Chemnitz/Plauen: Protest gegen NPD-Aktionstag

Hunderte Teilnehmer auf Kundgebungen gegen Rechts

Chemnitz/Plauen. Rund 250 Menschen haben am Dienstag in Chemnitz bei zwei Kundgebungen unter dem Motto "Asyl und Religionsfreiheit sind Menschenrecht" gegen Aktionen der NPD protestiert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vertreten, um die beiden Lager vor der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber am Adalbert-Stifter-Weg sowie am Türkischen Kulturzentrum auf der Zieschestraße voneinander zu trennen. Sie hielt die Kundgebungen etwa 200 Meter auf Abstand.

Ali Moradi vom Sächsischen Flüchtlingsrat dankte den Pro-Asyl-Demonstranten für ihr Erscheinen. An die Politik appellierte er, Asylbewerber dezentral unter Deutschen und nicht in Wohnheimen unterzubringen, um Angriffe wie 1992 in Rostock auszuschließen.

Die NPD hält derzeit in Sachsen sogenannte "Aktionstage der NPD gegen Asylmissbrauch, Überfremdung und Islamisierung" ab. Dagegen hat sich in Chemnitz und anderen Veranstaltungsorten ein breites überparteiliches Bündnis zusammengefunden. 

Aus der Sicht der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, die von der Bereitschaftspolizei unterstützt wurde, verliefen die Einsätze am Dienstag störungsfrei. Die Opferberatung Chemnitz berichtete dagegen von einem Angriff von NPD-Leuten auf eine Sitzblockade von Gegendemonstranten, bei dem die Polizei Verletzungen verhindert habe. Von der Polizei gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Am Abend demonstrierten auch in Plauen rund 150 Menschen gegen eine Kundgebung der NPD vor dem Asylbewerberheim. Die Polizei war mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort, um die beiden Lager auf Abstand zu halten. Erst am Nachmittag war per Gerichtsbeschluss entschieden worden, dass die NPD für ihre Kundgebung keine weiteren technischen Hilfsmittel als ein Megaphon einsetzen darf. Die Gegendemonstranten übertönten die NPD-Demo am Abend mit Sprechchören. Ein Aktionsbündnis hatte zudem am Nachmittag ein "Fest der Vielfalt und Toleranz" auf die Beine gestellt. (mib/manu/fp)

 

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1Kommentare
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  • 1
    2
    gelöschter Nutzer
    30.10.2012

    Natürlich ist der Aktionstag unerträglich. Allerdins verstehe ich diese 200 Demonstranden auch nicht. Wieso richtet sich deren Empörung nur gegen die NPD, nicht aber gegen fremdenfeindliche Populisten wie Herrn Hartmann von der SPD oder die Herren Friedrich (Innenminister) und Ole Schröder (Staatssekretär) von der Union. Diese Herren machen auf dieselbe unwürdige Weise gegen Asylbewerber - aber das lassen die Demonstranden einfach so durchgehen.



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