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Sachsen
Coronavirus: Erste Infektion in Sachsen bestätigt

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Ein Rentner aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzebirge hatte sich während einer Busreise aus Norditalien angesteckt. Bei weiteren Verdachtsfällen wurde das Virus nicht nachgewiesen.

Pirna/Brüssel.

Erstmals ist in Sachsen eine Person positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Wie der Pirnaer Landrat Michael Geisler (CDU) am Montagabend auf Facebook mitteilte, handelt es sich dabei um einen Rentner aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Mann sei kürzlich mit dem Bus von einer Norditalienreise zurückgekehrt.

Laut Geisler befinden sich der Rentner und seine Frau in häuslicher Isolation. Aus welchem Ort beide stammen, wollte Geisler nicht mitteilen. Der 67-jährige Untersuchte weist nach einer Mitteilung von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bisher keine Symptome für die durch das Coronavirus verursachte Lungenkrankheit Covid-19 auf. Der Gesundheitszustand des 67-Jährigen sei stabil. In häuslicher Quarantäne befänden sich vorsorglich bis zum 16. März auch weitere 33 Mitglieder der Reisegruppe, die in dem Bus eines Unternehmens aus Dippoldiswalde nach Deutschland zurückgekehrt seien. Keiner der übrigen Getesteten, die den Angaben zufolge alle aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stammen, sei positiv, auch der Busfahrer nicht.

Aufmerksam wurde das Landratsamt auf die potenziellen Fälle in der Nacht zum Sonntag, nachdem in Niedersachsen eine Infektion bekannt wurde. Ein 68-Jähriger aus Eltze, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet wurde, saß ebenfalls in dem Bus aus Sachsen.

Köpping lobte die Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden in Niedersachsen und Sachsen. Diese habe über die Ländergrenzen hinweg gut funktioniert. Nachdem der Niedersachse positiv auf das Coronavirus getestet worden war, seien alle Informationen sofort aus Hannover nach Sachsen übermittelt worden. Das Gesundheitsamt habe mit allen Busreisenden und somit auch mit dem betroffenen 67-Jährigen umgehend Kontakt aufnehmen können. Der erweiterte Personenkreis, mit dem die positiv getestete Person Kontakt hatte, wird Köpping zufolge aktuell durch das Krisenzentrum des Landkreises ermittelt. Dann würden weitere Tests durch den Landkreis durchgeführt.

Derweil wächst die Ansteckungsgefahr durch das neue Coronavirus auch in Europa weiter. Die EU-Gesundheitsagentur ECDC habe das Risiko auf moderat bis hoch heraufgestuft, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. Das bedeute, dass das Virus sich weiter ausbreite. Einen starken Anstieg vermeldete etwa der italienische Zivilschutz. So sei die Anzahl der Infektionen in Italien am Montag auf insgesamt 2036 Fälle angestiegen, 52 Infizierte seien gestorben. Am Vortag waren es noch 34 Tote.

Derweil zieht die Ausbreitung des Coronavirus weitere Folgen nach sich: Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München, die vom 11. bis 15. März stattfinden sollte, wird abgesagt. Das teilten die Veranstalter am Montagabend mit. Sie folgten damit einer Empfehlung des bayerischen Coronavirus-Krisenstabes. Die IHM ist mit 1000 Ausstellern aus 60 Ländern und mehr als 100.000 Besuchern die wichtigste Leistungsschau des Handwerks in Deutschland. In der Schweiz werden indes alle Fußballspiele der 1. und 2. Liga im März gestoppt. Das entschieden die 20 Clubs der Swiss Football League am Montag in Bern. (mit dpa)

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