Der Wolf eint die CDU-Fraktionen

Die Landtagsabgeordneten von Sachsen und Sachsen-Anhalt tauschen sich bei einer Klausur aus. Auch der Ostbeauftragte mischt mit.

Dresden.

Frank Kupfer klang nicht scharf. Aber Unverständnis schwang doch mit, als er sich zur Causa Wolf äußerte. Lange Zeit habe der Bund das Anliegen der ostdeutschen Länder, den Wolf leichter zum Abschuss freizugeben, nicht ernst genommen, sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag. Es habe stattdessen folgende Haltung geherrscht: "Wenn der Wolf im Osten ist, dann ist er egal. Da ist sowieso nichts weiter los, da stört er ja nicht." Jetzt aber sei der Wolf in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angekommen und plötzlich sei er ein großes Thema, bilanzierte Kupfer. Da könne man Mehrheiten für die ostdeutschen Interessen erhalten.

Kupfer kämpft nicht allein an dieser Front. Das wurde am Dienstag deutlich. Auf einer gemeinsamen Klausur verabschiedeten die CDU-Fraktionen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt ein Papier, in dem sie einen niedrigeren Schutzstatus für den Wolf befürworten. Der CDU-Fraktionschef aus Sachsen-Anhalt, Siegfried Borgwardt, sprach sich im Anschluss an das Treffen zudem dafür aus, Sonderjagdzonen festzulegen: Wenn der Wolf in die urbanen Regionen komme, dann müsse es Optionen zum Handeln geben.

Die Zusammenkunft der beiden Unionsfraktionen war generell von Arbeitsgesprächen geprägt. Die Parlamentarier aus Sachsen und Sachsen-Anhalt fordern beispielsweise ein deutsches Einwanderungsgesetz. Auch wollen beide Fraktionen die Erzieherausbildung in Deutschland reformiert wissen: Sie soll von fünf auf vier Jahre verkürzt werden.

Als Gast wohnte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, der Klausur bei. Er machte anschließend deutlich, dass er die Nachwende-Zeit aufarbeiten will: "Mit Sicherheit ist die Nachwende-Zeit einer intensiven Untersuchung zuzuführen", sagte er. Die Akten der Treuhand "werden geöffnet". Allerdings verwahrte sich Hirte gegen die Ausdrucksweise von Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD). Sie hatte "Wahrheitskommissionen" gefordert, die die Arbeit der Treuhand aufarbeiten.

"Ich finde die Wortwahl völlig inakzeptabel", so Hirte. "Das erweckt den Anschein, als wenn ein verbrecherisches Regime im Osten gewütet hätte und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgeklärt werden müssten." Es habe sicherlich nach der Wiedervereinigung kriminelle Energie und teilweise ein "Tohuwabohu" gegeben. Aber systematisch sei es nicht so gewesen.

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3Kommentare
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  • 1
    0
    Tauchsieder
    15.08.2018

    Es gibt Meinungsfreiheit in Deutschland Hr. Hirte, auch ihre Worte finden sehr viele völlig inakzeptabel!

  • 1
    2
    Interessierte
    15.08.2018

    Da hatte mal so ein g´scheiter Wolfskenner gemeint , die töten erst einmal alles um sich herum , bis die ein Tier fressen ...
    Hat man denn da schon einmal den Wald aufgeräumt von den vielen toten Rehen und Wildschweinen und was die sonst noch töten , bevor die anfangen mit fressen ??????

  • 4
    2
    Freigeist14
    15.08.2018

    Neben "Rotkäppchen" und den "Sieben Geißlein" scheint der Ostbeauftragte der Bundesregierung Hirte nur Märchen und Erbauungsliteratur aus der CDU-Zentrale gelesen zu haben : "ES habe sicherlich nach der Wiedervereinigung kriminelle Energie und teilweise ein "Tohuwabohu" gegeben.Aber systematisch sei das nicht gewesen." Vielleicht war er schlicht zu jung um den Generalplan der Überführung von Volkseigentum in private Hände und der Ausschaltung lästiger Konkurrenz zu kennen. Das von einem Volksvermögen ein Milliardenverlust und eine Überführung in westdeutsche Hände übrigblieb war kein Unglück sondern eine gezielte Strategie. Erdacht im Wirtschaftsministerium in Bonn von unbehelligten Tätern wie Thilo Sarazzin und Hort Köhler . Vielleicht hat ja auch Herr Hirte Interesse daran ,wer Carsten Rohwedder 1990 ermordete und ihm eine gnadenlose Verfechterin von *Rückgabe vor Entschädigung * und *Abwicklung* ins Amt folgte(Birgit Breuel).



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