Deutschlernen nach Gehör: Wenn der "Gönig Gümmelgörner gaut"

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Sachsen stehen mit Hochdeutsch auf Kriegsfuß. Aber wie die Sprache lernen, wenn es nur aufs Gesprochene ankommt?


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88 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    gelöschter Nutzer
    28.04.2016

    Immer wieder wird gerne an der Methodik "Lesen durch Schreiben" (LdS) und dem "Spracherfahrungsansatz" mit "freiem Schreiben" kein gutes Haar zu lassen, weil sie bewusst nicht-normkonforme Schreibungen zulassen - die Rechtschreibung werde so vernachlässigt, Falsches präge sich ein.
    Dem wird dann das Lernen mit Fibeln gegenübergestellt. Dort werde von Anfang an richtig schreiben gelehrt.
    Aber warum fragt eigentlich niemand einmal nach den Inhalten der so hochgepriesenen Fibeln? Denn auch in den meisten Fibeln, die derzeit so auf dem Markt sind, wird gerade nicht von Anfang an Rechtschreibung gelehrt! Natürlich werden keine falsch geschriebenen Wörter benutzt - aber gerade am Anfang werden solche Wörter eingeführt, die eher untypisch für die deutsche Orthografie sind oder sogar Ausnahmeschreibungen darstellen. Wer Wörter wie "Limo", "Mama" gelehrt bekommt, wird auf einen orthografischen Holzweg geführt: dem kurzen Vokal folgt hier ausnahmsweise kein doppelt dargestellter Konsonant, sondern nur ein einfach dargestellter. Dass die Schreibung mit doppelt dargestelltem Konsonanten in solch einem Fall aber eigentlich die Regel wäre, muss dann auch im Fibellehrgang später erst mühsam wieder eingeübt werden! Auch nach solch einer Fibelmethode, die bestimmte, angeblich "lautgetreue" Wörter im Anfangsunterricht als Regelfall einführt, sind also Fehlschlüsse über die Rechtschreibung programmiert und somit Fehlschreibungen wie "Muta" (für Mutter) gerade bei selbst geschriebenen Texten nicht ausgeschlossen! Auch die gängige Fibel-Methodik lehrt also nicht von Anfang an, was richtige Rechtschreibung ausmacht!
    In der Fachdidaktik gibt es übrigens schon neue Ansätze, die solche Fibelmethodik UND LdS hinter sich lassen und neue Wege beschreiten, Stichwort "silbenanalytischer Ansatz" (Röber, Bredel u.a.). Der systematisch regelhafte Aufbau deutscher Wörter wird hier zum ersten Mal von Anfang an in den Mittelpunkt gestellt. Zugang dazu erfolgt über den Sprachrhythmus und den Silbenaufbau. Grundlegend am Anfang sind allein Wörter mit betontem Langvokal, einfachem Konsonanten und unbetonter Reduktionssilbe ("gemurmeltes e"), wie "Rose", "raten", "Blüte". Alles Weitere wird darauf aufgebaut.
    Dieser Ansatz ist allerdings nicht mit dem erwähnten "ABC der Tiere" gleichzusetzen. Denn leider macht dieser silbenorientierte Fibellehrgang dieselben Fehler wie andere Fibellehrgänge: Auch hier werden nicht die regelmäßigen Silbenstrukturen deutscher Wörter von Anfang an eingeübt, sondern die am Anfang gelernten Silben ("ma", "li", "mo") werden entgegen der Silbenkombinationsregeln im Deutschen zu falsch zu lesenden Wörtern wie die oben genannten Ausnahmeschreibungen "Limo" und "Mama" zusammengesetzt und den Kindern fälschlich als grundlegend präsentiert!

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    3
    gelöschter Nutzer
    12.04.2016

    Und der Unterrichtstag in der Produktion war ein ganz wichtiger Faktor.

    Das geht aus Profiterwirtschaftung heute schon gar nicht mehr.

    Wir hatten jetzt erst Bilder von Bohrmaschienen mit den Kollegen angesehen. ( zum Klassentreffen)

    Da müste ja heutzutage überall ein Anwalt sein wegen den $$.

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    vomdorf
    12.04.2016

    Es durfte doch nichts bleiben, was nach DDR aussah. Unzählige neue Lehrmethoden mussten mehr oder weniger erprobt werden um ganz schnell festzustellen, dass das alles, oder wenigstens fast alles, Mist war.
    Man kann allerdings auch den Eindruck gewinnen, dass man das Volk dumm halten will. Wer nicht richtig lesen kann, tut es nicht und wenn, versteht er vieles nicht. Ein Schelm, der Arges dabei denkt.

  • 2
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    Pixelghost
    12.04.2016

    Ich lebe als "Hochdeutschler" seit 1982 in der Stadt mit drei O, jetzt Chemnitz. Wörter mit G und K, P und B, D und T lasse ich ihr schon mal buchstabieren.

    Ne Dasse Gaffe...

  • 3
    0
    gelöschter Nutzer
    12.04.2016

    Und wieder zeigt sich, was Föderalismus in der Bildungspolitik bewirkt. Wie kann ein Staat die Bildung seines Nachwuchses, das Erlernen der eigenen Muttersprache so vernachlässigen?! Für alle Kinder "unter der Norm" sollte es Förderunterricht geben und nicht ein Angleichen des Lehrniveaus nach unten für alle Schüler.

  • 7
    1
    gelöschter Nutzer
    12.04.2016

    Mensch Stonep, 70er Jahre da war hier doch noch DDR! So etwas Abartiges wie didaktisch sehr gut aufgebaute Lehrbücher (und vor allem überall die Gleichen), gleicher Lehrplan in allen Bezirken (respektive Bundesländern), gut ausgebildete Lehrer, die ihr Wissen nicht nur aus dem Internet beziehen und es auch ohne Internet vermitteln können, das geht doch gar nicht.

  • 3
    1
    Mabel
    12.04.2016

    Lieber Gott ich danke Dir, dass Du dem Minister nicht nur Amt, sondern auch Verstand gegeben hast. Nun gib ihm auch die Kraft, sich gegen innovationswütige Lehrer durchzusetzen.

  • 7
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    Stonep
    12.04.2016

    Was spricht eigentlich dagegen, so zu unterrichten wie in den 70 Jahren in Sachsen. Das die Ergebnisse dieser Wissensvermittlung nicht so schlecht sein können, beweist doch Herr Michallik.
    Veränderungen sind schon erforderlich, da aber Fehler in der Ausbildung kaum oder nur schwer wieder zu korrigieren sind, sollte man mit einem gewissen Fingerspitzengefühl hier vorgehen und nicht ständige Änderungen herbeiführen.