Der Ruf von Dresden

Sachsens Landeshauptstadt war in diesem Jahr Gastgeber der zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit. Davon wird wohl genau das hängen bleiben, was die Organisatoren befürchtet hatten.

Dresden.

Als der evangelische Landesbischof das F-Wort ausspricht, ist es vorbei mit der Geduld. "Die Länder Europas streiten sich", hatte Carsten Rentzing im ökumenischen Gottesdienst in der Frauenkirche gerade gesagt. Eigentlich nicht mehr als eine Bestandsaufnahme, zu der dann auch noch sein nächster Satz gehört: "Flüchtlinge irren umher."

Sofort regt sich Protest. Das bloße Wort "Flüchtlinge". Erst pfeift ein Zuhörer, der vor den Monitoren mit der Liveübertragung an der MDR-Bühne neben der Semperoper steht, dann buht sein Nebenmann. Und danach folgen immer mehr.Diejenigen, die weiter zuhören wollen, sind chancenlos. Sie scheinen nicht einmal weniger zu sein, aber sie sind eben auch nicht die Mehrheit, nicht an diesem 3. Oktober kurz nach elf Uhr auf dem Dresdner Theaterplatz. Die anderen, die hören einfach nicht auf zu schreien, zu pfeifen, zu buhen. Zwei Frauen mittleren Alters skandieren "Wählt die AfD", dann setzen andere im Stakkato ein mit "Heimat, Freiheit, Tradition - Multikulti Endstation". Als das Oberhaupt der Griechisch-orthodoxen Kirche in Deutschland zu sehen ist, heißt es plötzlich "Heuchler, Heuchler".

Die Trümpfe der "Patriotischen Europäer zur Rettung des Abendlandes" um Pegida-Chef Lutz Bachmann - der selbst nicht mitruft, sondern an einer Imbissbude Getränke ordert - sind klein und handlich: Trillerpfeifen. Die hallen genauso laut über den mit Sicherheitszäunen abgesperrten Theaterplatz vor der Semperoper wie schon ein paar Minuten vorher über den ebenfalls abgeschirmten Neumarkt.Dort mussten die meisten Gäste des Gottesdienstes auf dem Weg zur Kirche durch ein Spalier von mehr als 200 Demonstranten. Von den bei Pegida am Montag zuvor verschenkten Trillerpfeifen werden selbst Ehrengäste wie Gunther Emmerlich nicht verschont. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) gibt tapfer Widerworte. Sachsens Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold (SPD) winkt hingegen ab, "fleischgewordenes Ressentiment", dagegen sei jeder Widerstand zwecklos. Ein dunkelhäutiger Mann wird auf dem Weg zur Kirche mit "Abschieben"-Rufen empfangen. Von "Schande" spricht später der CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Fischer: "Da schämt man sich als aufrechter Deutscher in Grund und Boden."

Die Kanzlerin kriegt weniger davon mit, ihre Limousine fährt immer ein paar Hundert Meter vom Epizentrum entfernt vor, erst zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, später zum Festakt in der Semperoper. Nach Dresden gekommen sind neben ihr mit Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle alle anderen ranghohen Repräsentanten des Staates. So ist es Usus am Jahrestag der Vereinigung vom 3. Oktober 1990, nur das Gastgeberbundesland ändert sich.

Usus geworden war in der jüngeren Vergangenheit auch der eher unerfreuliche Empfang der Republikspitze in Sachsen: "Volksverräter" und "Hau ab", das kennen Merkel und Gauck schon aus Heidenau und Bautzen. Die Bilder waren danach um die halbe Welt gegangen. Dass das nun wieder passieren könnte mit Dresden, genau das hatten die Organisatoren aus Sachsens Staatskanzlei befürchtet.

Mit "Ruf aus Dresden" war im Februar 1990 ein Aufruf zum Wiederaufbau der Frauenkirche überschrieben. Elf Jahre nach der Wiedereröffnung des Gotteshauses 2005 geht es längst um den Ruf von Dresden, jener Mutterstadt der Pegida-Demonstranten, die sich fünf Stunden später für das "wunderschöne Pfeifkonzert gegen die Raute des Grauens" feiern, eine Anspielung auf Merkels bekannte Geste.Monatelang hatte die Staatskanzlei das dreitägige Fest vorbereitet, das stattliche Budget dafür lag bei 4,5 Millionen Euro. Die Bemühungen, am eigenen Image zu feilen, waren offensichtlich. Neben den Bundesländern präsentieren sich auch Bundesrat, Bundestag und Bundesregierung zentral in der Altstadt. Und die Bundeswehr rückt auf der "Blaulichtmeile" sogar mit Panzern an. In Randlage lädt auch der Landtag zu seinem Tag der offenen Tür. Parlamentspräsident Matthias Rößler gesteht, dass er nach sächsischen Eierschecken "richtig süchtig" und die aus Löbau - Gastgeberstadt für den nächsten "Tag der Sachsen" 2017 - im Übrigen auch "die beste" sei.

Gewisse Parallelen zum "Tag der Sachsen" lässt auch das Einheitsprogramm mit Imbissständen, Diskussionsrunden und Konzerten erkennen. Als eigentlicher Höhepunkt gilt den Organisatoren am späten Sonntagabend eine große, nach 45 Minuten in ein riesiges Feuerwerk mündende Licht- und Lasershow, die die historische Altstadtkulisse mit Motiven der jüngeren deutschen und sächsischen Geschichte in Szene setzt. Ein Sprecher aus dem Off streichelt dazu die sächsische Seele, Kritik bleibt am Vorabend des 3. Oktober auf den eher nebulösen Halbsatz beschränkt, es sei "heute nicht immer leicht, bei uns - aber auch weltweit - von Zusammenhalt und von Würde zu sprechen".

Als Motto seiner demnächst endenden Bundesratspräsidentschaft wie auch der Einheitsfeier hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) "Brücken bauen" ausgegeben. Von ganz Linksaußen wird der Slogan in Dresden als "zynisch" bezeichnet. Auf der friedlich bleibenden Antifa-Demonstration des Bündnisses "Solidarität ohne Grenzen" mit etwa 500 Teilnehmern und intensiver Polizeibegleitung heißt es am Samstagabend, dass man kein liberaleres oder bunteres, sondern "gar kein Deutschland" wolle.

Vom "besten Deutschland aller Zeiten" spricht derweil Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer. Und auch der Festredner in der Semperoper sieht das wohl so. Deutschland sei als demokratischer Staat "sicher nicht perfekt, aber gewiss in besserer Verfassung als jemals zuvor", sagt Bundestagspräsident Lammert. An Pegida richtet sich sein Hinweis, wer im Streit um das Deutschland im 21. Jahrhunderts "das Abendland gegen tatsächliche und vermeintliche Bedrohungen verteidigen will, muss seinerseits in dieser Auseinandersetzung den Mindestansprüchen unserer Zivilisation genügen: Respekt und Toleranz üben und die Freiheit der Meinung, der Rede, der Religion wahren und den Rechtsstaat achten." Lammerts Rede, manche Zuhörer sprachen von einer Bewerbung als Bundespräsident, hätte wohl jede andere Einheitsfeier überstrahlt.

Und dann war ja noch die Sache mit der Sicherheit. Unbekannte setzten in der Nacht zum Sonntag drei Polizeifahrzeuge in Brand. Mehr als 2500 Beamte waren in Dresden im Einsatz, auch Scharfschützen. Aus Angst vor einem terroristischen Anschlag waren sämtliche Zufahrtswege zu neuralgischen Punkten mit 1400 Betonklötzen zugestellt.

Ein von der Polizei im Internet und auf Aushängen veröffentlichter "Verhaltenskodex" hatte die Besucher aufgefordert, auf Rucksäcke genauso zu verzichten wie etwa auf Trillerpfeifen. Dass sich viele Pegida-Anhänger nicht daran halten würden, habe man nicht ahnden können, weil es nur eine "Selbstverpflichtung" gewesen sei, hieß es später. Zudem will die Polizei nun prüfen, ob ein Beamter beim Verlesen der Auflagen für die Pegida-Demonstration gleich auch noch "einen erfolgreichen Tag" gewünscht hat.

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41Kommentare
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  • 2
    3
    Schinderhannes
    10.10.2016

    @ "BlackSheep"

    Die Nazis, welche Sie immer in Schutz nehmen, haben sehr viel Empathie! Jawohl!!!
    Und bringen Sie mir ein Zitat, wo ich den Frauen von Köln und anderen Städten keine Empathie entgegen bringe.
    Für die Täter habe ich sehr wohl eine Strafe gefordert, da es sich bei den meisten der Täter um Maghrebiner handelt. Also dort sind nicht alle schutzbedürftig. Die wenigsten Flüchtlinge aus dem Irak, Afghanistan oder Syrien würden so etwas tun.

  • 3
    3
    BlackSheep
    09.10.2016

    @Schinnderhannes und genau da liegt das Problem. Sie reden von sozialer Empathie, und suchen sich dabei heraus wem Sie die entgegenbringen. So lange wie Sie nur für Flüchtlinge Empathie fordern, aber den belästigen und vergewaltigten Frauen, oder z.B. Murat Kurnaz keine soziale Empathie entgegenbringen sind Sie scheinheilig und unglaubwürdig!

  • 2
    4
    Schinderhannes
    09.10.2016

    @ "voigtsberger":

    Vor 27 Jahren haben Menschen noch verhindert, dass wir überhaupt in solche Länder reisen können.

    Speziell noch mal für einen von den Menschen hier, welcher seine sozialen Empathie etwas aufwerten könnte:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Flucht#Flucht_vor_Gefahren_oder_Bedrohung

  • 4
    3
    voigtsberger
    09.10.2016

    Schinderhannes: Einfach einmal in Spanien, Portugal, Italien, Griechenland usw. als Europäer leben und nicht nur als zahlender Tourist, da kann man Nationalität erleben und nicht nur als Flüchtling. Also nicht immer auf die Kritiker einer Politik zeigen, die diese zu 82 % nicht wollen, sondern auf die Nationalstaaten um uns herum und wer in diesen Ländern als erstes kommt, wenn es um sozialpolitische Entscheidungen geht, sofern es überhaupt welche gibt und wer da nicht zum Volk gehört, hat ganz schlechte Karten, wenn dieser nicht finanziell unabhängig ist!

  • 3
    8
    Schinderhannes
    08.10.2016

    @ saxon1965:

    Ihre Frage wollte ich schon lange beantworten, hatte aber keine Zeit gefunden. Ich möchte mal die sehen, wie zum Beispiel ?BlackSheep?, welche sich über alles aufregen und uns sowie den Politikern das Wort im Munde umdrehen, wenn die sich vielleicht mal selber an so einen Posten wagen würden. Ich denke, die würden ganz schön alt aussehen.
    Ich bin der Meinung, dass im Großen und Ganzen Bundes- wie Landespolitik in erster Linie für das deutsche Volk gemacht wird.

    ***Leider erweckt die Politik auch in mir immer mehr den Eindruck, dass hier und da kein Geld da ist (Bildung/Lehrer) und an anderer Stelle Millionen zur Verfügung stehen. Fakt!
    Sie erweckt den Eindruck, dass über Banken, Automobilindustrie, Kapital, Türkei ect. die Hand gehalten wird, während die Sorgen der Normalbürger abgetan bzw. verunglimpft werden. Bei all den Themen:
    Einflussnahme der Wirtschaft, der Banken und Versicherungen auf die Politik, Nebeneinkünfte von Politikern und Posten nach ihrer politischen Karriere, der ganzen verfahrenen Kiste Europa mit ihrer überbordenden Bürokratie, Postenbeschaffung und Bevormundung der***

    Natürlich beobachte ich das auch und hier gilt es über Aufsichtsräte, Gewerkschaften, Betriebsräte, Presse, Fahndung etc. dagegen zu halten und nicht gleich das ganze System und die Demokratie in Frage zu stellen.

    In die Politik kann nicht jeder, weil nicht jeder dafür geschaffen ist. Manche können nicht einmal mit dem Vokabular der Nazis umgehen.
    Man sollte aber auch nicht immer alle Politiker in einen Topf werfen und auch das sind nur Menschen. Ich nenne mal ein paar Namen, welchen ich vertraue, bzw. welche es gut gemeint haben, aber sich vielleicht (!) verschätzt: Natascha Konen, Norbert Blüm, Heiner Geißler, Regine Hildebrandt, Armin Laschet, Angela Merkel, Björn Engholm, Peer Steinbrück? Ich könnte noch so viele nennen.

    Mein großes Problem ist, warum die Menschen nicht gegen das, was Sie geschrieben haben und was ich in Sternchen gesetzt habe, auf die Straße gehen (es gab ja mal ein kleines Leuchtfeuer bei Schröders Harz 4 ? und Clements Zeitarbeitsgesetzen) sondern gegen einen großen Teil von Kinder, Frauen und Männern welche aus Terror- und Kriegsgebieten Zuflucht bei uns suchen.

    Diese Menschen können für untragbare Zustände in unserem Land gar nichts, sondern viele bedürfen des Schutzes unserer Demokratie. Im Grunde wäre ja auch genug Geld vorhanden.

    Verunglimpft wird bei uns niemand. Aber wenn Herr Gabriel zu Leuten ?Pack? sagt, welche auf Flüchtlinge und die Polizei losgehen, dann ist das völlig legitim.

    Es wird jedenfalls mit Pegida und AFD keine positive Veränderung in unserem Land stattfinden. Es wird alles nur noch mehr aufgeheizt und es wird gehetzt, als die Probleme gemeinsam in die Hand zu nehmen und sie zu beseitigen.

    Die Leute, welche hier täglich rummotzen sollen mir mal circa 10 Länder nennen, wo es weniger Armut und mehr Demokratie gibt, als in meinem Heimatland.

    Herr saxon1965, ich wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenenede

  • 9
    3
    BlackSheep
    07.10.2016

    Ergänzung: interesanter Satz, man ist Deutscher und will gar kein Deutschland. Ist vieleicht ein Grund für die Proteste, viele leben hier und sind gerne Deutsche und sehen das mit Sorge das sich das eigen Land abschafft.

  • 9
    3
    BlackSheep
    07.10.2016

    @Schinnderhannes, hören Sie doch endlich auf anderen das vorzuwerfen was Sie betreiben! Wenn man jeden der Kritik äußert als Nazi beschimpft, ist man kein Demokrat! Das Sie sich hier als Hüter der Demokratie aufspielen ist in etwas so als wenn man den Bock zu Gärtner macht.

  • 5
    3
    Interessierte
    06.10.2016

    Also was diesen ersten Abschnitt betrifft , da verstehe ich jetzt auch nicht , was das Flüchtlingsproblem mit der "Deutschen Einheit" zu tun hat ...

    Die "Deutsche Einheit" war ein ganz anderes Problem , das hatte was mit dem Herrn Hitler und der Befreiung und der Aufteilung in 4 Sektoren und mit dem KK und dem Bau der Innerdeutschen Grenze und der Mauer in Berlin zu tun ...

    Wenn ein Herr Pfarrer die Spielregeln nicht einhält und mit solchen Worten anfängt und somit vom wirklichen Thema ablenkt und damit in eine andere Richtung geht und uns ´mitnehmen` will , dann ist das "Problem" ja schon vorprogrammiert ...

    Allerdings hatte ich in den Bildern im Fernsehen zur "Deutschen Einheit" auch in der ersten Reihe eine syrische Familie gesehen , und zudem wissen die auch nicht , was ?das? ist und nur , dass das in etwa ein Geburtstag ist , weil die aus einer ganz anderen Welt kommen , aber vielleicht wollen oder sollen die Medien das alles in eine gewisse Richtung drehn ?

    Das Problem hier im Osten ist nur so , wir sind sehr bescheidene und ruhige Menschen sind , aber sehr korrekte , ehrliche , sachliche und intelligente Menschen - und wir mögen die Heuchler und Schönreder und Besserwisser und somit ´diese` Art von Diktatur und Bevormundung nicht ...

    Und deshalb verstehen wir uns wahrscheinlich ´gegenseitig` auch nicht , zumal man auch eine jeweils andere Sprache spricht und eine andere Denke hat - deshalb wird das wohl auch nie etwas werden und das hätte ´niemals` passieren dürfen ...

  • 10
    1
    saxon1965
    06.10.2016

    @Schinderhannes: Ich gebe ihnen in manchen Absätzen recht. Nur mit dem Wort "Volksverräter" werden, sicher sehr pauschal, Politiker betitelt, die den Eindruck erwecken, nicht (mehr) für das Volk zu regieren. Manche sagen auch laut GG "Schaden vom deutschen Volke abzuwenden".
    Nun frage ich sie, finden sie wirklich, dass im Großen und Ganzen Bundes- wie Landespolitik in erster Linie für das deutsche Volk gemacht wird?
    Toleranz muss man sich leisten können. Leider erweckt die Politik auch in mir immer mehr den Eindruck, dass hier und da kein Geld da ist (Bildung/Lehrer) und an anderer Stelle Millionen zur Verfügung stehen. Fakt!
    Sie erweckt den Eindruck, dass über Banken, Automobilindustrie, Kapital, Türkei ect. die Hand gehalten wird, während die Sorgen der Normalbürger abgetan bzw. verunglimpft werden. Bei all den Themen:
    Einflussnahme der Wirtschaft, der Banken und Versicherungen auf die Politik, Nebeneinkünfte von Politikern und Posten nach ihrer politischen Karriere, der ganzen verfahrenen Kiste Europa mit ihrer überbordenden Bürokratie, Postenbeschaffung und Bevormundung der Länder ... habe ich das Vertrauen in dieses System verloren!
    Es müssen sich grundlegende Dinge ändern, wenn Merkel & Co wieder als Volksvertreter gesehen werden wollen.

  • 4
    11
    Schinderhannes
    05.10.2016

    Der Unterschied zwischen einer funktionierenden Demokratie und einem Land wie, sagen wir zum Beispiel Russland, ist, dass in der Demokratie eifrig für oder gegen alles Mögliche demonstriert werden darf. Auch am Nationalfeiertag. Der Demokrat erträgt es, dass zum Beispiel in Dresden am Tag der Einheit Politiker beschimpft und ausgebuht werden. Das ist nicht schön, gehört zur Demokratie aber dazu.

    Das eigentliche Problem an den Protestierenden in Dresden ist, dass sie selbst keine Demokraten sind. Sie definieren Deutschland offenkundig nicht als Rechts- und Wertegemeinschaft. Das Wort Verfassungspatriotismus ist ihnen dem Sinn nach fremd. Für sie und ähnlich denkende Protestler ist Deutschland zuerst eine Volksgemeinschaft, in der nur derjenige Rechte haben soll, der dem deutschen Volk durch Geburt (und Blut) angehört. So verstehen sie ihren Ruf "Wir sind das Volk". Er schließt den Flüchtling aus, aber letztlich auch jeden anderen, der nicht so aussieht oder denkt wie sie selbst.

    Würden diese Leute das Land regieren, wäre es mit dem Pluralismus und der freien Meinungsäußerung wohl bald vorbei. Denn Pegida-Demonstranten, AfD-Sympathisanten und Facebook-Pöbler sind eben keine besorgten Bürger, sondern Menschen mit einem nationalistischen, autoritären und völkischen Staatsverständnis.

    Entlarvt werden die angeblich nur "besorgten" Bürger durch ihre Sprache: Der zentrale Begriff, der immer wieder in den rechtsradikalen Foren und bei Protesten auftaucht, lautet "Volksverräter". Er wurde in Dresden den demokratisch gewählten Politikern entgegengerufen. Er entspringt demselben Denken, das die AfD-Vorsitzende Frauke Petry dazu veranlasst hat, unlängst in einem Interview zu erklären, der Begriff "völkisch" solle wieder positiv besetzt werden.

    Tag der Deutschen Einheit: Weltoffen oder fremdenfeindlich?
    Rassisten müssen Rassisten, Nazi-Vokabular muss Nazi-Vokabular genannt werden

    Wer so redet, hat entweder keinerlei aufgeklärte politische Bildung genossen oder ist ein Anti-Demokrat. Oder beides. Als "Volksverräter" wurden nach dem Ersten Weltkrieg von Rechtsextremen erst all jene Demokraten betitelt, die sich für einen Frieden stark gemacht hatten und für die Weimarer Republik eintraten. Dann führten die Nazis den Begriff ins Strafrecht ein. Fortan konnte jeder als Volksverräter verurteilt werden, der sich gegen die rassisch definierte Idee der "Volksgemeinschaft" auflehnte. Schon die kleinste missliebige Äußerung gegen das NS-Regime war mithin "Volksverrat". In diesem Sinne müsste man den Dresdner Demonstranten entgegenrufen: Wenn ihr mich Volksverräter nennt, bin ich es gerne.

    Die bundesdeutsche Demokratie hält es aus, wenn Demonstranten in Dresden pöbeln. Sie hält auch eine AfD aus und eine Pegida. Sie ist auch deshalb stark, weil sie diesen politischen Unsinn erträgt. Allerdings schadet es der Demokratie, wenn dieses Tun und Reden verharmlost oder relativiert wird. In den neuen Bundesländern haben Politiker viel zu lange Verständnis geäußert für "besorgte Bürger", weil sie um ihre Wiederwahl fürchteten. Auch so konnte rechtsextremes Denken in Teilen der Bevölkerung zum Mainstream werden.

    Deshalb ist es wichtig, aufzuklären, Grenzen zu setzen und Grenzüberschreitungen klar beim Namen zu nennen. AfD und Pegida sind groß geworden, weil sie sich einen bürgerlichen Anstrich geben, dabei verbirgt sich hinter der Fassade eben auch der alte braune Sumpf. Und: Rassisten müssen Rassisten genannt werden, Nazi-Vokabular muss Nazi-Vokabular genannt werden.

    SPON

  • 6
    5
    voigtsberger
    05.10.2016

    Welches Hoch, auf welche Demokratie, denn Demokratie ist die Macht der Mehrheit und 82 % der Bürger ist gegen diese Asylpolitik unserer Regierung und warum wird da die Meinung und die Politik der 18 % zu Staatsdoktrin? Oder doch schon die DDR 2.0, wie es die Feierstunden zur Einheit bewiesen haben, mit der Ignoranz der Mächtigen, für die Sorgen und Nöte der Kritiker, an der Politik unserer Regierung!

  • 6
    3
    BlackSheep
    05.10.2016

    @saxon, wenn AfD und Pegida trotzdem so nach vorne kommen, welches Bild gibt das unsere Regierung ab? Diese Art von Protest ist eine Zeichen des Umgangs unserer Regierung mit Kritikern

  • 5
    11
    Schinderhannes
    05.10.2016

    Human Development Index Platz 6, wir leben in einem der freiesten Länder der Welt, wir sind dabei Terror- und Kriegsflüchtlingen zu helfen, die Geburtenrate steigt. Wir haben seit dem Zusammenfall der DDR auch wirtschaftlich viel erreicht.
    Außer ein paar notorische Nörgler hier auf dieser Seite, welche sich in Armut wähnen, hatten wir Grund zum Feiern.
    Ein Hoch auf ein demokratisches Deutschland.

  • 10
    5
    voigtsberger
    05.10.2016

    saxon1965: Natürlich ist PEGIDA und AfD nicht die Plattform für eine dauerhafte Lösung der Probleme der Zeit, aber wer gibt den Bürgern sonst eine Bühne, seine Sorgen und Nöte kund zu tun, ohne Missioniert zu werden, für die Richtigkeit der politischen Entscheidungen dieser Regierung, wo doch die Realität ganz anders aussieht.

  • 3
    4
    saxon1965
    05.10.2016

    Ich bleibe dabei: PEGIDA ist leider der falsche Weg, um die drängenden Probleme dieser s. g. Demokratie zu lösen! Und es ist sehr schade, dass in diesem Zusammenhang Dresden, Sachsen, der Osten in Misskredit kommt! Die Art und Weise wie PEGIDA sich artikuliert, das Thema "Rettung des Abendlandes" und "Lügenpresse" erweist den Gegnern, die alles so lassen wollen wie es ist, einen Bärendienst. Leider!
    Die o. g. Themen können, wenn überhaupt, nur zwei von vielen sein. Vordergründig sollte es um Themen wie Direkte Demokratie, Verteilung unserer Steuergelder, Selbstbedienungsmentalität in der Executive dieses Landes, Politiker und ihre Nebeneinkünfte, Bildungs- und Sozialpolitik, Zusammenstellung des Bundestages und viele andere ungerechte und undemokratische Dinge in diesem Land gehen. Die Themen die PEGIDA anspricht, fallen da automatisch mit hinein.
    Die AfD und PEGIDA sind im Moment Protest. Jedoch wird dieser Protest so nicht zu den erhofften Veränderungen führen. Auch das Parteiprogramm der AfD bringt Deutschland nicht nach vorn!

  • 7
    7
    voigtsberger
    04.10.2016

    @TheB..Fr..Th..Eaest: Ich finde gar nichts gut oder richtig, aber ich kann einschätzen und beurteilen, wer da feiert und wer da seine Nöte und Sorgen lautstark äußert und wer hat da Personen von PEGIDA erkannt, ich nicht und ein Bachmann war auch nicht vor dem Rathaus und der Frauenkirche zu sehen. Also kann ich mit Fug und Recht behaupten, hier feierten genau die, die zur Wende entweder im Westen wohnten, die die nicht anwesend waren auf der Straße und hinter dem Vorhang zitterten oder die die zu dieser Zeit noch gar nicht wussten das es Deutschland gibt! Auch deshalb können die meist älteren "Pöblern" behaupten "Wir sind das Volk", weil die schweigende Masse genau so denkt, aber noch nicht bereit ist dies offen kund zu tun und dies auch die Bürger sind, die 89 offen Gesicht gezeigt haben, auch für die Freiheit ihre Meinung, ihre Sorgen und ihr Verständnis von Demokratie offen auszusprechen und wenn die Ignoranz der Mächtigen dies nicht wahrnehmen will, bitte auch lautstark und da hilft es nichts, an einen solchen Tag "Friede, Freude, Eierkuchen" vorzugaukeln. Es wird doch immer behauptet, die Kritiker dieser Politik sollen ihren Protest in Berlin vorbringen, jetzt war Berlin in Dresden und es war auch wieder falsch, wann denn dann, wenn nicht an solch einen Tag, wo alle auf den zentralen Ort blicken.

  • 11
    12
    TheBeastFromTheEast
    04.10.2016

    Ach, Voigtsberger, natürlich haben wir in Deutschland ein "Integrations-Problem": Menschen wie Sie sind in einer freiheitlichen, offenen, toleranten Gesellschaft einfach (noch) nicht angekommen - ob Sie das jemals schaffen, ist mir offengestanden auch völlig Wurst.
    Das hat nichts damit zu tun, ob Sie sich "rechts", "links", oder gar nicht positionieren - oder wie ich Ihre Position einschätze. Aber daß sich "Mit-Sachsen" für das schämen, was gestern wieder in Dresden abgelaufen ist - und Sie gut und richtig finden, könnte Ihnen ja mal zu denken geben. Was Sie und Ihre Meinungsfreunde dazu bringt, zu behaupten "Wir sind das Volk", interessiert mich eigentlich nicht, weil´s einfach zu lächerlich ist. Und: Integration in unsere Wertegemeinschaft - dazu gehören auch die Umgangsformen - erwarte ich nicht nur von syrischen Flüchtlingen, sondern von jedem, der in Deutschland lebt. Oder macht sich jetzt jede Sekte ihr Deutschland selbe ?

  • 11
    9
    DerKuckuck
    04.10.2016

    @voigtsberger: Ja das Gefühl hab ich irgendwie auch gehabt. Mich regt aber eher diese totale Unfähigkeit dieser Regierung auf, auch nur die einfachsten Dinge umzusetzen. ALLES aber auch ALLES was die angefasst haben wurde zu einen großen Haufen Sch....
    Raten Sie mal was aus der PKW-Maut wird ... ich halt schonmal 4-lagiges bereit. Und so geht das weiter. Und in der aktuellen Parteienlandschaft sehe ich auch nix fähiges. Die nächste Wahl wird die schwerste die ich mir denken kann.

  • 9
    10
    Hankman
    04.10.2016

    @voigtsberger: Dass die Pegidisten "Wir sind das Volk" brüllen, bedeutet noch lange nicht, dass es dieselben Leute wären, die 1989 auf die Straße gegangen sind. Da müssen Sie nur mal vergleichen, wofür die Leute damals demonstriert haben und wofür Pegida heute steht. Damals ging es um Freiheit, Demokratie, eine offene, bessere Gesellschaft. Pegida dagegen halte ich für eine rechtspopulistische, antidemokratische, fremdenfeindliche, dogmatische Bewegung. Das einzige, was beide verbindet, ist die Tatsache, dass Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik auf die Straße getragen wird. Aber das ist auch schon alles.

  • 10
    12
    blaupause
    04.10.2016

    Quintessenz: "Die Deutsche Einheit fordert uns alle, die Zufriedenen wie die Unzufriedenen, aber gerade am heutigen Tag dürfen wir uns außer der Wahrnehmung der Rückschläge, Hemmnisse und Zukunfts­ängste durchaus auch Zufriedenheit erlauben, wenn nicht gar ein Glücksgefühl. Wir sind ein Volk und wir leben jetzt so zusammen, wie es ganze Generationen vor uns nur träumen konnten: In Einigkeit und Recht und Freiheit." Warum ich mich gestern als Sachse geschämt habe, Voigtsberger? Weil die Sachsen, die so stolz und stark zu Wende und Wiedervereinigung beigetragen haben, gestern gegenüber den Landsleuten in Ost und West ein so erbärmliches Bild abgegeben haben - und offenbar meinen, "das Volk" zu sein. Gute Nacht.

  • 8
    8
    blaupause
    04.10.2016

    Bemerkenswerte Rede. Hat man mit Trillerpfeife natürlich nicht gehört.
    www.bundestag.de/bundestag/praesidium/reden/2016/004/442962

  • 9
    9
    voigtsberger
    04.10.2016

    SimpleMan: Wenn sie nicht nur simpel daher reden würden und sich die Feierstunde angesehen hätten, da hätten sie gesehen, dass es nicht darum geht das es Flüchtlinge gibt, sondern warum muss so ein Festakt zu solch einer Anlass, in den Randrängen des Festsaales mit jeder Menge Flüchtlingen dekoriert werden und wo sind da die Bürger der Wende, da sich doch nur wieder die selbst gefeiert haben, die zur Wende in der "Sauna" saßen wie unsere Kanzlerin oder noch auf Schulung für Führungskader der DDR waren, wie unser Herr Tillich! Also wo waren die wahren "Helden der Wende", mit Trillerpfeife vor dem Festgebäude und schon wieder auf der Straße! So wiederholt sich die Geschichte, wenn man von den Nöten und Sorgen der Bürger weit entfernt ist und diese ignoriert. Diese Feierstunde hat mich stark an den letzten Festakt der DDR erinnert und wie lang dieses System noch existierte, kennen wir doch alle.

  • 5
    11
    saxon1965
    04.10.2016

    @BlackSheep: Weil das Bundesland Sachsen und die Stadt Dresden mit dieser Art von Protesten assimiliert werden?!

  • 13
    6
    BlackSheep
    04.10.2016

    Wieso sollte ich mich schämen aus Sachsen zu kommen, diese Denkweise verstehe ich nicht, kann mir das einer bitte erklären?

  • 11
    18
    blaupause
    04.10.2016

    Tag der Einheit 2016 in DD: Gefreut, ein Deutscher zu sein. Aber geschämt, aus Sachsen zu kommen.

  • 11
    5
    saxon1965
    04.10.2016

    @A809626: Stimme ihnen zu. Ich selber habe mich jedoch schon etwas fremdgeschämt, als Sachse!
    Leider kann ich dieser PEGIDA-Bewegung bis heute nichts abgewinnen. Aber vielleicht braucht es am Anfang solch primitiven Protest? Es könnte sonst sein, dass Volkes Stimme auch weiter ignoriert wird.
    Ich bedaure immer wieder, dass sich der Bürgerprotest nur über PEGIDA formuliert und die Flüchtlingskriese der s. g. "I-Punkt" sein soll.
    Wenn sich Protest gegen die bisherige Regierungsform, zu den genannten Themen formieren würde, dann wären wieder 10 mal mehr Bürger auf den Straßen. Und das in Ost und West und nicht nur Montags in unserer schönen Landeshauptstadt.

  • 4
    10
    aussaugerges
    04.10.2016

    Das sind alles auch Kriege der USA,um Waffen und Öl.

  • 9
    16
    SimpleMan
    04.10.2016

    @voigtsberger "...was hat das hofieren von Flüchtlinge zu einer Feierstunde der Einheit und der Wende zu suchen..." Mit "hofieren" meinen Sie wahrscheinlich, dass man anspricht, dass es Flüchltinge gibt. Aber Flucht und Vertreibung hat sehr viel auch mit der jüngeren deutschen Geschichte zu tun. Warum wollen Sie dann dieses Thema aussparen?

  • 16
    12
    aussaugerges
    04.10.2016

    Die Menschen wollen keine Nika oder Burka wir wollen diesen politschen Islam nicht.
    Wo das Zeug verkauft wird sind nur Salafisten hinter dem Verkaufstisch.
    Die Frauen werden als nackisch, sonst beschimpft
    Auch die Frauen wollen das nicht in Syrien verbrennen sie das Gelumpe,wenn der IS weg ist.
    Herr Patzelt hat das klar gesagt.
    Die Moslems sind ganz verrückt auf deutsche Frauen,ihre lassen sie am Herd stehen.

  • 10
    9
    SimpleMan
    04.10.2016

    @A809626 "... aber nicht zum Wohle des deutschen Volkes." Und Sie legen mit Ihren wilden Thesen fest, was gut ist für das deutsche Volk? Was qualifiziert Sie dafür? Sind Sie gewählt wurden?

    "... niemand will ..." Woher wollen Sie das wissen? Oder meinen Sie mit "Niemand" nur Ihren Freundes- oder Bekanntenkreis?

    "...Zitat Metropolico" Da haben wir nun aber eine ganz unabhängige Quelle ...

    "... aus Demonstranten werden Pöbler ..." , wenn Sie nur beleidigen und andere Meinungen nicht akzeptieren, Menschen wegen ihrer Hautfarbe verhöhnen.

  • 16
    17
    Hankman
    04.10.2016

    @A809626: Pöbler sind Pöbler, wenn sie pöbeln. So simpel ist das. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Pegida-Anhänger die Gelegenheit nutzen, ihren Protest kundzutun. Aber wer "Volksverräter" und andere Parolen brüllt, dem geht es nicht um Kritik oder Protest, sondern nur darum, seine Hassgefühle abzureagieren. Pfui Teufel!

    Und: @voigtsberger: Der Vergleich mit 1989 ist nur gerechtfertigt, soweit er sich auf Protest an sich bezieht. Aber nicht, was die Form des Protests betrifft. Ich habe 1989 in Leipzig keine Parolen gehört, die mit denen der Pegidisten vergleichbar wären. Ich halte es für eine schlimme Beleidigung der Demokratiebewegung von 1989, die Pegidisten mit den Demonstranten von damals zu vergleichen.

  • 21
    10
    gelöschter Nutzer
    04.10.2016

    Die sogenannte Flüchtlingskrise war nur der Punkt auf das " i " , der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn seien wir ehrlich: es gärt schon lange in diesem Land, in diesem Europa, vor allem aber in diesem System. Ich will nur ein paar Beispiele nennen:
    eine EU-Politik, die niemand in dieser Form will; einen EURO und dessen "Rettungsaktionen", die niemand will; eine schäbige Russlandpolitik, die viele Menschen im Osten und zunehmend auch im Westen nicht wollen; Medienbevormundung, Volksverdummung und Meinungsdiktatur; eine Familienpolitik, die uns zunehmend auf die Füße fällt; eine kleinstaaterische Bildungspolitik; Vasallentreue und Gehorsam gegenüber der kriegslüsternsten Regierung und Volkswirtschaft der Welt (USA); eine völlig entfesselte und entgleisende Arbeitswelt und Hochfinanz; systemgerechte Erziehung der Menschen zu billigen Arbeitssklaven einerseits und willenlosem Konsum-Vieh anderseits.
    Und plötzlich werden das Konsum-Vieh und der Arbeitssklave munter.

    Politiker die das nicht sehen können oder erkennen wollen, sind fehl am Platz oder handeln ferngesteuert und unter fremden Auftrag ? aber nicht zum Wohle des deutschen Volkes.

  • 24
    11
    voigtsberger
    04.10.2016

    Ach zum letzten Staatsakt der DDR, waren die Demonstranten Pöbler und da ging es auch nicht leise zu. Was soll sich da geändert haben, wenn man die gleichen realitätsfremden Ignoranten an der Macht hat, die Nöte und Probleme nicht mehr verstehen wollen oder nicht mehr verstehen können, da diese in einer anderen Sphäre leben und das Volk nicht mehr verstehen. Die Feier in der Frauenkirche hatte sehr große Ähnlichkeit mit der im Palast der Republik vor 27 Jahren und das war damals die letzte dieses Systems! So wiederholt sich Geschichte immer wieder! SimpleMan, was hat das hofieren von Flüchtlinge zu einer Feierstunde der Einheit und der Wende zu suchen und wozu werden diese "Helden der Flucht" gehuldigt und die Nöte und Sorgen der Wendebürger verdammt oder finden sie das richtig und fördern diese Unterschiede die Akzeptanz zur Integration und die Akzeptanz zu einen solchen Feiertag? Denn dies sind die Fakten, die hier im Forum der FP eine Rolle spielen, damit diese keine Selbstverständlichkeiten werden!

  • 21
    5
    DerKuckuck
    04.10.2016

    Ich finds lustig. In den USA juckt das keinen. Da gehört das zum demokratischen Standard, das einige Demonstranten lautstark ihren Unmut kundtun. Sowas sollten wir in Deutschland doch aushalten können ohne uns wieder über Twitter und Facebook zu empören.

  • 24
    9
    gelöschter Nutzer
    04.10.2016

    P.S.: @ SimpleMan:
    Zitat Metropolico:
    ?Schlaglicht: Kaum ein Tag in der Geschichte hat es klarer gezeigt, dass Deutschland nicht mehr mit einem Ost-West-Problem zu tun hat, sondern mit einem Oben-Unten-Problem. Es ist geteilt: Die oben auf der Bühne. Und der doofe Rest (?) Uraltes Erbrecht, undefinierte Flüchtlingswellen, Griechenkrise, Deutsche-Bank-Rettung und ein sich immer weiter aufblähender Bundestag, den Norbert Lammert erfolglos auf 630 Abgeordnete deckeln will- all diese Endlosbaustellen a la BER sind auf das Versagen zweier großer Volksparteien zurückzuführen: SPD und Union. Und dafür soll man ihre Vertreter feiern? ?Mob? nennen die Linkspopulisten von Spiegelonline jene Menschen in Dresden, die darauf aufmerksam machen. ?Pack? nannte sie der dicke Sigmar Gabriel, der gerade mit seinem Ja zum Handelabkommen CETA seinen alten Parteigängern das letzte bisschen Ehrfurcht von Herbert Wehners und Willy Brandts SPD nahm. 2600 Sicherheitskräfte schützten Kanzlerin Angela Merkel, die mit schiefen Leffzen neben ihrem Pfarrer und Bundespräsidenten Joachim Gauck den Pfeifkonzerten des zentralen Festaktes zu Dresden lauschte. Einem ?Schwarm gereitzer Hetzer? ausgesetzt ? der völkische Beobachter hätte es nicht eleganter formuliert ? so phrasiologisiert es Spiegelonline. Weitere Kommentare erübrigen sich hier.?
    Der ganze Text unter http://www.metropolico.org/2016/10/04/tag-der-deutschen-zweitheit/

  • 18
    10
    gelöschter Nutzer
    04.10.2016

    Sehr "simple" Mr. "Man", und zudem sehr einseitig.
    Nein, aus Demonstranten werden Pöbler, wenn es der Politkaste nicht in den Kram passt.
    Und aus Demonstranten werden Pöbler, wenn man mit friedlichen Demonstrationen und friedlichen Protesten nichts erreicht. Das ist nämlich der Unterschied zur DDR: Man draf, aber man erreicht nichts, weil sich die Eliten erhoffen, dass es sich dann abnutzt und totläuft.
    Fragt sich nur, was passiert, wenn es sich nicht abnutzt und totläuft..... aus Demonstranten werden Pöbler (übrigens sind Maas, Stegener, Gabriel und Co. die obersten Pöbler der Republik - also, nochmal: fragt sich nur, was passiert, wenn es sich nicht abnutzt und totläuft..... aus Demonstranten werden Pöbler, und aus frustrierten und enttäuschten Pöblern? Ein eventuell folgender Bürgerkrieg geht nicht von "Pöblern" aus, sondern wird von denen verursacht, die dort in DD angepöbelt wurden.

  • 13
    22
    SimpleMan
    04.10.2016

    @A809626 Aus Demonstranten werden Pöbler, wenn Sie sich entsprechend verhalten, wenn es nur um niederschreien und beleidigen geht. Und ich glaube Ihnen nicht, dass Sie diesen Unterschied nicht kennen. Also hören Sie auf zu polemisieren oder schreiben Sie in Foren, wo Fakten und Selbstverständlichkeiten keine Rolle spielen.

  • 19
    22
    Hankman
    04.10.2016

    Ich fand es grob unhöflich und ziemlich primitiv von den "Wutbürgern", die Gäste der Einheitsfeiern anzupöbeln und die Feiern mit Trillerpfeifen zu stören. Protest - von mir aus. Aber mit einem Minimum an Anstand. Ich stell mir gerade mal das Geheule vor, das sie anstimmen würden, wenn montags ihre Hass-Kundgebungen von Gegnern mit Hunderten kostenlos verteilten Trillerpfeifen gestört würden. Tut mir leid, diese Leute kann ich nicht mehr respektieren. Diese Leute sind mit diesem Auftreten eine Schande für Sachsen.

  • 30
    15
    Tauchsieder
    04.10.2016

    Jedem steht es frei einen Wohnort seiner Wahl zu suchen "872889".

  • 33
    15
    gelöschter Nutzer
    04.10.2016

    Tja, vor 27 Jahren mit dem Blick aus dem Westen in den Osten fand man derartige Aufstände völlig legitim und längst überfällig. Genauso bejubelt man in Ländern mit unbeliebten Politikern (sprich: mit dem Westen keiner nützlichen Politik) Volksaufstände und Demonstrationen.
    Wenn es ans eigene Leder geht, dann sieht die Sache ganz plötzlich anders aus; nicht begreifen wollend, dass sich die politisch-mediale Kaste und deren Politik schon längst vom Volk entfernt hat. Jetzt findet man das plötzlich überhaupt nicht mehr in Ordnung.
    Und so werden aus Protestierenden je nach Sichtweise entweder Aktivisten und Demonstranten oder eben nur Pöbler.
    solange die (eigenen) Politiker und die (inländischen System-)Medien diese Menschen als Pöbler bezeichnet, machen die alles richtig.

  • 19
    38
    872889
    04.10.2016

    Ich schäme mich einfach nur noch, hier zu leben...



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