Brand im Elbsandsteingebirge hat schwerwiegende Folgen

Die Polizei vermutet illegale Camper als Verursacher des Feuers. Dabei ist die Region unweit der Felsenbühne Rathen für Besucher eigentlich tabu.

Lohmen/Dresden.

Verkohlte Bäume auf grauer Asche: Der bisher größte Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz in diesem Jahr hinterlässt ein trauriges Bild. In den zurückliegenden Tagen loderten die Flammen in einem Waldstück nahe der bekannten Felsenbühne Rathen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme wurde nun das gesamte Ausmaß der Schäden deutlich. Nicht wie zuerst berichtet 4000, sondern rund 15.000 Quadratmeter größtenteils unberührter Wald wurden Opfer der Flammen.

"Der Schaden an der Natur und den betroffenen Bäumen ist nicht mit Geld zu beziffern", sagte der Sprecher der Nationalparkverwaltung, Hanspeter Mayr, am Donnerstag bei einem Pressetermin unweit des berühmten Basteifelsens. Auch wenn sich die Wälder in geraumer Zeit aus eigener Kraft regenerieren, werden die Auswirkungen des Brandes noch nach Jahrzehnten in Flora und Fauna präsent sein, befürchtet der Nationalpark-Sprecher. Dabei hätten in dem geschützten Gebiet gar keine Urlauber unterwegs seien dürfen. "Die Gegend ist eigentlich für Besucher tabu", erläuterte Mayr.

Das Feuer war am Donnerstag vor einer Woche in der Nähe des Hirschgrundes ausgebrochen. Nach Angaben des Landratsamtes kamen 150 Rettungskräfte bei der Brandbekämpfung zum Einsatz. Da sich der Brand in einem schwer zugänglichen Areal ausbreitete, wurden Feuerwehrleute von Mitarbeitern der Bergwacht und Höhenrettung abgeseilt und gesichert. Erst nach 24 Stunden konnten die Flammen weitestgehend gelöscht werden. Allerdings mussten die Rettungskräfte in den folgenden Tagen noch mehrmals zum Einsatzort ausrücken, da Glutnester immer wieder aufflammten. Das Löschwasser wurde unter anderem aus der Elbe herangeführt. Auch die Bastei-Zisterne und der Löschwasserteich in Rathewalde lieferten Wasser. Drei Feuerwehrleute wurden während des Einsatzes leicht verletzt, teilten die zuständigen Behörden mit.

Derweil zeichnet sich auch ab, dass der Brand enorme finanzielle Schäden für die betroffene Kommune verursachte. Wie die "Sächsische Zeitung" berichtete, zeigte sich der Bürgermeister von Lohmen (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Jörg Mildner (CDU), besorgt, denn der Einsatz habe hohe Kosten verursacht. "An einen Waldbrand in dieser Dimension bei uns kann ich mich zumindest in den zurückliegenden 30 Jahren nicht erinnern", so das Gemeindeoberhaupt. Auch wenn die endgültige Schadenssumme noch nicht feststeht, rechnet Mildner mit einem fünfstelliger Betrag. Der Bürgermeister erwartet indes nicht, dass sich der Nationalpark als Eigentümer der Flächen an den Kosten beteiligen wird.

Unterdessen ermittelt die Polizei weiter nach den Brandverursachern. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden mitteilte, entdeckten Ermittler Reste einer illegalen Feuerstelle und mehrere Gegenstände in der Nähe des Brandortes. Darunter zwei Rucksäcke und Ukulelen, einen Campingkocher, zwei Klappstühle und eine Schlafmatte. Trotz mehrerer Hinweise aus der Bevölkerung gebe es aber bisher noch keine konkrete Spur zu den Besitzern.

Im Nationalpark Sächsische Schweiz darf weder gezeltet noch im Freien übernachtet werden. Für Kletterer sind 58 Freiübernachtungsstellen, sogenannte Boofen, außerhalb der Kernzone ausgewiesen. Seit Anfang Juli gilt allerdings Waldbrandgefahrenstufe vier und somit mehrere Einschränkungen. So darf der Nationalpark nur zwischen 6 und 21 Uhr betreten und die ausgeschilderten Wege nicht verlassen werden. Dennoch gab es seit Ostern 15 Waldbrände in der Schutzzone, im Schnitt sind es jährlich fünf bis sechs.

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