dass sie ein Blutpräparat bekommen. Allerdings müsste die Zahl der Spender deutlich steigen, damit der Bedarf auch gedeckt werden kann.

Dresden (dpa/sn) - In Sachsen herrscht nach wie vor ein erhöhter Bedarf an Blutspenden. Ab Mitte Mai habe sich die Nachfrage aus den Krankenhäusern nach Blutprodukten innerhalb weniger Tage um bis zu 30 Prozent erhöht, wie Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost auf Anfrage sagte. Kurz zuvor waren die ersten Lockerungen wegen der rückläufigen Corona-Neuinfektionen in Kraft getreten. Vermutlich liege die erhöhte Nachfrage daran, dass der Regelbetrieb wieder gestartet ist und zudem aufgeschobene Operationen nachgeholt werden, so Schweiger. Derzeit seien die Notfallvorräte noch ausreichend, aber ansonsten sei nur noch ein Vorlauf für ein bis zwei Tage vorhanden.

Die Situation werde voraussichtlich noch einige Wochen und Monate anhalten, so Schweiger. Schon jetzt blicke der Blutspendedienst mit Sorge auf die bevorstehenden Sommerferien. Wenn die Menschen wieder verreisen könnten, seien sie für die Blutspende nicht erreichbar. Zudem habe die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, dass bei hohen Temperaturen die Spendebereitschaft allgemein nachlasse. All dies würde die prekäre Lage vermutlich weiter verschärfen.

Um vernünftig planen zu können, sei ein Vorlauf an Blutspenden für mindestens vier bis fünf Tage wünschenswert, sagte die Sprecherin des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes. Viel mehr sei auch gar nicht möglich, weil die Blutpräparate nur eine begrenzte Haltbarkeit hätten - von Blutplättchen mit fünf Tagen Haltbarkeit bis zur klassischen Blutkonserve, die sechs Wochen aufbewahrt werden kann. Die Blutspendedienste hoffen deshalb darauf, dass sich zahlreiche Menschen davon überzeugen lassen, Spender zu werden.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.