Chemnitzer Modell: Start für Neubaustrecke

Das Chemnitzer Modell wächst. Noch während eine Strecke gebaut wird, schiebt der Verkehrsverbund Mittelsachsen den Neubau einer weiteren Linie an. Die Stufe 4 des Tram-Train-Systems kostet einen dreistelligen Millionenbetrag.

Chemnitz (dpa/sn) - Das Nahverkehrssystem Chemnitzer Modell wächst weiter ins Umland. Nur rund fünf Monate nach dem Baubeginn für die Verbindung nach Aue im Erzgebirgskreis beginnen die Planungen für die Ausweitung nach Limbach-Oberfrohna im Landkreis Zwickau. Wie der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) am Mittwoch mitteilte, wird für den ersten Bauabschnitt der neuen Trasse von sofort an ein Generalunternehmer gesucht. Für diese Planungsleistung sei jetzt die europaweite Ausschreibung veröffentlicht worden. Diese solle im 3. Quartal dieses Jahres vergeben werden, teilte der VMS mit.

«Es ist ein sehr ehrgeiziges Bauvorhaben», sagte VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus. Rund 25 000 Menschen aus Limbach-Oberfrohna und Umgebung würden damit an die Chemnitzer Innenstadt angebunden. Bislang wird den Angaben zufolge ein Ballungsraum mit 800 000 Menschen bedient.

Bei dem ersten von insgesamt fünf Bauabschnitten nach Limbach-Oberfrohna handelt sich um eine rund 2,3 Kilometer Neubaustrecke in Chemnitz. Unter Einbeziehung bereits vorhandener Straßenbahngleise soll um die Innenstadt ein City-Ring entstehen. Dieser soll zwischen 2025 und 2027 fertiggestellt werden. Darin eingeschlossen sind laut VMS «die komplette Planung der Straßenbahntrasse und der umgebenden Straßenräume mit Fußwegen, Begrünung und Fahrradstreifen».

Die geplante Strecke nach Limbach-Oberfrohna ist insgesamt rund 17 Kilometer lang und soll komplett elektrifiziert werden. Zwölf Kilometer der Gesamtstrecke werden neu gebaut. Lediglich in Chemnitz sowie auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke nach Wittgensdorf sollen bestehende Trassen genutzt werden. Die Gesamtkosten sind mit rund 120 Millionen Euro veranschlagt worden. Vorgesehen ist, dass 2030 die ersten Straßenbahnen von Chemnitz nach Limbach-Oberfrohna fahren.

Der Anschluss ist die vierte von insgesamt sechs Ausbaustufen des Chemnitzer Modells, das nach dem sogenannten Tram-Train-Prinzip Straßenbahn und Eisenbahn miteinander verknüpft. Bislang gibt es vier Linien, die Chemnitz mit den Städten Stollberg (Erzgebirgskreis), Hainichen, Mittweida und Burgstädt (alle Landkreis Mittelsachsen) verbindet.

Seit September im Bau ist die Strecke nach Aue. Auf der 47 Kilometer langen Linie über Thalheim sollen Ende dieses Jahres die ersten Züge fahren. Genutzt werden überwiegend vorhandene Gleise der Deutschen Bahn. Diese müssen jedoch noch verbunden werden mit den Schienen der Straßenbahn, der derzeit in der Nähe der Universität enden. Für den Ausbau der Linie sind Kosten von 65 Millionen Euro veranschlagt. Davon tragen 60 Prozent der Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), 30 Prozent der Freistaat und 10 Prozent der Verkehrsverbund.


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