Bundespräsident gratuliert Schorlemmer zum 75. Geburtstag

Berlin/Wittenberg (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Wittenberger Theologen und DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer zum 75. Geburtstag mit einem persönlichen Schreiben gratuliert. Als steter Mahner gegen das Unrecht und treibende Kraft für die Aufarbeitung der Geschichte der zweiten deutschen Diktatur habe sich Schorlemmer bleibende Verdienste erworben, heißt es in dem Schreiben, das am Mittwoch verbreitet wurde. «Sie sind ein Mann der Worte, ein Mann des Gewissens, ein Mann des Glaubens. Nicht umsonst hat Sie Ihr Lebensweg von Wittenberge nach Wittenberg geführt.»

Schorlemmer wird am Donnerstag 75 Jahre alt. Er gilt als Symbolfigur des Widerstands gegen die DDR-Führung sowie der Friedensbewegung. So rief er bei der Massendemonstration am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz zur Gewaltlosigkeit auf. Wenige Tage später fiel die Mauer. Im Jahr 1993 wurde Schorlemmer mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Der Theologe lebt seit vier Jahrzehnten in Wittenberg in Sachsen-Anhalt und ist auch Ehrenbürger der Stadt.

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4Kommentare
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    Freigeist14
    16.05.2019

    Klaus Kinkel 1991 : "Ich baue auf die deutsche Justiz.Es muss gelingen ,das SED -System zu delegitimieren , das bis zum bitteren Ende seine Rechtfertigung aus antifaschistischer Gesinnung ,angeblich höheren Werten und behaupteter Humanität hergeleitet hat während es unter dem Deckmantel des Marxismus-Leninismus einen Staat aufbaute ,der in weiten Bereichen genauso unmenschlich und schrecklich war wie das faschistische Deutschland ." Schlussbericht der Enquete-Kommission 1998 unter R.Eppelmann : AM Ende des 20.Jahrhunderts müssen die Deutschen mit der Erinnerung an zwei deutsche Diktaturen und ihre Opfer leben.Die Notwendigkeit von Aufarbeitung und Erinnerung an die beiden Diktaturen ist heute Teil des demokratischen Selbstverständnisses im vereinigten Deutschland(...) .

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    Haecker
    16.05.2019

    Die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat leider nicht ganze Arbeit geleistet. Wenn sie das getan hätte, gäbe es nicht so viele Verharmloser und Relativierer dieser Diktatur, die sich als "sozialistische Demokratie" bezeichnete. Und im übrigen kenne ich unter den Demokraten (die Verharmloser der NS-Diktatur zähle ich nicht dazu) niemanden, der die SED-Diktatur mit der NS-Diktatur gleichsetzen will - da fügt niemand "schnell hinzu", "die erste war schlimmer", das ist selbstverständlich Konsens unter Demokraten.

  • 4
    1
    Freigeist14
    16.05.2019

    Deluxe@ Sie geben doch schon den Erfolg dieser hochoffiziellen Bezeichnung ab : Mit den b e i d e n Diktaturen in Deutschland kann man beides unverhohlen auf eine Stufe stellen und schnell hinzufügen : "Die erste war schlimmer " . Die "Enquete-Kommission der Aufarbeitung der SED -Diktatur" hat ganze Arbeit geleistet .

  • 2
    2
    Deluxe
    16.05.2019

    Ich frage mich unwillkürlich und erneut, wie man die DDR als zweite deutsche Diktatur bezeichnen kann.
    Denn das Nazireich war ganz sicher nicht die erste, sondern eine (wenn auch wahrscheinlich die übelste) von mehreren, die ihr vorausgingen.



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