Coronavirus: Kretschmer kündigt weitere Einschränkungen an

Köln/Dresden (dpa/sn) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens eingestimmt. «Wir sind überall in Deutschland noch vor der Krise und werden die Fehler von Italien nicht wiederholen», sagte er am Freitag im «Frühstart» der RTL/ntv-Redaktion. Man müsse nun auch über den Weiterbetrieb von Theatern, Museen oder Schwimmbädern sprechen.

«Überall da, wo fremde Menschen miteinander in Kontakt kommen, müssen wir dafür sorgen, dass das weniger stattfindet», erklärte Kretschmer. Das gelte auch für Schulen. Bei der Frage nach Schulschließungen gehe es nicht vorrangig um die Gesundheitsvorsorge für Kinder, sondern darum, Übertragungsketten zu reduzieren. Dennoch müsse ein solcher Schritt gut überlegt sein: «Wir brauchen die Eltern dieser Kinder, damit das öffentliche Leben erhalten bleibt; in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, bei Bus oder Bahn.» Für sie müsse es Betreuungsangebote geben.

Trotz der massiven Auswirkungen für die Wirtschaft sollen die Einschränkungen für mindestens vier bis sechs Wochen gelten, betonte Kretschmer. Die Europäische Union sei jedoch entschlossen, alle Maßnahmen zu treffen, damit «Unternehmen, die jetzt in Liquiditätsengpässe kommen oder kurz vor der Insolvenz stehen», gerettet werden könnten: «Nach einer gewissen Übergangszeit, auf jeden Fall bis nach den Osterferien, schauen wir uns die Situation neu an. Und dann werden wir sehen, ob weitere Maßnahmen nötig sind.»


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6Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    2
    1113694
    16.03.2020

    Zwischen ankündigen und durchsetzen liegt eben eine große Hemmschwelle ( oder man braucht E..r. )

  • 6
    1
    ralf66
    16.03.2020

    Die Schüler werden nicht gleich alle total verdummen wenn die Schule für einige Wochen ausfällt, dass tritt nicht ein und wenn ja, sind es die Schüler die schon vor dem Ausfall dumm waren. Ich denke vor dem Computer lernen geht schon, ob es am Ende erfolgreich war, da habe ich meine Zweifel.
    Es fallen doch durch die unterschiedlichsten Problemen an Schulen sowieso oft viel Unterrichtsstunden aus jetzt wo Notfall herrscht wird Theater gemacht und so getan

  • 3
    0
    vomdorf
    16.03.2020

    Die Elternsprecher der Klassen können die Aufträge/ Aufgaben, die sie vom Klassenleiter bekommen auch per Mail an alle Eltern senden.

  • 8
    2
    quatschkopf
    16.03.2020

    Aha. Und der einzige Weg Aufgaben weiter zu geben heißt WhatsApp oder wie?
    Jede Schule hat eine Website auf der man die Aufgaben bereitstehen kann. Dafür muss es keine Chatgruppe mit SchülerInnen und LehrerIn geben. Auch ein ganz einfacher E-Mail Verteiler ist kein Problem. Auch dabei muss man nicht auf datenhungrige Dienste wie WhatsApp, Facebook, Google setzen.

  • 0
    9
    1054456
    15.03.2020

    Hätte das Kultusministerium den Kontakt zwischen Lehrern und Schülern über die sozialen Medien nicht verboten, dann wäre die Aufgabenübermittlung, deren Kontrolle und Hilfestellung problemlos möglich. Und nun Briefe schreiben?

  • 27
    2
    Deluxe
    13.03.2020

    Es gibt keine alternative Schülerbetreuung, solange die dann wieder in Gruppen stattfindet.

    Schulschließungen haben nur Sinn und können ihren Zweck nur erfüllen, wenn die Kinder ZUHAUSE bleiben.
    Und das heißt, daß die Familien sich etwas einfallen lassen müssen - da hilft alles nichts.