Die Präsentation von Krahs Roman "Die Reise nach Europa" war ursprünglich am 21. März 2026 als Programmpunkt vorgesehen.
Die Präsentation von Krahs Roman "Die Reise nach Europa" war ursprünglich am 21. März 2026 als Programmpunkt vorgesehen. Bild: Elisa Schu/dpa
Sachsen
Buchmesse sagt Romanvorstellung von AfD-Politiker Krah ab

Romanvorstellung gestrichen: Wegen "massiver Sicherheitsbedenken" bleibt Krahs "Die Reise nach Europa" vorerst ohne Bühne auf der Leipziger Buchmesse.

Leipzig.

Die Leipziger Buchmesse hat die ursprünglich geplante Romanvorstellung des AfD-Politikers Maximilian Krah abgesagt. Die vom Castrum Verlag angemeldete Veranstaltung sei "nach sorgfältiger Prüfung aus Sicherheitsgründen" gestrichen worden, teilte die Buchmesse mit. Zuvor hatte das Nachrichtenportal "The Pioneer" berichtet. 

Die Präsentation von Krahs Roman "Die Reise nach Europa" war am 21. März vorgesehen. Für die Veranstaltung bestünden wegen der hohen Bekanntheit Krahs und seiner "öffentlich sehr kontrovers diskutierten Positionen massive Sicherheitsbedenken", hieß es zur Begründung. Oberste Priorität sei der Schutz aller Besucherinnen und Besucher, insbesondere der vielen Schulklassen, Familien und jungen Menschen. Das Sicherheitskonzept sehe ausdrücklich vor, Veranstaltungen mit erheblichem Risikopotenzial nicht zuzulassen oder in einen anderen Rahmen zu überführen.

Krah sagte dem Portal, er nehme die Absage überrascht zur Kenntnis. Eine Buchmesse, die Angst davor habe, ein "unpolitisches" Buch zu besprechen, brauche "kein Mensch". Die angeführten Sicherheitsbedenken wies er zurück. Sein Verlag werde erneut versuchen, den Veranstalter umzustimmen. Eine Veranstaltung, "wo alle einer Meinung sein müssen, um sich präsentieren zu dürfen, ist intellektuell tot". 

Die Leipziger Buchmesse betonte hingegen, sie verstehe sich als Plattform für Ideen, Gedanken und Geschichten, auf der Literaturlandschaft, Gesellschaft und Öffentlichkeit eingeladen seien, miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Das 2026 erschienene Werk von Krah behandelt Themen wie Europas Geschichte, Erinnerung, Identität und Verantwortung. (dpa)

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