Corona in Sachsen: Fünfte Welle durch nachlässige Bevölkerung?

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Siko-Chef Dr. Thomas Grünewald sieht die Sachsen am Zug, die vierte Welle zu brechen. Die aktuellen Bedingungen hält er für schlecht.

Leipzig/Chemnitz. Der Chef der Sächsischen Impfkommission (Siko), Dr. Thomas Grünewald, sieht deutlich schlechtere Voraussetzungen im Freistaat, um die aktuelle vierte Corona-Welle zu bekämpfen. Das sagte der Mediziner vom Klinikum Chemnitz am Dienstagfrüh im Radioprogramm von MDR Aktuell.

Die aktuellen Virus-Varianten seien ansteckender als vor einem Jahr, zudem hätten es die Krankenhäuser aktuell mit weiteren Virusinfektionen zu tun, etwa bei Kindern. Beim Thema Influenza wisse man noch nicht, wie gut der Impfstoff gegen die aktuell zirkulierenden Virenstämme schütze. Angesichts der Situation auf der eigenen Station sprach Grünewald von einer extrem hohen Belastung. Und ergänzte: "Die Belastung der Krankenhäuser wird sich auch in der Belastung der Allgemeinheit zeigen."

"Panedemien können bis zu fünf Jahre dauern"

Grünewald appellierte an die Bevölkerung, die eigenen Kontakte zu beschränken und die AHA-Regeln zu befolgen. Hier gäbe es vor allem im Nahverkehr noch viel Nachholbedarf. Zudem erklärte Grünewald, nur mit einer hohen Durchimpfungsrate lasse sich  die Pandemie begrenzen. "Sonst rauschen wir von der vierten in die fünfte Welle. Und Panedemien können bis zu fünf Jahre dauern."

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts waren in Sachsen zuletzt 56,7 Prozent der impffähigen Bevölkerung komplett gegen Corona geimpft. Damit war der Freistaat bundesweites Schlusslicht. Zum Vergleich: In Bremen betrug die Quote zuletzt 81,1 Prozent.

Was steht in der neuen Corona-Verordnung?

Sachsens Kabinett will heute über Eckpunkte einer neuen Corona-Verordnung sprechen. Darin sollen auch Ergebnisse einer Beratung der Regierung mit Wissenschaftlern und Vertretern von Verbänden einfließen. Zu den Online-Konferenz hatten Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Montag eingeladen. Mit Blick auf die dramatisch steigende Zahl von Corona-Patienten in sächsischen Kliniken bestand Einigkeit, geltende Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen. Das Impfen ist und bleibe der zentrale Baustein zur Überwindung der Pandemie, hieß es. Man wolle weiter für das Impfen werben, aufklären und Desinformationskampagnen entgegentreten.

Die Teilnehmer hatten anhand einer Art Absichtserklärung über mögliche Schritte in der Pandemie diskutiert. Es drohe eine Situation wie im letzten Winter, heißt es in dem Papier. Die Behörden würden vor allem die Umsetzung der 3G-Regel und der Maskenpflicht sicherstellen und die Einhaltung von Hygienekonzepten kontrollieren. Man empfehle dringend, dass Betreiber von Einrichtungen die bereits bestehende Möglichkeit zu 2G nutzen, so dass nur noch vollständig Geimpfte und Genese Zutritt zu Freizeiteinrichtungen erhalten. (fp/dpa)

 

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.